Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 16 (11.6.1892)
- Date
- 1892-06-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. gesanges haben, wie der ״Vieler An;." berichtet, einstimmig felgende Beschlüsse gefasst: 1. Behufs Anbahnung eines rationellen, auf die Naturanlage des Kindes gegründeten Schulgesangunterrichtes sind unverzüglich entsprechende, einheitliche Lehrmittel (Tabellenwerk, Gesangbuch) zu erstellen; 2. alljährlich (etwa im Monut September) soll ein Liederheft von ca. 2 Bogen Umfang erscheinen und zwar eines für Männerchor und ein solches für Gemischten und Frauenchor; in diese Hefte, welche den Vereinen möglichst billig verabfolgt werden, soll sowohl Altes wie Neues in passender Auswahl Aufnahme finden; 3. Die Herausgabe einer populär gehaltenen schweizerischen Zeitschrift über Volksgesang, welche namentlich die Interessen des Schulgesanges und des Volksgesanges zu vertreten hat; 4. die Ab- Haltung einheitlich organisirter, von Bund und Cantonen unterstützter Kurse zur Heranbildung tüchtiger Gesanglehrer und Volksgesang- Directoren; 5. eine zeitgemäße Reform des Gesangvereins- und Gesangfestwesens und 6. Die Gründung eines schweizerischen Volksgesangvereines. Eine in nächster Zeit abzuhaltende größere Versammlung wird über die Thesen engiltig berathen und Beschluß fassen. Basel. Der Centralvorstand des schweizerischen Thierschutz- Vereines sammelt Unterschriften für ein Volksbegehren, welches als Artikel 25 bi8 in die Bundesverfassung ausgenommen und solgenden Wortlaut haben soll: ״Das Schlachten der Thiere ohne vorherige Betäubung vor dem Blutentzuge, ist bei jeder Schlachtart und Viehgattung untersagt." Die ״Basler Nachrichten", welche der Schächtfrage in vollkommener Objectivität mehrere Artikel gewidmet hat, macht zu dieser Agitation folgende Bemerkungen: ״Es sind verschiedene schwerwiegende Gründe, die auch den entschiedenen Gegner des Schächtens vom Unterzeichnen der Unterschriftenbogen abhalten sollten. Niemand wird bestreiten wollen, dass auch die Juden sich in dieser Frage den Anschauungen der weitaus großen Mehrzahl ihrer Mitbürger unterzuordnen haben; der schwerste Vor- Wurf, der gegen die jüdische Orthodoxie erhoben werden kann, besteht ja-gerade darin, dass sie in religiösen Dingen die fortschreitende Entwicklung leugnet und Glaubensvorschriften aufrecht halten will, die von der Zeit längst überholt worden sind. Allein das neueste Volksbegehren trägt allzusehr den Stempel religiöser Voreingenommenheit an sich, auch wenn es noch sehr beteuert, dass es lediglich im Interesse des Thierschutzes gestellt wurde; es weckt den in einem großen Theil des Volkes schlummernden Geist des Antiseinitismus, und man wird auch nicht bestreiten können, dass es die Aussicht auf Erfolg einzig und allein einer Empfindung verdankt, die mit der Frage selbst nichts zu schaffen hat. Es ist dem gegenüber geradezu eine Pflicht, die judenfeindliche Gesinnung gewisser Volkskreise nicht noch zu mehren. Handelt es sich wirklich blos um den Thierschutz und nichts anderes, so genügt es zur Erreichung des Zweckes, die bestehenden Vorschriften gegen Thierquälerei zur Geltung zu bringen und sie allenfalls noch zu vermehren. Das kann aber in einem bloßen Polizeireglement oder in einem Nachtrag zum Strafgesetz geschehen. Ein solches Verbot darf niemals zu einer Grundlage unseres Staatsrechtes proclamirt werden." Parts. An einer jüngst von Drumont und dem Marquis de Mores einberufenen antisemitischen Versammlung nahmen einige Hundert Studenten Theil. Es wurde eine Tagesordnung angenommen, worin die antisemitische Bewegung gebilligt wird. Hierauf veranstalteten gegen 100 Studenten vor der Redaction des Blattes ״Freiwort" eine Kundgebung. New-Aork. Ein russischer Emmigrant, Isaak Salins ki, kam am 27. April, fast aller Geldmittel entblößt und nur von einem kleinen