Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 19 (15.7.1892)
- Date
- 1892-07-15
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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nra jgKSBnsssnm Nr. 19 Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 7. Cleve, 13. Juli. Am 4. Juli Hat hier die Verhandlung gegen den des Kuabenmordes in Xanten ängeklagten Schlächter Buschosf begonnen. Bekanntlich wurde dieser Fall, über welchen in Ihren! Blatte bereits ausführlich berichtet wurde, von den Antisenriten als ritueller Mord ä. la Tisza Eszlar ausgerufen. Die zehntägige Ver- Handlung hat nun die volle Grundlosigkeit dieser Beschuldigungen ergeben. Oberstaatsanwalt Hamn! erklärte heute in längerer Rede, dass er Buschosf des ihm zur Last gelegten Verbrechens nicht nur für nicht überführt erachte, sondern dass er dessen Unschuld für nachgewiesen halte. Gr beantrage aus voller Ueberzeugung das ״Nichtschuldig". Die Geschworenen verneinten in diesem Sinne die Schuldfrage, und Buschosf sammt Frau und Tochter wurden von! Gerichtshöfe freigesprochen. Altona. Zwei Delegirte der hiesigen Gemeinde hatten vorige Woche beim Minister des Innern Audienz, in der sie die Bitte vortrugen, die von der Gemeinde mit überwiegender Majorität vollzogene Wahl des Dr. Nosenfeld aus Ungarn zum Oberrabbiner zu bestätigen. Der Minister des Innern theilte den Herren mit, dass nahezu 70 Neichsangehorige zum Theil stellenlose, zum Theil in kleineren Stellen sich befindende jüdische Beamte sich schon früher mit der dringenden Bitte an ihn gewandt hätten, fortab der Wahl eines Ausländers zum Rabbiner die Bestätigung zu versagen. Er könne im Prinzip das Vorgehen dieser Beamten nur billigen, wolle jedoch die Altonaer Angelegenheiten nochmals in Erwägung ziehen. London. Wie bereits in voriger Nummer gemeldet wurde, treten Neformbewegungen innerhalb der verschiedenen jüdischen Synazogen mächtig hervor. Es wird öffentlich von den Kanzeln verkündet, dass die Gebete dem alten Ritus nach keine Andacht erwecken, zu lange dauern und der Zeit nicht entsprechen. Aus diesem Grunde fand jüngst unter Vorsitz des Chief-Nabbi Herrn Dr. Hermann Adler eine Rabbiner - Versammlung statt, die von sämmtlichen Gemeinden Englands beschickt wurde, um hierüber Berathungen zu pflegen. — Nach einer Mittheilung des ״Jewish Chronicle" hat der Chief-Nabbi > die Einführung eines gemischten Chores in der Hammerschmith-Cvnagoge gebilligt. Er hat dadurch gezeigt, dass er nicht!mehr auf dem Standpunkt des Schulchan Aruch steht und die berechtigten Forderungen der Zeit anerkennt. Amsterdam. Die junge Königin und ihre Mutter die Königin-Regentin besuchten die Hauptstadt der Provinz Friesland, Leuwarden. Der Oberrabbiner wurde in Audienz empfangen und war einer von den Gästen bei der Hoftafel. Spcciell für ihn wurden rituelle Speisen und Koscher-Wein besorgt und die Königin conferirte mit ihm den ganzen Abend. Union-Bank. Subscription auf die Prioritäten der Carl Ludwig-Bahn. Gestern ist der Prospektus für die Subscription auf die restlichen 14.66 Millionen Gulden vierpercentiger Carl Ludwigbahn- Prioritäten erschienen. Diese Obligationen werden zunächst den Besitzern der noch in Circulation befindlichen 4'/..percentigen Carl Ludwigbahn-Prioritäten zum Umtausche offerirt, und zwar werden Conversions-Anmeldungen vom gestrigen Tage ab bis zum 11. d. M. entgegengenommen. Die 4'/2percentigen Obligationen, welche mit den Coupons per 1. Jänner 1893 einzuliefern sind, werden zum Course von 100 und dagegen die neuen vierpercentigen Prioritäten, ebenfalls mit Coupons per 1. Jänner 1893, zum Course von 95.50 in Anrechnung gebracht, wobei der durch neue Stücke nicht ausgleichbare Restbetrag bar beglichen wird. Für