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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1891-07-01 · Heft 17 (1.7.1891) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 17 (1.7.1891)
Date
1891-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Cultusvorsteher Carl Steinschneider übernahm dieselbe und sprach im Namen der Chewra Kadischa, welche dem hochherzigen Spender eine prachtvolle Gedenktafel im Ceremoniensaale anbringen ließ, sowie im Namen der ganzen Gemeinde den Dank aus. Mit dem Kaisergebete, vorgetragen von Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Tauber, endete diese schöne Feier. Nicht unerwähnt darf bleiben, l ass dieser Übergabsfeier der Bürgermeister und die Gemeinderäthe der Stadt, sammt vielen Bürgern, Deputationen der Cnltus- und Chewra Kadischa-Gemeinden Preran und Kojetein sowie alle Herren Beamten der Gutmann'schen Herrschaft und sehr viele Fremde anwohnten, und es war der Andrang von Gästen und Zuhörern ein ungemein großer. Möge es vom Allerhöchsten beschlossen werden, dass die löbliche Cultnsgemeinde nicht viel Gebrauch von dem Hause machen müsse, den edelmüthigen und hochherzigen Spender, sowie dessen Hochwohlgeborene Familie aber erhalte der Allvater als Lohn hiefür,. zur Zierde der ganzen Indenschaft recht lange und vergnügt. Künfkirchen. Bei Gelegenheit des Besuches Sr. Masestät des Kaisers hatte eine Deputation des israelitischen Cultnsvorstandes Sr. Masestät die Huldigung dargebracht. Die Antwort des Kaisers auf die Huldigung der Deputation der israelitischen Gemeinde hatte folgenden Wortlaut: ״Gerne empfange Ich die Versicherung Ihrer Huldigung und Treue. Meine Macht und die vaterländischen Gesetze sichern'Jhnen, wie seder Confession in dieser Monarchie, Ihre staatsbürgerlichen Rechte und ich zweifle nicht daran, dass Sie unter diesem zweifachen Schutze auch fernerhin im friedlichen Zusammenleben, in Treue und Patriotismus mit allen Bewohnern des Landes wetteifern werden." Jinme. Der Deputation der israelitischen Gemeinde antwortete der Kaiser in italienischer Sprache: ״Mit besonderer Zufriedenheit nehme Ich den Ausdruck Ihrer Treue und Anhänglichkeit entgegen, welche Sie im Namen der hiesigen israelitischen Gemeinde zum Ausdruck gebracht haben. Ich iuteressire Mich lebhaft für Ihr Geschick, welches mit Gottes Hilfe unter den schützenden Fittigen unserer bestehenden, ans dem Principe der Gleichberechtigung der 'Confessionen anfgebanten Gesetze immer mehr anfblühen möge." Uadnitz. Das einmüthige Vorgehen zwischen Religionslehrer und Gemeinde, sowie das richtige Verständnis der Gemeinde für den schweren Beruf des Cnltusbeamten hat unsere Gemeinde in eclatanter Weise zum Ansdrucke gebracht. Unser geschätzter Cantor und Religions lehrer, Herr Sigmund Schrecker, der sich hier allgemeiner Beliebtheit erfreute, hat unsere Gemeinde verlassen, um einem Rufe der Münchengrätzer Cultusgemeinde zu folgen. Ans diesem Anlasse wurde am 23. v. M. eine Abschiedsfeier, verbunden mit einer Prüfung der Kinder aus der Religionslehre, veranstaltet. Nach stattgefnndenem Gottesdienste versammelten sich die Eltern der Kinder, sowie zahlreiche andere Gäste in dem mit Blumen reich decorierten Schulzimmer. Der Cultusvorsteher Herr Wilhelm Pollak eröffnete die Feier mit einer Ansprache, in welcher er seiner Freude über das zahlreiche Erscheinen der Gäste Ausdruck gab, und ersuchte sodann den Herrn Religionslehrer, die Prüfung vorznnehmen. Dieselbe umfasste die biblische Geschichte bis zum Tode Mosis, mit besonderer Berücksichtigung der Zehn-Gebote, und Uebersetzen verschiedener Gebete und einzelner Kapitel aus dem Pentateuch ins Deutsche. Nach Beendigung derselben ergriff Herr Postmeister Möller das Wort, hob die Verdienste des Herrn Schrecker betreffs des Religionsunterrichtes hervor, von welchen die präcisen Antworten der Kinder das beste Zeugnis geben, und, sprach ihm im Namen der anwesenden Eltern und Kinder den Dank aus. Ebenso wurde ihm Anerkennung und Dank seitens des Herrn Vorstehers im Namen des Vorstandes zntheil. Nachdem Herr Schrecker in einer längeren Ansprache von den Kindern Abschied genommen, sprach er auch dem Vorstande und den Gemeindemitgliedern für das ihm entgegengebrachte Wohlwollen den Dank aus. Zum Schlüsse der schönen Feier