Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 24 (2.10.1892)
- Date
- 1892-10-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I }?vamuHcrations-pms. i Fiird'antvrcn n.Cultnsbcamte in Lcslerreich-Nngnrn!! Ga» jährig.fl 4.— j Halbjährig . .... fl 2.— | Aiirb'iultoren u.CultnSl'eamie! im Ausland Ganzjährig.S Mark ober 4 hin bei. ן Sill־ Pridale und Institnte j kianüährig.fl. 0 — Oesterreichisch-ungarische Central-Organ für die Interessen der Cantvren und Cultnsdeamten. Grschrint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor jaeod bausr. Htedaction und Administration Wien II. Novaragasse Nr. 27. Inserate werben billigst berechnet. Mannscripte werden nicht retournirt. Abonnementsu. Jnsertious betrüge sind in Wien zahlbar. * Ü 'lr.B4F Wien, 2. Oktober 1892. 12. Jahrgang. HMttnnsrationS-AintaöMg. Iu^om wir aus Anlass des mit dieser Nummer beginnenden IV. Quartals die geehrten Herren Abonnenten zur Erneuerung des Abonnements auf die ״-H>esterreichifch.m1garifchc Aantore».Keiiung" ergebenst einladen, ersuchen wir uni. pünktliche Einsendung des Pränumerations-Betrages. Mir hoffen, dass jeder Eollege in den nächsten Tagen seine Pflicht dem Fachblatte g e g e n ü b er ersüllen wird, und wünschen gleichzeitig .*נטר התימה טרבנד Die Administration der Österreich.-ungar. Eantoren-Zeitung. Wenn auch unsere Nabbinen sagen, dass das Reisen nachtheilige Wirkungen verursacht und in physischer und moralischer Beziehung schädlich sei*), so kann man doch nicht leugnen, dass das Verweilen in niehreren fremden Gemeinden, wenn auch nur auf kurze Zeit, von bedeutendem culturellem Nutzen ist. Durch die Autopsie der verschiedenen Institutionen und Institute gewinnt man einen untrüglichen Einblick in das innere Leben der Gemeinde, man lernt ihren Bildungsgrad kennen und . sieht, ob sie progressiv fortschreitet oder hinter dem Zeitgeiste zurückbleibt. Unsere Weisen haben den Nath ertheilt עלית הי. קרתף תלך בני■ טופי so man in eine Stadt kommt, so soll man sich den dort herrschenden Sitten und Gebräuchen fügen, jedoch auch trachten, dieselben, falls sie der Religion und dem Zeitgeiste entsprechend sind, allgemein zu verbreiten. Erlauben Sie daher, hochgeehrter Herr Nedacteur, dass ich über die Zustände und culturellen Einrichtungen einiger Gemeinden, die ich neulich besucht habe, referire. Die erste Gemeinde, in der ich mich mehrere Tage aufhielt, war Keß thely. Diese Cultusgemeinde gehört, was die numerische *) Wie Raschl zu Lech Lecho bemerkt, vermindert die Reise die Fruchtbarkeit! das Geld und den guten Stamm. Zahl betrifft, zu. den mittelmäßigen Gemeinden, allein aus zahlreichen Archivstückm ist zu entnehmen, dass sie eine der älteren Genreinden in Ungarn ist. Sie hat jetzt keinen Rabbiner, weil der letzte, Namens Kohn, im vergangenen Jahre gestorben ist. Dieser hat manche Formen oder besser Reformen beim Gottesdienste eingeführt; das Schmone Essreh wird an Wochentagen vom Vorbeter wievon den Anwesenden zusammen ganz laut gebetet, was nicht ptaustvel ist, entweder soll der Vorverer erst dann das Schmone Essreh reeitiren, wenn die Anwesenden es im Stillen vollendet haben, oder soll er nur bis nach Keduschah vortragen. Dann werden die zwei Jekum Purkon unk Brich Schemeh nicht gebetet und anstatt des Schir Mismor Leosof wird das ganze Jahr das Eeäovviä ori wejischi, das wir nur im Monat Elul und im Monat Tischri.bis nach Hoschanahrabka sagen, gebetet. Anstatt des Kol Kläre wird zur Einleitung des Versöhnungstages ein anderes Gebet vom Cantor recitirt. Ich bemerkte noch mehrere solche Abänderungen und Veränderungen, die nicht von Bedeutung sind und nur Zank und Streit verursachen, wodurch die gemeinnützigen Institutionen und Institute leiden. So hat die Gemeinde keine confessionelle Schule, sondern sie erhält einige Religionslehrer, welche den Schülern und Schülerinnen verschiedener Schulen, sowohl der Elementarals der Bürgerschule und des Gymnasiums den Religionsunterricht ertheilen. Unter diesen Religiouslehrern ragt besonders durch seine Geistes- und Herzenseigenschasten Herr Josef Löwinger hervor, welcher zugleich Cantor und Notär ist. Er leitet den Gottesdienst mit einem gutgeschulten Chore und bestrebt sich ansprechend und entsprechend zu wirken. Als provisorischer Matrikensnhrer erfüllt er seine 'Agenden mit großer Genauigkeit und Geschicklichkeit und ist daher eine persona grau in der Gemeinde. Was aber besonders rühmend hervorgehoben zu werden verdient, ist die wohlorganisirte Chevra Kadischah, die allen religiösen und culturellen Anforderungen vollkommen entspricht; auf dem Friedhöfe ist eine musterhafte Ordnung hinsichtlich der Gräber und Grabsteine. An der Spitze dieses heilgi'n Vereines steht der wackere, gesinnungstüchtige und charaktervolle Herr Samnel Prager, der mit einem nachahmungs-