Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 15 (1.6.1892)
- Date
- 1892-06-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Canioren - Zeitung. Pränumerations-Preis. FürCantoren u.CultuSbeamte in Oesterreich-Ungarn Ganzjährig.fl 4.— Halbjährig.fl. 2.— FürCantoren u.Cultusbeamte - im Ausland Gail^khrig^. .... 8 Bkark oder 4 Rubel. Für Private nnd Institute Ganzjährig.fl. 6 — Central-Organ für die Interessen der Cantoren und Cultusbeamten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Hledaclion Admiui-tratiou Wien II. Novaragnjse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Mamncripte werden nicht retournirt. Abonnementsn. ^ZnsertionSbetrage sind in Wien zahlbar. Mr. 15. Wien, 1. Juni 1892. 12. Jahrgang. Nustk- und Theater-Ausstellung Musik-Repertoire vom 31. Mai bis 9. Juni. Dienstag den 31. Mai, Abends 8 Uhr, im Vortragssaal der Rotunde: Erster Kammermusik-Abend des Quartetts Ross. — Donnerstag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, in der Musikhalle: . Populäres Symphonie-Concert des Ausstellungs-Orchesters. (Tisch- Aufstellung.) — Freitag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr: Drittes *Historisches Concert (Ambrosius-Verein.) — Samstag, den 4. Juni, Abends 8 Uhr, in der Musikhalle: Populäres Sumphonie-Coneert des Ausstellungs-Orchesters. (Tisch-Aufstellung.) — Sonntag, den 5. Juni, Abends 8 Uhr, in der Musikhalle: Concert der Marine- Eapelle. — Montag, den 0. Juni, Abends 8 Uhr, in der Musik- Halle: Coneert der Marine-Capelle. Mittwoch, den 8. Juni, Abends 8 Uhr, im Vortragssaal : Viertes Historisches Concert. (Wiener Sing-Akademie.) — Donnerstag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr, in der Musikhalle: Symphonie-Coneert unter Leitung des Herm Camille Saint-Saens aus Paris. (Sessel-Aufstellung.) Der Kartenverkauf zu allen in der Ausstellung veranstalteten Concerten erfolgt in Gutmann's Hof-Musikalien׳Handlung (Opernhaus) von 9 bis 2 Uhr. Gesang und Mnftk zur Zeit des Talmud. Ein Beitrag zur Geschichte dieser beiden Künste. Von Dr. M. Grün w a l d, Rabbiner in Jnngbunzlau. III. Was nun immer die Magrepha') für ein Musikinstrument gewesen sein mag, so viel steht fest, dass dasselbe einen weithintonenden, laut vernehmbaren Klang hatte und die Leviten berief, zur Verherrlichung des einig-einzigen Gottes ihre Stimmen erschallen zu lassen. Kaum war dieser Magrepha-Klang verstummt, so erhob sich schon der ־כרוז) (der Herold), der mir seinem ') Wir behalten uns sür den S ch l u s s unserer Arbeit vor, die von den geschätzten Mitarbeitern dieses Blattes gemachten Einwände betreffs der Jdentificirung von Magrepha mit Orgel näher auseinanderzusetzen. -) Bei den Arabern, wie bei den Mohamedanern überhaupt noch heute üblich; und zwar ist dies der Muezzin. tiefen Bass ries: ״Tretet, Ihr Leviten, zum Gesänge zusanrmen!" Und freudig erfüllten die stimmbegabten Jünger den Ruf des Herold tmd strömten herbei aus allen Enden des Tempelgebäudes zum Chor, das aus 15 Stufen am Eingänge von der זדת נשיים> (der Halle für die Frauen) in den Männervorhof angebracht war.') Und diese 15 Stufen — 15 in der Zahl das den Namen Gottes bezeichnet — sie wurden mit Psalmliedern erfüllt, mit Liedern voll Heldenmuth und Gottergebenheit, wie sie keine andere Litteratur mehr enthält, und die heute noch bei der Messe eine Hauptrolle spielen, wie überhaupt selbst das Wort ״Stufe" ״rad 11 s für die Messe von Belang ist. (Vgl. meine Schrift ״lieber den Einfluss der Psalmen auf die Entwicklung der katholischen Liturgie mit steter Rücksichtnahme auf die tatmudisch-midraschische Litteratur." Frankfurt a. M. 1890—91 bei I. Kauffmann.) Wir kennen es uns nicht versagen, weil es zu sehr für den jüdischen Geist bezeichnend ist, den ersten und letzten Stufengesang (Psalm 120 und Psalm 134) hier im deutschen Gewände wiede^ugeben. Auf der ersten Stufe stehend, sangen die Leviten: ״Zum Ewigen in meiner Bedrängnis ruf' ich, und er erhört mich. O Ewiger! Nette meine Seele von der Lippe der Lüge, von trügerischer Zunge. Was schenkt Dir denn und was mehrt Dir denn die trügerische Zunge? Wie die Pfeile eines Helden, die geschärften, samnit den Kohlen der Nethamim. Wehe mir, dass ich geweilt in Meschech, gewohnt bei den Zelten Kedars, dass so lange Zeit gewohnt meine Seele bei den Feinten des Friedens. Ich brauche Frieden, und ob ich auch rede, sie wollen Krieg." Und der Schlusspsalm (auf der 15. Stufe) lautet: ״Wolan, preiset den Ewigen, all Ihr Knechte des Ewigen, die im Hause des Ewigen stehen in den Nächten. Erhebet Euere Hände zum Heiligtume und preiset den Ewigen. Es segne Dich der Ewige von Zijon, der Schöpfer des Himmels und der Erde!" ') Vgl. Grätz' Gesch. d. Jud. III, 1 p. 108 £