Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 10 (1.4.1891)
- Date
- 1891-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Pränttmeralions-A!reis. Kür Kantoren und KuttusSeamte in Hesterreich Angarn Ganzjährig . . . . . fl. 4.- Halbjährig . . . . . fl- 2 — Kür Kantoren und Knstusveamte im Anstand Ganzjährig. 8 Mark oder 4 Rubel. Kür private und Institute Ganzjährig. fl. eiton{. Oential-Organ r die AüerrAn der djjantoren und Hultnsdeumten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begrün'der: Obercanror ^LOvd 2s.NSr, Wedaction AdminikraLion Wien II. Novarctgasse Nr. 27, Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht relournirt. ASonnements- und Insertiousbetrage find in Wien jahtvar. Nr. 10. Wien, 1. April 1891. 11. Jahrgang. Pränumerations-Einladung. י Indem wir die geehrten Herren Abonnenten zur Erneuerung des Abonnements für das mit dieser Nummer beginnende H. Quartal höflichst einladen, ersuchen wir im Interesse der administrativen Ordnung den Pränumeralionsbelrag umgehend »nqusenden. Air Redaktion. Aus Ulugirn. - In, den letzten Nummern der ,österreick. ungar. Cantoren- Zeitung^ wurde den religiösen Vorgängen jenseits der Leitha eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet und in mehreren Artikeln einerseits die Stellung der Parteien zu-einander, andererseits das Wesen und die.Bedeutung der momentan in! Vordergründe stehenden religiösen Fragen eingehend erörtert. Zur Ergänzung der diesbezüglichen Ansfnbrungen durfte ein geschichtlicher Ueberblick übcr die Verbältuiße der jüdischen Glaubensgenossen in Ungarn tu, den letzten Jahrzehnten von Herrn M. Carl, Stadtker aps Bakony -Szombathely*) den Lesern dieses Blattes sicherlich willkommen sein: . 7-.-,. Ungar 11 ist gar vielen in der weiten Welt noch immer eine terra iueoAuita. Wohl hat der vor mehreren Jahren hier aufgetauchte Teudenzprocess von, Tisza-Eszlar unserer Heimat Klang und Namen verschafft, allein es wäre gar zu^traurig. wollten sich unsere deutschen Brüder nach der besagten Geschichte ein syciales Bild dieses Landes entwerfen. Ungarn ist—trotz Allem und. Allem — w.eit, besser, als sein Nus; ja es macht Miene, sich bald auch den westlicheivilisirten Staaten geistig anznreihen. Und das will v i e l . bedeuten. Das. allgemeine Interesse, das von besseren Ständen: der fortschreitenden Culkur, der Gesittung und Bildung gezollt wird, bleibt, auch. Ungarn auf seinem Wege zur Festigung lobenswerter, natioualpolitischer Bestrebungen gesichert, besonders wo sich?dasselbe durch , freiheitliche Jnst.ituti0lj.en auf das-.Niveau der weltführenden Staate» erhebt. - . . Es..kann hier nicht unsere Aufgabe sein, eine - systematische ,Schilderung von Land; u;ni> Leuten ״zu geben. Was. wir .sagen i 3 J , sj pöpiilär wlssensch.^ Monatsblatter/ Nr. 4, Jgh'rg. 18ö1.'. J jj C 1! i« J ■l -- J .־*- '-׳ .. 3 - - י״ ] ׳• 'J y wollen, bezieht sich aus die Verhältniße unserer jüdischen Glaubensgenossen daselbst und aus deren Entwicklungsgang im jüngsten Vterteljahrhuudert. Schlecht und recht, wie die Sachen eben stehen, wollen wir sie schildern; Licht und Schatten, Lob und Tadel nur nach Maßgabe der positiven Ergebntße erwähnend. Wenn wir dabei auch manch' Unangenehmes sagen müssen, ist eS nur, weil die Wahrheit, die Sache es will. ........ —Me, .bekMnt^al^zn«.dLM-.. großen Völkerkonzert, daL Mittel-» europa 1848 in ganz ungewohnt klingenden Akkorden ans tiefer Lethargie zum neuen Leben erweckte, auch Ungarn seine bedetusame Nolle gespielt. Avitismus und konservatives Stillleben herrschte früher auch hierzulande. Große Massen, ohne Begeisterung für ideale Ziele, ohne Energie und Schwung, doch tief versunken in unbesiegbaren Fatalismus, fristeten anck hier ihr gedankenloses, traurig-monotones Dasein. Als aber jene unheimlichen Blitz? auszuckten, ließ ihr grelles Licht in den politischen Horizont einen tieferen Blick thnn, und es fanden sich Männer voll edler Begeisterung und Thatkrast, und bald ertönten auch jene vielsagenden Schlagworte, wie sie bei bedeutsamen Wendepunkten in der Geschichte der Menschheit stets zu hören waren. Das Programm für ein Jahrhundert war — geboren. Allein vom G e d anke n zur That ist oft mehr, als e i n Schritt. Die mächtigen Wogen jener Freiheitsepoche glätteten sich allmählich; die Schlagworte waren verklungen, und es folgte eine Stille, welche alles eher, nur nicht ,Fortschritt* bedeutete. Der nationale Genius sank erschöpft zu Füßen der Macht. Es folgte der politisch-kategorische Imperativ, der dritthalb Lustre»1 hindurch Geister und Gemüter gefangen, hielt. Erst als weitere weltbewegende Ereigniße dem Denkvermögen neuer Männer jene Nichüing bestimmt hatten, .in welcher nun ein Vorwärtskommeti möglich wäre, da regte sichs wieder in allen Gliedern, und die Sehnsucht nach dem Morgenroth eines geregelten Rechts» und Berfassungslebens hatte.sich bald in den Herzen von Millionen Bahn gebrochen. Franz Denk ׳ appellirte an seinen König und dieser, einer der edelsten und gerechtesten Fürsten, erfüllte, hie begründeten Wünsche .feines Volkes, worauf endlichder warme, lichte, lebenspendende Tag her Versöhnung heran» brach. ' ~ . ■ ״ - - •, t Beilage. °WW