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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-05-11 · Heft 13 (11.5.1892) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 13 (11.5.1892)
Date
1892-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Prännmerakions-Prois. FürCantorenu.Cultnsbcamte in Oestcrreich-Nugarn Gau.jährig . . . . . st 4.— Halbjährig . . . .; fl 2־.— FiirCmrtoren u.Cultusbeamte י im Slnsland || Ganzjährig 8 Mark oder 4 Rubel, jj Für Private und Jnstitntc! ^an-läi-.^. . . . : . fl. 6 — Osntral-Orssan die Interessen der Eantoren und Enltnsbeamten. 'NedacLion Administration Wien II. Novnrnanjse Nr. 27 Erscheint jeden; e h n t e n Tag Begründer: Obercantor laoob Vausn. Inserate werden billigst berechnet. Mau:׳scripw werden nicht retournirt.! Abonnementsu. Jusertions-!! betrüge sind in Wien zahlbar. ■ j Ur. 13. Wien, 11. Mai 1893. 13. Jahrgang. Mira. 11. Mai 1893. Die Mnftk- und Theater-AussteUnng in Wien. I. Samstag den 7. Mai ist die unter bent Protectorate Sr. kais. Hoheit Erzherzog Carl Ludwig stehende internationale Aus- Ausstellung für Musik- und Theaterwesen durch Se. Majestät den K a i s e r üD'seierlicher Weise eröffnet 'worden. Zn den weiten Räumen des Iiotundenpalastes, wo in kurzer Aufeinanderfolge der eifrige Wettkampf auf dem Gebiete der Industrie und Landwirthschaft dem staunenden Besucher vor Augen geführt wurde, schwingt nun die älteste und populärste der Künste ihr siegreiches Szepter. Ursprünglich in ganz bescheidenem Rahmen von der ebenso genialen als kunstsinnigen Fürstin Mettern ich zur Eentennarfeier von Mozarts Todestag (18ll1) geplant, nahm das Unternehnren schon nach den ersten Ansätzen immer größere Dimensionen an und wuchs so zu einer 'Ausstellung heran, die mit vollstem Rechte eine internationale genannt werden darf; denn sie bietet uns in systematischer Anordnung ein wirkungsvolles Bild der Entwicklung der Musik, der.dramatischen Kunst und ihre Behelfe von den ältesten Zeiten an, durch die 'Reihen der ersten Eultur- Völker bis auf unsere Tage. Ehre und Anerkennung gebührt darum allen jenen Factoreu, die das schöne und herrliche Werk geschaffen, der Fürstin M e tt e r n i ch, der Gräfin Kiel m a n s e g g, dem Präsidenten der Ausstellung Markgrafen Pallavieiui, dem rührigen Ausstellungsleiter Dr. Anspitzer und allen Herren und Damen, die viele Monate hindurch ihr ganzes Thun und Denken für das Gelingen der Ausstellung eingesetzt haben. Einen der werthvollsten und seheuswürdigsten Theile der Ausstellung bildet die musikhistorische Abtheilung, um welche sich der Borstand derselben, Professor Dr. Guido Adler, hervorragende Berdienste erworben hat. Dr. Adler ist außerordentlicher Professor an der philosophischen Facultät der Prager deutschen Universität und hat in verhältnismäßig jungen Jahren (geboren 1855 zu Eibenschitz in Mähren) einen wohlgegrüudeteu Ruf als Musikhistoriker ersten Ranges erl angt. Er ist der Verfasser zahlreicher musikwissenschaftlicher Werke, ״Studien zur Geschichte der Harmonie", ״Die historischen Grundclassen der christlich abendländischen Musik" rc., gibt seit sieben Jahren in Gemeinschaft mit Professor Spitta und Dr. Chryfand er die vierteljährige ״Zeitschrift für Musikwissenschaft" heraus und arbeitet gegenwärtig im Aufträge des Ministeriums für EultuS und Unterricht an den Kaiserwerkeu, deren I. Band bereits erschienen ist. Welcher Reichthum an Wissen, welcher Ausivand von Thalkrast gehörte dazu, um von überall her die zahlreichen werthvollen Objeete zu erlangen und diese daun einem streng wissensebasklichem Lvsteme einzufügen? Und rhatsächlicb bat auck Se. Majestät der K a i s e r bei seinem Nundgange durch die musikhistoristbe Abtbeilung dem genannteu Forscher seine besondere Anerkennung über das gelungene Arrangement zu wiederholten Malen ausgesprochen. Man darf sich jedoch nicht zu der Annahme verleiten lassen, dass die Musik-Ausstellung nur für den Fachmann Interesse hat. Abgesehen von dem unermesslichen Schatze reicher Belehrung und künftlerischer Anregung jeder Art sind so viele Anlässe zur sinnigen Zerstreuung gegeben, dass jeder gebildete Laie mit vieler Befriedigung den Ausstellungspalast in der 'Rotunde und die zahlreichen Pavillons um dieselbe verlassen wird. Aus die einzelnen Details der Ausstellung, aus die verschiedenen werthvollen Objeete derselben werden wir noch des Oeftern zurück^ kommen, denn es wäre geradezu unmöglich, mit einem Ueberblicke all das Schöne und Merkwürdige zu bewältigen: für heule möchten wir blos die gesammten Fach- und Eollegenkreise aus die Aue stellung aufmerksam'machen und wir stimmen dem Ausspruche eines hervorragenden Musikers bei, der da sagte: ״Die internationale Musik- Ausstellung in Wien ist nicht nur eine A u s st e l l u n g, sondern ־ eine Musik-U niversität, und Jedermann, dem nur einigermaßen Sinn und Interesse für Musik, Gesang und dramatische Kunst gegeben ist, möge es nicht unterlassen, an dieser durch das Zusammenwirken hervorragender wissenschaftlicher und künstlerischer Persönlichkeiten so rasch entstandenen Hochschule Belehrung und Anregtcng zu eigenen! Wirken und Schaffen zu suchen."

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