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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-09-01 · Heft 22 (1.9.1892) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 22 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Gesterreichisch-ungarische (Lantoren-Zeitung. Seite 7. Nr. 22 Kuffner, veranstoltete der Gemeindeausschuß der Stadt Lundenburg l einen Fackelzug, an dem sich die gesummte Bevölkerung und alle Cor-! porationen Lundenburgs betheiligten. Der Gesangverein beachtendem ' Jubilar eine Serenade. Tulln, 2 t. August. Zum ersten Male seit Bestehen der neucreirten Cultusgemeinde fand gestern im hiesigen israelitischen Bethause zu Ehrin des Geburtstages unseres erhabenen Monarchen ein solenner Festgottesdienst statt, an dem sich sämmtliche jüdischen Einwohner. der Stadt und Umgebung lebhaft betheiligten. Ganz besonderen Dank und Anerkennung um das Zustandekommen dieser Feierlichkeit verdient unser sehr geachteter Vorstand, Herr Dr. S. Krenberger, der mit Verve die Festrede hielt und zündend auf alle Andächtigen wirkte. Sein glücklich und treffend gewähltes Thema gipfelte m dem Ausspruch des weisen Rabbi Simon ben Gamliel (PerekI, 18. Vers), dass die Welt auf drei Dingen: Wahrheit, Recht-und Friede, besteht, die vollauf durch unseren erhabenen Monarchen gehandhabt werden. Wir können stolz sein, einen solchen Mann, wie Herr Dr. Krenbergeran der Spitze der Cultusgemeinde zu, sehen. Besonders lobend ist auch unser Cantor, Herr Adolf Nußbäum, zu erwähnen, dem es,gelang, die hiesige Schuljugend in eiingen Tagen zu dem Gottesdienst einzuüben und mit ihnen nicht nur die rituellen Gesänge für den Jugendgottes- - dienst, so. auch die Volkshymne meisterhaft ausführte. -׳ Pardnbich. Am 17. d. M. feierte der hiesige Cultus- Vorsteher, Herr Marcus Oesterreicher, mit seiner Frau Laura geb. Löwit, in vollster!Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlasse wurden dem Jubilak, der sich um den Aufschwung der hiesigen Cultusgemeinde bedeutende Verdienste erworben, seitens 1er Cultusgemeinde und verschiedener Corporationen vielfache Hvationen bereitet. Der Vicepräses der hiesigen . Cultusgemeinde, Großgrundbesitzer Herr Jakob Winternitz,, überreichte dem Jubilarj Namens der .Vorstandsmitglieder einen Prachtvollen, stark vergoldeten Silberpokal, der Großindustrielle, Herr - Ignaz Wertheimcr- Namens der Gemeindemitglieder eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Die Erbauung des hiesigen monumental.en Tempelgebäufes, die Anlage eines neuen Friedhofes, die Gründung der hiesigen Humanitären Vereine sind ein verdienstvolles Werk des Jubilars. Umgeben von den zahlreichen, gesammten Familienmitgliedern,! empfing der greise Jubilar die zahlreiche .Schaar der Gratulanten. Eine Menge Telegramme von auswärts zeugten von der Achtung und Verehrung, deren sich die Familie allseitig erfreut. — Dm 6 Uhr Abends, als am Vorabende des ällerh. kais. Geburtsfestes, fand im hiesigen festlich beleuchteten nnd aus diesem Anlasse dekorirten Tempel ein Festgottesdienst statt, zu welchem sich viele Andächtige eingefunden hatten. Der vom Cantor Nähnadel vortrefflich einstudirte vierstimmige Tempelchor, sang unter Orgelbegleitung! die zum Vortrage gebrachten Chöre in der e.ractesten Weise, ebesiso gelangten die vom genannten Cantor mit sympathischer Stimmt vorgetragenen Solis zum besten Ausdruck. . Troppan, 18. August. Heute Früh 7 Uhr fand im hiesigen israelitischen Tempel anlässlich des allerhöchsten Geburtstages unseres geliebten Kaisers ein Festgottesdienst statt, an dem der gesammte Vorstand, sowie viele Gemeindemitglieder theilnahmen. Derselbe wurde durch den Königspsalm (Pf. 21) stimmungsvoll eingeleiiet, worauf Obercantor Singermynn in Vertretung des hiesigen Rabbiners ein inniges Gebet für Kaiser und Vaterland sprach. Mit Absingung der Volkshymne, in welche die ganze Gemeinde begeistert einstimmte, wurde dit schöne Feier!beendigt. - Gr.