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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1891-09-11 · Heft 23 (11.9.1891) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 23 (11.9.1891)
Date
1891-09-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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״Ihre von guten Wünschen begleitete Huldigung nehme ich gern entgegen und, indem ich Vertrauen in Ihre treuen und patriotischen Gefühle setze, versichere ich Sie herzlich meines ferneren Schutzes und meiner ferneren Gnade." Stuhtweißerlörrrg. Eine interessante eherechtliche Frage soll demnächst durch das Cultusministerium zur Entscheidung gelangen. Der Sachverhalt ist folgender: Ein jüdischer Gewerbetreibender verliebte sich in ein jüdisches Mädchen; da aber der Mann kein genügendes Einkommen hatte, konnten sie sich nicht ehelichen, sondern lebten ohne priesterlichen Segen mit einander. Der Vereinigung entstammte ein Kind, und der Mann sah nun ein, dass er das Kind durch die Heirat legitimieren müsse.. Er brachte die Angelegenheit in Ordnung, die Verkündigung erfolgte, der Tag der Trauung wurde festgesetzt und die Documente dem Rabbiner Dr. Steinherz zugeschickt. Dieser erklärte jedoch, er könne die Trauung nicht vollziehen, da der Bräutigam ein ״Cohanita" fei; ein solcher aber ein Mädchen, das bereits ein Kind habe, nicht ehelichen dürfe. Das hierüber entsetzte Paar eilte zum Bürgermeister mit der B!tte, er möge helfen. Der Priester muß wohl die formelle Ceremonie ablehnen, tragt aber die gesetzliche Verheirathung ins Matrikel ein, wenn ihn die politische Behörde dazu zwingt. Der Bürgermeister empfahl nun dem Paare, das Gelöbnis vor Zeugen abzulegen, und sagte ihm, um es vollständig zu beruhigen, es möge sich auch nach den Satzungen seiner Religion als Gatte und Gattin betrachten. Er werde dem Cultusminister über die Sache Bericht erstatten, und es sei zweifellos, dass die zwangsweise Jmmatrikulierung angeordnet werde. Ganz glücklich über den Bescheid, entfernte sich das Paar. Es erwartet jetzt mit Sehnsucht den Erlass des Eultusministers. München, 7. September. Der Historiker Professor Dr. G r ä tz aus Breslau, welcher bei seinem Sohne hier zu Besuch weilte, ist heute gestorben. Dr. Heinrich Grütz, Lehrer am jüdisch-theologischen Seminar in Breslau und außerordentticher Professor an der dortigen Universität, war ein halbes Jahrbundert hindurch auf theologischem und historischem Gebiete schriftstellerisch thätig. Sein Hauptwerk ist die ״Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart", von welcher er vor einigen Jahren eine abgekürzte volksthümliche Ausgabe veranstaltete. Er erreichte ein Alter von 74 Jahren. Magdeburg. Der ״Magdeb. Wochenschrift" geht aus Homburg folgende Mittheilung zu: Vorige Woche weilte Baron Hirsch einige Tage hier und besuchte den ebenfalls hier anwesenden Prinzen von Wales. Ich kann Ihnen als ganz authentisch mittheilen, dass in Sachen der Ansiedelung der auswandernden russischen Juden ein fester Plan noch gar nicht existirt. Die Mitglieder des Berliner Eentral-Comitos, von denen man hin und wieder einem begegnet, der mit wichtig scheinender Verschwiegenheit glauben machen möchte, dass man im Schoße desselben bereits den richtigen Ausweg gefunden, aber noch geheim zu halten habe, stehen alle noch selbst ganz rathlos der Lösung der großen Aufgabe gegenüber. Zur Beschwichtigung der vielen Anfragen wird von