Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 5 (11.2.1891)
- Date
- 1891-02-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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gesanglicher Beziehung glücklich ausfüllt. Es ist zu wünschen, dass Herr Cautor Grünwald sür sein lobenswerthes Streben nicht nur Anerkennung, sondern auch gehörige Unterstützung findet bei All' denen, die der edlen Musica huldigen. Mrody. Mittwoch den 28..Jänner feierte Herr Leo Herzberg-- Frankel unter zahlreicher Theklnahme aller städtischen Honoratioren das fünfundzwanzigjährige Jubiläum seiner Thätigkeit als J-ispector der hiesigen israelitischen Knabenuud/Mädchenschulen. Demnächst schließt Herr Herzberg-Fränkel auch seine fnnfuuddreißigjährige erfolgreiche Thätigkeit als Seeretär der Brodyer Handels- und Gewerbekammer ab. Lemberg. Im vorigen Monate fand im Locale Schomer-Jsrael ein Concert statt, bei welchem der durchreisende Cantor Herr R. Schwalb anH Äipto St. Miklos einige Arien, sowie hebräische Gesänge vortrug und durch seine schöne Stimme allgemeinen Beifall fand. Zum Schlüsse sang der Tempelchor einige Psalmen und fanden auch diese Vorträge wohlverdiente Anerkennung. Munzlan, 28. Jänner. Zur Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. wurde gestern 9 Uhr Vormittags ein FeftgotteSdienft im Tempel der israelitischen Gemeinde abgebalten. Als Einleitung wurde ein großes Festprälndium vorzüglich vorgetragen, worauf eine in deutscher Sprache abgehaltene Liturgie folgte. Psalmen» responsorien zwischen dem Prediger und der Gemeinde wechselten mit Orgelbegleitnng ab. Darauf wurde der 21. Psalm verlesen. Diesem folgte daS Gemeindelied: »Herr, der auf den Kaiser legte Abglanz seiner Majestät.^ Nach Schluss des Liedes hielt der Prediger der Gemeinde. Herr Tintner, eine patriotische Rede, die mit Gebet und .Segen endigte. Eine treffliche Composition des 150. Psalms beschloss die festliche Stunde. Wreskan. Das jüdisch-theologische Seminar Fränkel'scher Stiftung begieng die Gedächnisseier für seinen Stifter, den verewigten Commerzienrath Jonas Frankel, Dienstag den 27. Januar d. I-, Vormittags 11 Uhr, Wallstraße Ib, 2 Trepp-n. Der gegenwärtige Leiter dcs Seminars, Dr. I. Lewy, gibt aus diesem Anlass den Jahresbericht der Anstalt heraus, welchem eine Abhandlung: ,Reime und Gedichte des Abraham Jbn Esra: Außergottesdienstliche Poesie, Heft VI/. vorausgeht. Das Seminar hat im verflossenen Jahre durch das am 3. November erfolgte Hinscheiden eines seiner Lehrer, des durch seine classische Bildung, wissenschaftliche Forschung und Meisterschaft in der Kanzelberedtsamkeit hervorragenden, durch seine mit Beifall und Anerkennung aufgenommenen Schriften weithin berühmten und durch seine Friedfertigkeit, Milde und .Besonnenheit׳ allgemein hochgeschätzten und. beliebten Rabbiners Dr. Manuel Joel, einen schmerzliche». Verlust erlitten. —־ Gegenwärtig zählt daS Seminar, einschließlich der Candidaten. 