Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 11 (11.4.1891)
- Date
- 1891-04-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Schochet auf, zum Bezirksrabbiner nach N. Banya auf ^isosann zu gehen. Als sich aber der Rabbiuer von der Fachtüchtigkeit des Schochet 7sowol in Angelegenheit des Chalef wie auch in Kenntnis der Dinim genaue Ueberzengnng verschaffte und dem Vorsteher ein dements sprechendes Gutachten abgab, stand letzterer tief üachdenkend da, als wollte er den. Rabbiner fragen, was für ein חטא denn sonst in seiner Gemeinde sein könne, weswegen er den Giftbecher des Todes bis zur Neige leeren müsste. Der kluge Rabbiner, der diesen starren Blick 1(]0ער verstand, fuhr ihn an: ,Wie war denn das Herr Vorsteher, haben Sie denn nicht gleich im ersten Anfalle der Krankheit ärztliche Hilfe angerufen?" ,Nein!' erwiderte er, ,weil ich mit dem Gemeindeqrzt nicht auf frendlicbem Fuße stehe". .Ja so', entgegnete ihm der ^Rabbiner, .so sind Sie ja selbst dieser חטא,Merken Sie sich was Ke Gemore lehrt: אויקיר לאסיאך קודם שתצטרך לו d. h. .Ehre Deinen Arzt, noch ehe Du ibn benöthigest!' Endlich legte der Rabbiner dem Vorsteher folgende תשובה auf: Erstens, die angetastete Amtswürde des Chase» und Schochet durch Abgabe einer Ehrenerklärung zu beschwichtigen, und zweitens, eine freundliche Annäherung znpr Gemeinde- ׳arzt ehestens zu suchen. V. Hecsöd. Voriges Jahr starb hier der allgemein betrauerte --Cantor-Schochet Ehrenzweig. Die Gemeinde stellte ihm eiüen schönen 'Grabstein mit. sehr belobender Inschrift, und an der Spitze des Steines war, umgeben vou einem Kranze, ein Chalef eingravirt. Als unlängst aber der einzige Sohn des Verstorbenen das Gr.ab besuchte, bat er den Vorstand, er möge das Schlachtmesser vom Grabsteine entfernen, was dieser jedoch entschieden verweigerte. Der Sohn führte nun Klage beim Stuhlrichteramte und der Comitatsbehörde, aber der Vorstand gewann überall. Nur die letzte Instanz, die königliche Tafel, entschied sich für den Sohn, da er in der Klage anführte: Sein Vater habe ״stets Gott gebeten: .Wenn er nur schon den Chalef los wäre'. Die ״königliche Tafel betrachtete diesen Wunsch als Testament, und soll der -armeSchochet wenigstens im Grabe den Chalef los werden. DieGemeinde musste also den Chalef vom Grabsteine abschlagen lassen.! Merarilchrs. Die Aeue MustK-AeillMg (Stuttgart, Carl Grüningcr) macht in den soeben erschienen Schlnßnnmmern 5 und 6 des Quartals ihre ״Leser mit denOperngrößen Frau Katharina Klafsky undKarl Scheidemautel ^dürch Mort' und Bild bekännt;' ferner bringt sie ein ergreifendes ׳Charakterbild .Mein alter Clavierlehrec' von B. Herwi, die ansprechende Novelle ,Ein altes Ehepaar' von Weghardt-Weyersdorff. sowie neben anderen ernsten und heiteren Artikeln zwei sehr gediegene kritische Aufsätze ans der Feder Dr. Adolf Sandbergers über den ,Barbier .von Bagdad' von Peter Cornelius und dessen ,Lieder' und .Chöre'.— Die Musik Beilagen enlhalten die Clavierstücke: Gavotte von Heinr. .Hofmann, einen prächtigen Walzer von P. Tschaikowsky, das Violinstück: Ein Albumblatt vou Gnst. Holländer, sowie ein stimmungsvolles Lied: ,Bleib' bei mir' von L. Flügge. Die Nene Musik-Zeitung, welche nur 1 Mark vierteljährig kostet, sei unseren Lesern auch für das neue Quartal zum Abonnement bestens empfohlen. Sechs Strophen des ״Tefillas Tal“ mit dem Schlußgebet .״Liwrocho“, comp, für Solo und Chorgesang nebst Rezitativeu für Len Vorbeter, von H. Berggrün s. A. Obercantor in Hannover. Preis 1 M. 50 Pf. — Den Wohlklang und die anheimelnde Melodie dieser -Composition lernt man doppelt schätz-«, wenn man das ursprüngliche alte Motiv kennt. Prachtvoll im Tousatz. edles Maß und geschickte Durcharbeitung werden diesem Opus viele Freunde sichern und dem Heimgegangenen Amtsbrnder und Künstler einen dankbaren Cypressenkranz um sein Denkmal winden. Es sei daher diese hinterlassene Gabe allen College» ״Liwroclio“ empfohlen. M. T. Kllggadilh für Pesach. Mit Uebersetzung, deutschem Commeutar -und musikalischen Beilagen. Vou I. M. Japh et. Frankfurt . am Main 1891. Verlag vou I. Kauffmauu. — Die Feier des Sederabendes ist eine der kostbarsten Perlen in dem schönen Kranze. . den die heiligen Gebräuche der Israeliten bilden. Um nun den Sederabend voll und ganz zu genießen, ist das Verständnis der Haggadah unbedingt nothwendig. Die hebräischen Commentare zu