die Bar-Subscribenten bleiben nur jene Obligationen übrig, die nicht auf dem Umtauschwege bezogen werden. K. k. Allgemeine österr. Bodencredit-Anstalt. Prioritäten-Conversion der Süd-Norddeutschen Verbindungs-Bahn. Der Prospectus für die Prioritäten-Emission der Süd- Norddeutschen Verbindungs-Bahn ist bereits zur Ausgabe gelangt. Die zur Begebung gelangende neue vierpercentige Anleihe im Nominal-Betrage vou 24 Millionen Gulden österreichischer Währ. Silber dient zur Conversion des sünfpercentigcn Prioritäts-Anlehens der Pardubitzer-Bahn, zur Refundirung der Investitions-Auslagen, und zur Zahlung eines Betrages von 206.000 fl. an die Staats- Verwaltung als Entschädigung für die dem Staate entgehenden Gebühren. Den Besitzern der fünfpercentigen Obligationen werden die vierpercentigen Prioritäten zum Umtausche angeboten; gleichzeitig wird ein Betrag von 4-5 Millionen Gulden der neuen Prioritäten der Subscription gegen Baarzablung aufgelegt, und zwar werden Conversions-Anmeldungen von beute ab bis lö.d.M. und Zeichnungen gegen Bargeld blos Dienstag, den 19. d. M. entgegengenommen, und zwar: in Wien bei S. M. von Rothschild, bei der Allgemeinen österreichischen Bodencredit-Anstalt, bei der Oesterreichischen Creditanstalt, in Brünn, Lemberg, Prag, Trieft und Troppau bei den Filialen der Oesterreichischen Creditanstatt. Die Umtausch-Bedingungen sind aus der Kundmachung zu ersehen. Der Subscriptionspreis gegen B aargeld beträgt 95 Perc., zuzüglich der laufenden Stückzinsen von 1. d. M. ab. Geburtsscheine eventuell Altersnachweisungen zu Schuleinschreibuugeu. )Nachdem die Anforderungen um Ausfertigung von Geburtsscheinen eventuell Altersnachweisungen für schulpflichtig gewordene Kinder, behufs Einschreibung in die Schulen vor Beginn des Schuljahres, von Jahr zu Jahr derart zahlreich sind, dass das Matrikenamt der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde denselben nicht sofort Nachkommen.kann, werden die P. T. Eltern rc. in ihrem eigenen Interesse erinnert, schon jetzt solche Documente zu bestellen und auch in Empfang zu nehmen. Vom 15. August ab würde wenigstens 48 Stunden Zeit zur Ausfertigung der erwähnten Documente gelassen werden müssen. Wien, 30. Juni 1892. Die Seelsorge der israel. Cultusgemeinde Dr. Jellinek. Dem Herrn Jacques Kartschrnarosf, Obercantor in Totis, ist folgendes Schreiben zugekommen: Sebr geehrter Herr Obercantor! Der Festgottesdienst anlässlich des 25jährigen Jubiläums Sr. Majestät des Königs von Ungarn, dem Sie durch Ihre schöne Stimme, Ihre außerordentlich schöne Vortragsweise und den wohlorganisirten Chor die feierliche Weihe zu geben verstanden haben, veranlasst uns, gefertigte Gemeindemitglieder, Ihnen hiermit unsere vollste Anerkennung auszusprechen. Mit aller Hochachtung (folgen die NnterschriftenF Totis, am 24. Juni 1892. Herr Moritz Sonntag, Obercantor in Temesvar (Ung.), der Verfasser der im Vorjahre erschienenen, vou den Fachkritikern in ehrendster Weise gewürdigten Reeitative und Gesänge über 1Vla1uki0>. Sichronos, Schofros, hat eine weitere Serie in echt altjüdischem Style gehaltener, für Cantor, Chor und Orgel airangirrer Tempelgesänge für die Jomim nauroim geschrieben, und diese in einem auch in technischer Beziebung tadellos ausgestatteten Hefte herausgegeben. Dieses allen Berufsgenossen wärmstens empfohlene, 6 Piöaen und zwar: Un’sane tokef, uw’schofar goclol. kewakoras. b’rosch haschonoh, u'tschuwoh, ki ke’schimcho enthaltende Heft ist beim Verfasser ä 2 fl., eventuell beide Heske zusammen um 3 fl. erhältlich. Die P. T. Abonnenten werden dringendst ersucht, den ausständigen Absuncrnerrts-BeLrag umgehend au uns errrznssnden. Die nächste Nummer erscheint cm 1. August. D i e Ad m i u i st r a t i o n.