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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-05-11 · Heft 13 (11.5.1892) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 13 (11.5.1892)
Date
1892-05-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Nr. 13 Unterrichtsminister Grafen Csaky übergeben. In der Stiftungsurkunde ist auch das Curatoriuni ernannt. Dasselbe besteht aus dem jeweiligen Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde und einigen hervorragenden hauptstädtischen Persönlichkeiten, unter denen sich auch der Oberstaatsanwalt Koznia, ein langjähriger Freund Freystädters, befindet. Der Gnmd, weshalb die Million beim Minister deponiert rvurde, scheint darin zu liegen, dass Freystädter hieniit die eventuelle Anfechtung dieser Verfügung nach seinem Tode erschweren wollte. Das zu errichtende Gymnasium wird keinen rein eonsessionellen (Charakter!ragen und werden in demselben auch Schüler anderer Consesfion Ausnahme sinden. Lemberg, 3. Mai. Aus Narajow wird berichtet, dass dort antisemitische Crcesse entstanden. Unter den Bauern wurde das Gerücht verbreitet,, dass die Juden den römisch-katholischen OrlSpfarrer Jemiolo mißhandelt hätten. Dreitausend Bauern stürzten sich auf die jüdischen Trvdlerhallen und Verkaufsbuden, in denen sie die Waaren vernichteten und Alles von oberst nach unterst kehrten. Die jüdischen Bewohner des Ortes schlossen ihre Läden und verrammelten ihre Wohnungen. In den jüdischen Wohnhäusern wurden sämnüliche Fensterscheiben zertrümmert. Erst der Gendarmerie gelang es, die Ordnung wiederherzustellen. Lemberg, 9. Mai. Aus Warschau wird dem ״P rz e g l o n d" telegraphirt, gestern habein Charkow, Kursk, Moskau und anderen russischen Städten neuerlich eine M a s s e n a u s w e i s u n g von Juden mit unnachsichtlicher Strenge begonnen.' Berlin. Von officiöser Seite verlautetet, dass in den allernächsten Tagen der ״Reichsanz." eine Erklärung des Kriegsministeriums bringen werde über die Diefultate der infolge der Ahlwardt'schen Schmähschüft gegen die Gewehrfabük von Loewe <L Comp, eingeleiteteu Untersuchung. Die bisherigen Untersuchungen ergaben die absolute Lügen- Hastigkeit der ausgestellten Behauptungen. Auch soll gegen den antisemmichenOberlehrer Förster als LandwehroMer wegen dessen bekannter Aeußerungen in dieser Sache disziplinarisch vorgegangen werden. Zürich. (Bischof Ketteler über den Religionsunterricht in der Volksschule.) Am 20. September 1848 hielt im Frankfurter Parlamente bei Gelegenheit der Berathung des 'Artikels 4 der Grundrechte des deutschen Volkes betreffend die Volksschule der Abgeordnete Pfarrer v. Ketteler, der nachmalige Bischof von Mainz, Verfechter des UnsehlbarkeirsdogmaS und Mubegründet der Centrumspaüei (P 1877), eine Rede, welche zu lesen gerade jetzt von großem Interesse ist, nachdem die von der Centrumssraction lebhaft unterstützte Vorlage eines neuen Volksschulgesetzes für das deutsche Reich glücklicherweise an dem energischen Proteste aller freisinnigen Elemente gescheitert ist. Laut der ״Deutschen Lehrerzeitung" vom 20. März abhin sagte v. Ketteler unter Anderem: ״GS gibt einen Weg, wo Sie Jedem das Recht gewähren, nach!einer Ansicht seine Kinder zu erziehen, und dies Recht sind Sie verpflichtet, jedem Familienvater in Deutschland zu gewähren und zuzusichern, wenn Sie nicht in die heiligsten Menschenrechte eingreifen!vollen. Ich will, dass dem Ungläubigen gestattet sei, seine Kinder im Unglauben zu erziehen; es muß aber auch dem strengsten Katholiken gestattet sein, sie katholisch zu erziehen. Der Staat mag eine bestimmte Stufe formaler Geistesbildung von jedem Staatsbürger sordem, darüber hinaus hat er aber kein Recht. Die Richtung angeben, worin der Vater seine Kinder erziehen lassen soll, das wäre Tyrannei, der schmachvollste Absolutismus. Sie müssen die Volksschule in die Hände der Gemeinde legen. In dieser flnden sich nicht die grellen Gegen,ätze, wenigstens nicht m der Regel, die man im ganzen Staat vorflndet. Die Majorität der Familienväter in der Gemeinde mag dann entscheiden, in welchem Geiste sie die Gemeindeschule einrichten will. Will sie dann die Schule von der Kirche trennen, so hat sie das Recht dazu; will sie dagegen sie mit der Kirche verbinden, gut, so thue sie es; sie übt da nichts Anderes, als das Recht, das sie in Anspruch nehmen muß, über die Erziehung ihrer Kinder. Die Berufung der Lehrer muß ein für alle Mal in die Hand der Gemeinde gelegt werden, und sie allein hat das Recht zu entcheiden, die Gemeinde sage ich, nicht die Kirche; sie entscheidet, m welches Verhältnis sie ihre Schule zur Kirche setzen will." Was sagen unsere Uttramotanen zu dieser Rede ihres ehemaligen streitbaren Seite 7. Kempfers? Wahrlich, da heißt es eben auch, wie bei mehreren unserer schweizerischen Apostaten: Tetnpora mutantur et nos mutamur in 11118! H. HMKatiotM des österr.