lesen, ist jedoch der heutigen Jugend bei ihren mangelnden sprachlichen Kenntnißen in den seltensten Fällen gegönnt, und darum betrachten wir die soeben erschienene zweite, verbesserte Auflage der Japhet'schen Haggadah als ein sinniges Geschenk für die herannahendeu Pessachfeiertage. Nebst >den leichtfasslichen Erklärungen und der trefflichen deutschen Uebersetzung bilden die musikalischen Beilagen Adir hu, tri 10 noeh, chasal . siddur pesach eine willkommene Zugabe für das gesangliebende Publikum. Wenn der geehrte Autor den Zweck v.rfolgte, der alt« ehrwürdigen Haggadah unter den Gegnern und Gleichgültigen neue .Freunde zu erwerben und ihren alten treuen Verehrern den Genuss dieser, der häuslichen Andacht geweihten Sederabende zu erhöhen, so ist der Zweck mit dem vorliegenden Büchlein vollends erreicht, und wir müssen ihm im Interesse des Jndenthnlns den besten Erfolg zu seinem Unternehmen wünschen. Ungarische Gedichte, übertragen von H e d w i g Lach m a n n, Berlin 1890. Verlag des bibliographischen Bureaus. Preis in elegantem Goldvress-Eiuband 3 Mark. Zn beziehen von Cantor I. Lachmann, Hürben, in Baiern. —- Die Leser unseres Blattes dürften sich noch des herrlichen Gedichtes ״Adonaj“ erinnern, welches wir in einem der früheren Jahrgänge veröffentlichten. Frl». Hedwig Lachmann, der wir die treffliche Uebersetzung aus dem Ungarischen verdanken, hat schon damals ihre vollendete Meisterschaft in Beherrschung der Sprache, der Metrik und des. Reimes bewiesen und nun in einer reichen Sammlung ans dem poetischen Schatze der hervorragendsten ungarischen Dichter, wie Petösi, Vörösmorty, Eötvös, Kisfalady, Toth, Doczi, Arani, rc. einen neuerlichen Beweis für ihr hervorragendes Talent auf diesem Gebiete geliefert. Wir begegnen den verschiedendsten Formen der lyrischen Dichtkunst und überroll finden wir ein tiefes Eindringen in die Intentionen des Dichters, so dass man nicht an eine Uebersetzung, sondern. au eigene Schöpfung zu denken versucht ist. Wer dies? Sammlung zur Hand nimmt, wirb sich einen wahrhaft künstlerischen Genuss-verschaffen, und darum, sei dieselbe wärmstens empfohlen. Werichligung. In der Musikbeilage zu Nr. 10 sind folgende DruE* fehler zu verbessern: Im ״Wafhi bin’söa“ ist tat 1. Takte im Bass ein Achtel ״d* mir .Punkt" statt ein Achtel ,ohne' Punkt und im 6. Takte im Alt eine halbe Note ״fis“ statt der ganzen Note ״fis“ zu lesen. Im 8. Takte hat sich im Bass auf unbegreifliche Weise ein Kreuz eingeschlichen. Jur II. Takte lies im Alt ein Viertel ״es“ statt ein Viertel ״£“. Ueber ״Ki mizijon“ fehlt daS Tempo ״Andante“. ” CONCURS. Bei der Rester isr. Religionsgemeinde ist die Stelle eines Qbercantor-Stellvertreters für den Cultustempel (Tabakgas3e) zvt besetzen. Mit derselben ist eine jährliche Bezahlung von fl. 3000— nebst fl. 600. — jährlicher Quartierzulage verbunden. Bewerber, welche über eine kräftige Bass-Bafitonstiniino, über erforderliche musikalische Bildung und alle mit dem Cantoramte verbundenen Kenntnisse (auch Thoravorlesen) verfügen und sich eventuell einem Probevortrage unterziehen, mögen ihre mit Zeugnissen über sittlich-religiösen Lebens.- ן wandel, Lebensalter, Familienstand und bisherige Verwendur.g instruirten Bewerbungsgesuche an das Sekretariat der Bester isr. Religionsgemeinde bis 30. April 1. J. einsenden. Reisekosten werden nur dem Gewählten vergütet. Budapest, am 18. März 1891. Q6r V0rst<Uld der Fester isr. Religionsgemeinde. CONCURS. An der isr. Religionsgemeinde Baja (Ungarn) ist die Stelle eines Chor-Cantors (חק> mit dem Jahresgehalte von fl. 1200 und üblichen Nebengebühren, am 1. September 1891 zu besetzen. Gefordert wird erforderliche musikalische Bildung zur Leitung und Heranbildung des Synagogenchores und zur Abhaltung des Gottesdienstes mit demselben, Besitz einer kräftigen Stimme, und Eignung eines guten בעל תפילה*- Die Besetzung geschieht vorläufig auf drei Probejahre. י Zum Probevortrag werden nur die hiezu Eingeladenen zugelassen. Reise- und Uebersiedlungskosten, wofür ft. 100 stipulirt sind, werden nur dem Acceptirten vergütet. Bewerber mögen ihre mit Zeugnissen über Qualification, bisheriges Wirken, Alter, Fämililenstand und sittlich-religiösen Lebenswandel instruirten Gesuche bis zum 20. April 1. J. an den gefertigten Vorstand portofrei einsenden. Baja, 30. März 1891. 06r VorSfaillt der Bajaer isr. Religionsgenneiade«