-Kanizsä, 16, August. Ein herzinniges Fest feierten wir heute. Fräulein Hermine, Tochter t er an der hiesigen israel. Schule im dritten Dezennium verdienstreich wirkenden Lehrerin, Frau Karoline Freund, wurde vor kaum zwei Jahren von der israel. Schule in Szegßärd \ als Lehrerin angestellt. Ein College, Herr Jenö Fischer, ebenfalls an dieser Schule wirkend, fand nach kurzer . Bekanntschaft in Fräulein Hermine all jene vorzüglichen Eigenschäften, die zur Gründung eines glücklichen Ehelebens führen, vereint. Fesselnder Umgang, Herzensbildung, angestammte Sanftmuth, Charakterfestigkeit, höheres pädagogisches Wissen und besonders die Liebe und Verehrung, deren sich Fräuleiu Heimine in ihrer neuen Gemeinde erfreute, bestimmten Herrn I. Fischer, den strebsamen, gewissenhaften Mann seines Faches, ernstlich um ihre Hand zu bitten. So fanden sich beide Herzen, in inniger Neigung für einander geschaffen, und diesem göttlich prädistinirten schönen Bunde konnte auch die Mutter ihren Segen nicht versagen. Heute feierten wir nun den Vermählungstag dieses glücklichen Paares. Trauung und Mahl haben unter eclatanten Beweisen der allgemeinen Hochachtung, in welcher die Brautmutter hier steht, stattgefunden. Die Trauung, ehrenamtlich vollzogen, war trotz der eingetretenen, tropischen Hitze von einem distinguirten zahlreichen Publikum besucht, und in wahrhaft rührenden Worten hat. der fungierende Rabbiner, Herr Dr. Neumann, in seiner Predigt die Ehepflichten, die eine Gattin dem Gatten als Lehrer gegenüber zu beachten hat, scharf betont, dabei aber zugleich die Ueberzeugung ausgesprochen, dass in diesem Falle, wo die Gattin selbst Lehrerin ist, mit Zuversicht der vollen Erfüllung dieser Pflichten entgegen gesehen werden kann. — Reichlich liefen nebst endlosen Gratulationen von Nah und Fem, auch Hochzeitsgeschenke von Gemeinde, Frauenverein, Collegen und Colleginnen, Gememdebeamten, Schulfreunden und Privaten ein, und das Mahl . mit einem wohl schmeckenden Menu war von geistreichen Toasten gewürzt, denen wir noch an dieser Stelle auch unseren innigen Wunsch hinzufügen: O, dass die Glücksfonne dieser werthen und lieben Familie ewig ungetrübt scheinen möge! 21V 8. G-. Gr.-Beeskerek. Am Vorabende des Geburtsfeier Sr. Majestät des Königs versammelten sich die Spitzen der ComitatS- und Stadtbehörde, das Officierscorps der k. k. gemeinsamen und der kön. ung. Honvsdarmee, sämmtliche Vorstände der hiesigen Wohlthätigkeits-Anftalten und ein sehr zahlreiches, distinguirteS Publikum, um den Geburtstag unseres geliebten Monarchen — Heuer in womöglich noch solennerer Weise als dies in jedem Jahre noch geschah — zu feiern. Ein erhebender Choral unter der oft bewährten Leitung des Herrn Obercantors Hermann Lewin, leitete die Feier ein, worauf ein Sologesang des Obercantors folgte, dessen glänzender, erhebender Vortrag die rechte Stimmung für die Festrede vorbereitete, die diesmal der Rabbinatscandidat Herr Doctorand Amold Klein, in Vertretung seines Vaters,-des Herrn Oberrabbiners Dr. M. Klein, mit allseitigem ungetheiltem Beifall hielt. Ein weihevolles Gebet für König und Vaterland, das Se. Ehrwürden der Herr Oberrabbiner vor offener Bundeslade hielt, machte der Feier, die lange hier das Tagesgespräch bilden wird, ein Ende. _ Kttrrarifchrs. Sechs altjüdische Weisen für Bornim Noroim componirt von Moritz Sonntag, Obercantor in Temesvar, Preis 2 fl. ö. W. — Schon die Malchios, Sicbronos und Sdhofros- Recitative des Autors erfreuen sich eines guten Rufes. Man schätzt an jener Arbeit die dem religiösen Gefühl entquellende Ausdrucksweise. Auch vorliegendes Opus bestätigt dieses Urtheil. Der melodischen Führung der Singstimme ist Gangbarkeit eigen, und somit bietet die Wiedergabe des interessanten Gebetstvffes keine Schwierigkeiten dar. Die Orgelbegleitung schmiegt sich meist eng der Sangstimme an, doch erscheint ersten zuweilen durch die vielen Figuren dem Recitative nicht recht angepasst zu sein. Die Jnterludien wäre» nur dort zu billigen, wo der textliche Gedanke nicht leidet, ebenso überflüssig ist die Anhäufung chromatischer Töne, die wir im Gotteshause gem vermissen wollen. Der alte Nssoborvr mit der Hasboro hat seine Bedeutung in gebildeten Gemeinden längst verloren, weil G. f. D. die musikalische Geschmacksrichtung eine edlere geworden ist. — In jedem Falle ist jedoch diese Novität beachtenswerth und dieselbe wird auch erbaulich wirken, wenn der Vorbeter sich in den Geist der altjüdischen Sangesweise hineinzuleben versteht. In Summa: Anlage und Durchführung sind musterhaft und können wir diese Recitative bestens empfehlen. Es soll uns fteuen, Herm Collegen Sonntag recht bald auf diesem Gebiete wieder zu begegnen. AL T”. Die nächste Nummer erscheint am 15. Sept.

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