Hunde begleitet, nach Ellis Island. Wegen seiner Mittellosigkeit wurde er von den Einwanderungs-Behörden angehalten und würde wahrscheinlich auch zurückgeschickt worden sein, wenn nicht ein wunderbarer Zufall ihn gewissermaßen unabhängig gemacht hätte. Sein einziger Gefährte warf Junge, unter welchen sich eines mit zwei vollständig ausgebildeten Leibern, aber nur einem Kopfe befand. Die Doppelbildung begann ungefähr 2/ז Zoll unterhalb der Schultern. Die übrigen Jungen waren tobt und nur diese Mißgebürt war merkwürdiger Weise wohl erhalten. Der Besitzer eines Museums in New-Nork bot dem Eigenthümer des Hundes noch cm demselben Abende eine Summe für dieses Naturwunder, die völlig Seite 7. ausreichte, seine Rückreise von Ellis Island ohne weitere Belästigung von Seiten der Behörden antreten zu können. Salinski war ein russischer Flüchtling, welchem sein Hündchen aus der mühseligen Reise nach Amerika stets treu zur Seite geblieben war und nun zum Retter in der Noth wurde. Chicago. Der Plan, ein wallisisches Sängersest während der Chicagoer Ausstellung abzuhalten, ist von den wallisischen Vereinen Amerikas mit Begeisterung ausgenommen worden. Der Preis für das beste Lied soll Doll. 3000 betragen. Auch ein Religions- Congreß wird während der Ausstellung tagen, und die Delegirten wollen auch in der Stadt Predigten halten. Hnblikaiism« des österr.-mgar. Ga«ioren.Uerei«es. Verzeichnis der Mitgliedsnnd Pflichtbeiträge. Weiß, Tobitschau 3 fl.: Kohn, Janoshaza 1 fl. 50 kr.: Bauer, Wien 1 fl.; Hirsch, Wien 2 fl.; A. Rotter, Wien 2 fl.: Büßgang, Zwittau 6 fl. 50 kr.; Friedländer, S.-Bolhas 1 fl. 50 kr.; Schrecker, Jungbunzlau 3 fl.; Fleck, Wien 3 fl.; Schlesinger, Mislitz 3 fl.; Butter, Neu-Oetting 4 fl. 50 kr.; Grünselb,. Wien 3 fl.; Kornitzer, Wien 3 fl.; Kohn, Kanitz 3 fl.; Schischa, Wilhelmsburg 1 fl. 50 kr.; Gruschka, M.-Kromau 1 fl. 50 kr.; Stern, Wien 3 fl.; Löwy, Neumark 1 fl. 50 kr. Den Pflichtbeitrag für die Wittwe Popper, Kohljanowitz haben eingesendet: D. L. Rotier, Wien; Schiller, Wien; Peterselka, Wien; Singer, Wien; Bauer, Wien; Grünfeld, Wien; Hirsch, Wien; A. Rotter Wien: Blatt, Wien; Kornitzer, Wien; Büßgang, Zwittau; Stein, Postelberg; Saller, Szeleskuty; Rotter, Polna; Schrecker, Jungbunzlau; Hahn, Teschen; Brunner, Jglau; Rosenfeld, Pisek; Singer, Neubidschos; Lederer, Tetschen; Reiser, Neuern; Jellinek, Mistelbach; Blum, Schlan; Körner, Smichow; Lemberger, Kuttenplan; Pollak, Vlassim; Löwy, Neunkirchen; Freisinger, Pilsen; Popper, Eger; Lederer, Eger; Neumann, St.-Pölten; Teltsch, Stockerau; Kohn, Kanitz; Schischa, Wilhelmsburg; Kohn, Janosham; Bermann, B.-Leipa; Thaler, Oedenburg; Weiß, Tobitschau; Schlesinger, Mislitz; Klein, Budweis; Gruschka, Kronau; Grünberger, Prerau; Herz, Prerau; Friedländer, S.-Bolhas; Kraus, Prag; Blau, Esseg; Rosenberger, Komotau. M. Blatt, Caffier, II., Tempelgasse Nr. 3. D6va. Vorbeter, Schochet Mohel, Religionsunterricht in unteren Classen und Schriftführer. Besetzung pr. September. Einreichung Ende Juni. Gehalt 500 fl. Wohnung, halbe Schechita und Emolumente. Kronstadt. Tempeldiener, Vorbeter und 801100116t. 400 fl., Wohnung. Gyltla. Cantvr, geb. Ungar, angenehme Stimme, musikalische Bildung, Schnellet und Kore. Gehalt 800 fl., Wohnung und Emolumente. Gesuche Ende Juni; Besetzung 1. September. Polgärdi (Smhlweißenburger Com.). Vorbeter, 801100116t und Koro. Gehalt 350 fl., 25 fl. Holzpauschale. Besetzung 1. Juli. Paks. Schochet, Kore, Pasten er und Vorbeter, Notariat in ungarischer Sprache zu führen. Gehalt 500 fl., freie Wohnung und Emolumente. Besetzung 15. Juli. Kaffejowitz (Böhmen). Schulleiter, Vorbeter und Neligionslehrer. 700 fl. Gehalt, Wohnung, Nebeneinkommen, pr. 1. November. — Anmeldungen an I. Löwy, Cultusvorsteher. Wodnian (Böhmen). Lehrer, Cantor und Koro. 600 fl., Wohnung, Emolumente. Besetzung 1. September.