ermahnte Herr Pollak in einer längeren Ansprache an die Kinder dieselben, zur Treue, und Anhänglichkeit an unsern geliebten Kaiser, den Beschützer, und Förderer der Schule und Religion ohne. Unterschied des' Glaubens und brachte ihm ein begeistert aufgenommenes dreimaliges Hoch aus, worauf das Kaiserlied von.allen Anwesenden stehend gesungen wurde.. Die Feier dauerte 2^ Stunden. LemVerg. Wie dem Przeglond ans Odessa berichtet wird, hat dort der Delegirte des hochherzigen Baron Hirsch, Arnold White, gerade so wie in Kiew und B erd yts ch ew, über die Auswauderungs-Verhältniße der russischen Juden Erhebungen gepflogen. Er drückte die Ansicht aus, dass die jüdischen Emigranten als gesunder und kräftiger Menschenschlag beim Ackerbau ganz gnr Verwendung finden könnten. Die Beförderung einer gewissen Anzahl dieser bedauernswerthen Leute nach Argentinien würde sich, den guten Willen der russischen Behörden vorausgesetzt, mir Leichtigkeit bewerkstelligen lassen. Mr. White habe die Bemerkung gemacht, dass mir die unter den Russen lebenden Juden Auswandernngslust bekunden, dagegen wollen Juden in Gebieten mit überwiegend polnischer Bevölkenng Russland gar nicht verlassen. Wekovar. Unser Obercantor, Herr Marcus Friedrich, ist in gleicher Eigenschaft in Esfeg acceptirt worden und wird mit 1. Juli seine neue Stellung antreten. Kannover, den 22. Juni 1891. Es hat sich in hiesiger Gemeinde ein Comiä gebildet, welches den armen russischen Auswanderern Hilfe leisten wird Wie verlautet, sollen bereits mehrere recht große Summen gezeichnet worden sein. Athen. Die auf den jonischen Inseln, beziehungsweise Korfu und Zante eingetretene Beruhigung ist eine solche, dass eine Wiederholung der Unruhen nicht zu vermnlhen sei. Zuverlässige Personen, welche versönlich von der Sachlage sich überzeugten, versichern, dass wieder ganz normale Verhältniße znrückgekehrt seien. Dessenungeacheel dauert die fluchtartige Auswanderung der Juden in großem Maßstabe an. Zante ist von Juden ganz verlassen; man behauptet, dass nur zwei Familien zurückgeblieben seien. Aus Korfu sind nach übereinstimmenden Berechnungen 2500 von 7000 Inden, welche sich dort befanden, ansgewandert, und jeder abgehende Postdampfer nimmt neue Flüchtlinge auf. Unter den Answandernden befinden sich die wohlhabendsten und angesehensten Mitglieder der Korfioter Gemeinde. Petersburg. Die Special-Commission im Ministerium des Innern, welche mit der Beralhnng eines Gesetzes für die Regelung der Verhältniße der Juden in Russland betraut wurde, hat die bezügliche Vorlage bereits ausgearbeitet, so dass!ieselbe nunmehr im Reichsrathe zur Verhandlung gelangen wird. Die 38 Eingaben, in welchen fremde, bisher in Warschau und anderen Städten des Königreiches Polen ansässige und nunmehr ansgewiesene Juden um Verlängerung' der ihnen zur Abwicklung ihrer Geschäfte bewilligten Frist angesucht haben, sind sämmtlich abschlägig beschieden worden. Baltimore, 20. Juni. Der hiesige, allgemeine beliebte und hochgeachtete Cantor, Herr Alois Kaiser, wird Samstag den 27. Juni das 25. Jahr seiner amtlichen Wirksamkeit in unserer Gemeinde beschließen. Aus diesem Anlasse sind dem Jubilar mannigfache Ovationen zngedacht. College» l Die Wichtigkeit und Bedeutung eines cantoraken Jachvkaltes ist in letzter Zeit mehr denn je in ßviden; getreten, und darum sollte kein einziger unserer Standesgenossen in der Unterstützung «nd Jörderung unseres Unternehmens zurnckstehen. Anm Gedeihen eines Jach- Mattes ist jedoch die Bürrkllichkeit der Abonnenten eine «nbedingte Äothwendigkeit, deshalb richten wir zu Wegin» des III. Hnartales an Huch die dringende Mitte, das Abonnement umgehend z« erneuern und eventuelle Uückstände ehethunlichst zu begleichen. Die Administration. Mein AVerk 99 Hadras XSodesch hat sich schnell bei den. Kollegen des In- und Auslandes eingebürgert. Dasselbe enthält, wie bekannt, leichte melodiöse Chöre, Solls, Rezitative für den Kantor, Lieder und Gebete, liturgische Notizen etc., also den ganzen Kultus nebst Kasualien. Gegen Einsendung von 5 fl. ö. AV. oder Nachnahme zu beziehen vom Herausgeber _ M. Tiutner, Kantor und Lehrer iu Bunzlau (Schlesien, Preussen). Kollegen in kleinen Gemeinden gewähre gern eine Ermässigung.

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