Zeit zu Zeit irgendwelche Mittheilung von ihnen selbst in die politischen Zeitungen tancirt (oft als telegraphische Depesche aus fernem Orte, aber in Berlin fabricirt) die eben nur ein Fühler sein, oder die Verlegenheit, in der man sich befindet, verdecken soll. So vcrbreitete man von gewisser Seite, Baron Hirsch sei für die Ansiedlung in Syrien und Palästina (Oftjordanland) gewonnen. Das ist nicht wahr. Er hält vielmehr an Argentinien als Ansiedlungsplatz fest, woselbst aber die jüdischen Einwanderer nicht blos Ackerbau treiben, sondern auch große Fabriken errichtet werden sollen zur Herstellung von Fabrikaten des Landes. Doch bedürften alle diese Pläne noch der eingehendsten Prüfung, die ihnen gegenwärtig durch Sachverständige auch zu Theil wird. Die Parole lautet, dass die Auswanderung und Ansiedlung nur allmählich vor sich gehen könnte: מעט מעט אנרשנו מץ הארץ Wchter Wensionat. Die geschätzten Leser unseres Blattes, namentlich jene aus der Provinz, welche ihre Töchter zu höherer Ausbildung in die Residenz schicken wollen, machen wir auf das Tochter-Pensionat und Lehr- und Fortbildungs-Institut, Wien I. Franz-Josefs-Quai 31, aufmerksam. Unter der trefflichen Leitung der Frau Directrice Amalie T h i l o, die als Padazogin und Schriftstellerin sich eines hervorragenden Rufes erfreut, genießt dieses Institut, an welchem tüchtige Lehrkräfte Mitwirken, in den gebildeten Kreisen Wiens das beste Ansehen, und mit vollster Beruhigung können sorgsame Eltern ihre Tächter dieser Lehranstalt anvertrauen. Uuölicalionen des österr.-ungar. ßantoren-Dereines. Mitgliedsbeiträge ab 1. Juni: Jellinek, Mistelbach 3 fl.; Grünfeld, Wien 3 fl.; Löwy, B.-Neustadtl 1 fl. 50 kr.; Steiner, Gr.-Meseritsch 3 fl.; Götz, Puklitz 3 fl.; D. L. 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Wien 1 fl. 50 kr.; Thaler, Oedenburg 3 fl.;! Löwy, B.-Neustadtl 1 fl. 50 kr. P f l i ch t b e i t r ä g e für die Witwe des Vereinsmitgliedes j David Beutler in Au sch a Pr. 1 fl. ö. W.: Stein, Poftel j berg; Schrecker, Jungbunzlau; D. L. Rotter, Wien; Rotter,! Polna; Schischa, Wilh?lmsburg; Saller, Breitenbrunn-; Blau,! Esseg; Rosenfeld, Pisek; Reiser, Neuern; Bermann, B.-Leipa; j Körner, Smichow; Kohn, Kanitz; Pollak, Wlaschim; Löwy,! Nennkirchen; Blum, Schlan; Kohn, Kobersdorf; Rosenfeld,! Güssing; Kohn, Rakonitz; Freisinger, Pilsen; Rosenberger, Komotau; Singer, Neubidschow; Fischmann, Krumau; Hahn. Teschen; Gruschka, Kromau; Lederer, Eger; Popper, Eger; Götz, Puklitz; Brunner, Jglau; Kraus, Prag; Lederer, Tetschen;! Steiner, Gr.-Meseritsch; Butter, Neuötting; Teltsch, Stockerau; Singer, Wien; Popper, Koljanowitz; Nähnadl, Pardubitz; Lemberger, Kuttenplan; Klein, Budweis; Schlesinger, Mislitz; Kohn, Lundenburg; Haas, Lipto-St.-Miklos; Schiller, Wien; Neumann, St. Pölten; Grünfeld, Wien; Rosner, Herm.-Mestec; Jellinek, Mistelbach; Thaler, Oedenburg; Blatt, Wien; A. Rotter, Wien; Beinkeles, Wollin.! Ueberzahlungen sind eingelaufen von: Armin Freisinger,! Pilsen 2 fl.; Moriz Kraus, Prag 1 fl., was hiemit dankend J bestätigt wird. | Moriz Blatt, Vereinscassier, i 2/2, Tempelgasse 3. ״LA IGLE“ Französische Lebensversicherungs - Gesellschaft. Gewährleistungsfoncls: L2 3JTiIlio11e11 Frauos. Versicherungen auf Abu. Erleben in allen Combinationen. Leibrenten etc. Gewinnbetheiligung mit jährlicher Auszahlung. Direction für Oesterreich: k, Schottenring 14.

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