-ungar. €ccnioxen~%exam. Den P. T. Mitgliedern wird hiemit bekannt gegeben, dass das berufsunsähig gewordene Vereinsmitglied, Cantor I. Popper in Kohljanowitz, für welchen die Einsendung des Pflichtbeitrages bereits in voriger Nummer der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung ausgeschrieben wurde, gestorben ist. Da der dem Verblichenen bewilligte Jnvaliditätsbeitrag nunmehr der irr arger Roth zurückgelassenen Witwe zufällt, werden die Vereinsmitglieder ersucht, den in 8 14 unserer Statuten normirten Pflichtbeitrag umgehend an den VereinSeassier einzusenden. Durch Vermittlung des Herrn Collegen, Obereantor Menkes, sind aus Strakonitz folgende Jahresspenden eingelaufen: Cultusgemeinde 5 fl.; Chewra-Kadischa 5 fl.; Frauen-Verein 5 fl. Den geehrten Spendem wird hiemit der innigste Dank erstattet. Der Vorstand des österreich.-ungar. Cantoren-Vereines. Verzeichnis der Mitgliedsnnd Pflichtbeiträge. An Mitgliedsbeiträgen sind ab 1. Jänner a. c. an die Vereinscassa eingelaufen: Singer, Wien 5 fl.; Löw, Jglau 3 fl., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.); Rosenberger Komotau 1 fl. 50 kr.; Friedländer, S. Bolhas 1 .fl. 50 kr.; Rosner, H. Mestec 0 fl.; Lederer, Letschen 3 fl.; Saller, Breitenbrunn 1 fl. 50 kr.; ׳Rosenseld, Pisek, 3 fl.; Singer, Neubidschow 3 fl.; Reiser, Neuern 0 fl.; HaaS, L. Szt. Miklos 1 fl. 50 kr.; Neumann, St.- Pölten 3 ft.; Blum, Schlau 1 fl. 50 kr.; Stransky, Wien 2 st., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.); Freisinger, Pilsen 3 fl.; Posamentir, Humpoletz 3 fl., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.); Peterselka, Wien 4 fl. 50 kr., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.; Lemberger, Kuttenpflan 3 fl.; 'Nähnadel, Pardubitz, 2 fl.; ׳Nußbaum, Holleschau 8 fl., (Pflichtbeitrag Beutler 1 st.): Düumann, Wien 4 fl. 50 kr., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.); Popper, Egger 3 st.; Büßgang, Zwittau 6 fl. 50 kr.; Baßl, Wien 4 fl.; Götz, Puklitz 5 fl.; Rosenfeld, 'Nemetujvar 3 ft.; Pollak, Wlaschim 3 fl.; Bermann, B. Leipa 1 fl. 50 kr.; Steiner, Gr.-Meseritsch 3 fl.; Kraus, Prag 3 fl.; Friedmann, Kapuvar 2 fl., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.); Stein, Postelberg 3 fl.; Kohn Janoshaza 1 fl. 50 kr.; Kohn, Tucap 6 fl. 50 kr.; Neumann, Ob.-Hollabrunn 1 fl. 50 kr.; D. L. Rotter, Wien 3 fl.; Klein, Budweis 7 fl.; Schischa, Wilhelmsduxg 1 fl. 50 kr.; Kohn, Lundenburg 8 fl. 50 kr.; Grünseld, Wien 3 fl.; Löwy, 'Neumark 1 fl. 50 kr.; Kohn, Tucap 6 fl. 50 kr; Friedmann, Kapuvar 2 fl.; Herz, Prerau 3 fl.; Grünberger, Pverau 3 fl.; Blau, Essegg 3 fl.; Heymann, Amsterdam 4 fl. 92 kr.; Bauer, Wien 2 fl.; Blatt, Wien 3 fl.; Gruschka, Kromau 1 fl. 50 kr.; Schönseld, Tab 2 fl. 50 kr.; Grünhut, Gran, 3 fl.; 'Rotter, Polna 3 fl.; Friedmann, Kapuvar 2 fl.; Saller, Breitenbrunn 1 fl. 50 kr.; Blum, Schlau 1 fl. 50 kr.; Körner, Smichow 3 fl.; Rosenberger, Komotau 1 fl. 50 kr.; Bermann, B. Leipa 1 fl. 50 kr.; Kohn, Nakonitz 4 fl. 50 kr.; Hahn, Teschen 2 fl. 50 kr.; Weiß, Brandeis a/E. 3 fl.; Feldbauer, Semlin 7 fl. 50 kr., (Pflichtbeitrag Beutler 1 fl.); 'Neumann, Hollabrunn 1 fl. 50 kr.; ׳Näh nadel, Pardubitz 2 fl. 50 kr.; Schlesinger, Wien 3 fl.; Papo, Wien 3 fl.; Singer, Wien 2 fl. 50; Teltsch, Stockerau 4 fl. 50 kr. (Foüsetzung in nächster ׳Nummmer.) M. Blatt, Cassier, II., Tempelgasse Nr. 3. Korrespondenz der Redaction. D. in G. Wollen Sie sich direcr wegen ׳Anschaffung des Drnatcs vertrauensvoll an Herrn M. Goldberg (Siehe Jnferatenfeire) wenden. Br. in T. Die angefragte Stelle war nicht ausgeschrieben.

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