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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1891-07-21 · Heft 19 (21.7.1891) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 19 (21.7.1891)
Date
1891-07-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische Cantoren Prännmrrations-Preis. Kür tzantoreu und ßuttusöeamte in Hesterreich-Ztngarn Ganzjährig.fl. 4 — Halbjährig . . . . .fl. 2.— Kür ßanloren und ßuNusveamle im Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Kür private und Institute Ganzjährig.fl. 6.— Central-Organ für die Interessen der Cnntorrn und Culiusbeamlen. Erscheint jeden zehnten Tag. -- Begründer: Obercantor 3ao0d Lauer. Medacliorr Admmiüraliorr Wien H. Novaragasse Nr. 21. 3n fern te werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Abaunements- und Jnsertionsbe» trüge sind in Wien zahlbar. Ur. 19 Wien, 81. Juli 1891. 11. Jahrgang. Der Segen Abrahams und die israrlitildjcn Cuttusbeamtkn. Alles Gute, Schöne und Edle im menschlichen Leben hat fast immer seinen Ursprung in der Familie, denn Mann, Weib und Kinder bilden die erste und natürlichste Menschengruppe, in welcher die Quelle entspringt, aus der aller Einfluß auf das menschliche Streben, Schaffen und Wirken im engeren wie im weitesten Kreise fließt. Aus der Familiengrnppe kommen die edelsten Impulse, die zartesten und begeisterndsten Triebe für den Bestand und das Gedeihen des socialen Organismus und seiner Glieder: Individuum, Gemeinde und Staat. Kinder bilden deswegen nach ganz richtiger, Vernunft- und naturgemäßer Anschauung ״einen Segen Gottes", der umso vollkommener ist, je größer und^. ergiebiger er sich gestaltet. Er wird als der schönste Lohn für Tugend und Gottesfurcht dargestellt. Versuchen wir das an der Hand unserer heiligen Schrift, dieses ältesten und verlässlichsten Geschichtsbuches der Menschheit, uachzuweisen. Schon auf dem ersten Blatte dieses ״Erziehungsbuches für große und kleine Kinder", wie es Heine ' treffend nennt, steht als oberstes Sittlichkeitsprincip das Naturgebot der Fortentwicklung und Vervielfältigung der Menschen, das nach der großen Flut wiederholt wird. Unser Stammvater Abraham, der von irdischen Gütern so reichlich Gesegnete, der unter den angesehensten seiner Zeitgenossen als ״Fürst Gottes" galt, und um dessen Freundschaft Könige sich bewarben, sieht und fühlt sich trotz alledem in seiner Kinderlosigkeit arm, indem er klagt: ״Was gibst Du mir denn, o Gott, gehe ich ja kinderlos hin?" Da er aber des größten und reichlichsten Gotteslohnes würdig.ist, den er sich als wahrer ״Freund Gottes" verdient gemacht, so wird ihm die Verheißung eines leiblichen Sohnes und nicht nur zahlreicher leiblicher, sondern auch unzähliger geistiger Nachkommenschaft zutheil, so dass Völkerschaften und Könige von ihm entstehen sollen. Der erste Theil des Segens gieng durch seinen Sohn Isaak, durch seine Enkel Jakob und Esau und deren Nachkommen in Erfüllung; der andere Theil wurde, durch die Fonpflanzung der reinen Gotteserkenntnis durch Abraham und dessen Nachkommen erfüllt und harret noch der weiteren Realisirung. Der Besitz von Kindern ist daher unserer Religion gemäß ein Antheil an dem Segen Abrahams, der umso größer ist, je zahlreicher und je geeigneter sie find, die reine Gotteserkenntnis und wahre Gottesverehrung unter den Menschen zu verbreiten. Unserer Stamm-Mutter Rebekka wird beim Verlassen des Elternhauses der Segen ertheilt: .1221 אחותנו את היי לאלפי ״Unsere Schwester werde zu vielen Tausenden!" welche Segensformel heute noch bei unseren Bräuten zur Anwendung gelangt. Doch die Stamm-Mutter ist unfruchtbar und Isaak steht sich veranlasst, um sie von dieser Schmach, von diesem Fluche zu befreien, ihretwegen zu Gott zu beten, dass er ihr Kindersegen verleihe. Und welcher Neid und welcher Wetteifer der Kinder wegen gibt sich bei den-Stamm-Müttern Rachel und Lea kund. Die Rachel sagt zu Jakob: ״Schaffe mir doch Kinder, wenn nicht, bin ich einer T o d t e n gleich." Jakob aber antwortet: ״Bin ich denn an der Stelle Gottes, der dir die Leibesfrucht versagt hat?" Als sie aber den Josef bekommt, ruft sie freuden- und dankerfüllt aus: ״Gott hat meine Schmach von mir abgenommen!" Jakob spricht zu Esau die schönen, dankspendenden Worte : ״Die Kinder sind es, mit denen Gott seinen Diener begnadigt hat." Und derselbe Jakob klagt, obwohl er mit 13 Kindern gesegnet war, ״Ihr macht mich kinderlos", weil er wähnt, zu dem Verluste des Josef noch zwei Söhne preiszugeben. Und als Jakob seinen Enkeln den Segen ertheilt, so schließt er mit den Worten: ״ ,וידנו לר2 2קר2 הארץsie sollen sich mehren zur Menge im Lande". Dieselbe Formel gebrauchen wir heute noch, wenn wir am Thorairendenfeste unsere Kleinen zu Thora rufen, auch wenn unsere Großen und Kleinen des Nachts ihren Leib und ihren Geist Gott emvsehlen. Bei dem Bundesschlusse Gottes mit Israel durch Moses mussten auch die kleinen Kinder gegenwärtig sein; denn die Kinder sind nnierer erhabenen Religion gemäß die Stützen und Grundpfeiler, auf denen die hohe Mission Israels weiter gebaut werden soll. Deswegen ist auch geboten: ושננתם לבניך ודברת 2ם die Gottes lehre den Kindern einzuprägen und mit ihnen darüber zu jeder Zeit und bei jever Gelegenheit zu reden. Von der frommen Ehanna erzählt uns die Schrift, dass sie wegen ihrer Kinderlosigkeit gemüthskrank wurde, ״sie war MM

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