58 Hörer. Von den ehemaligen Zöglingen des Seminars siud> im verflossenen Jahre folgende zu Rabbiuatsämtern berufen worden: Dr. S. H. Margnlies, früher Rabbiner in Weilburg, zum Rabbiner in Florenz (in Italien), Dr. M. S. Znckermaudel, früher Oberrabbiner in Trier, zum Rabbiner in Pl.scheu. Dr. I. Stier, früher Rabbiner in Steinamanger (Ungarn), znm Rabbiner in Berlin, Dr. N- Kronberg, früher Rabbiner in Tabor (in Böhmen), zum Rabbiner in Hermanmiestetz (in Böhmen), Dr. I Baßfrennd, früher Rabbiner in Tarnowitz, znm Öberrabbiner in Trier. Dr. A. Lewi.nskv wurde vor dem Abschluss feiner Nabbinatsprüfung als Rabbiner in Weilburg, Dr. B. Einstein, nachdem er seiner Militärpflicht genügt hatte, von Neuem als Nabbinats-Stellvertretee in Heilbroun gewählt׳. Merkin. Anlässlich der am 18. Jänner abgehaltenen Feier des Kröuuugs- und QrdenSfesteS hat Kaiser Wilhelm eine große Anzahl von Auszeichnungen verliehen. Auch mehrere unserer Glaubtnsgeuossen haben solche erhalten. Sogar bei den Kirchennnterbeamten sind alle drei Confessionen insofern gleichmäßig bedacht worden als der evangelische Divisionsküster-bei der 21. Division, Horter, der katholische Divisionslehrer von der 7. Division, Gruhnan. und der israelitische-Vorsänger zu Herlisheim.Schnerb, das Allgemeine Ehrenzeichen erhalten haben. / Merlin. (Vergiftung durch G ä n s e f l e i s ch.) Herr Dr. Friedeberg, praktischer Arzt in Berlin, theilt der Zeitschrift für ,Fleich- Hygiene*, herausgegeben von Herrn Dr. irrsä. R. Ostertag. städtischer Thierarzt in Berlin, einen hochinteressanten Fall von Vergiftung durch Gänsefleisch mit, welche für die Geschichte der Fleischvergiftungen nicht ohne Werth ist. Dr. Friedeberg schreibt: ,Ich wurde am 30. September gegen Abend zu einer Familie gerufen. Die Ueberbringerin der Aufforderung war eine Tochter des Hauses, welche, selbst Patientin, sich jedoch bereits auf dem Wege der-Bessernng befand. Ich fand die Frau des Hauses, eine Dame in den Fünfzigern, zu Bette liegend in ..einem Zustande ziemlich starken Collapses. Demselben waren heftiges Erbrechen, sowie mehrere diarrhoische Stühle vorangegangsn. Die Temperatur betrug 40-3". Die Untersuchung ergab au den Organen nichts Besonderes. Der ganze Zustand hielt seit etwa 3 Stunden an. Unter den gleichen, wenn auch nicht ganz so heftig auftretenden Erscheinnngen waren außerdem erkrankt drei Töchter, ein junger Manu (Bekannter der Familie) und eine Flurnachbarin. Als Ursache dieser Vergiftungen stellte sich Folgendes heraus: Die Familie hatte einige Tage zuvor eine Gans von außerhalb, wenn ich nicht irre, aus Ost- Preußen erhalten. Dieses Gäusesteijch muß die berichteten Erscheinungen hervorgerufeu haben, da alle Familienmitglieder, welche an dem Mahle theilgenommen hatten — darunter auch der junge Mann, welcher zufällig in der Familie mitspeiste. sowie die Flurnachbarin, welche von dem Gänsesteisch zu kosten bekommen hatte — unter denselben Symptomen und zu gleicher Zeit erkrankken. Die KrankheitSerscheinungen gierigen bei den jüngeren Gliedern der Familie schneller vorbei, als bei der Mutter. — Auch in der ,Deutschen Medicinal Zeitung" 1890, Nr. 100 wlrd ein Fall von beiderseitiger äußerer AugenmnSketlähmung nach Genuss von Gänsefleisch mitgetheilt. Leibschmerzen und Uebelkeit, Diarrhoe hatten sich bei der Familie vorher eingestellt. Dr. Gnttmann stellt die Diagnose auf eine durch Ptomaine hervorgerufene Vergiftung. Also Vorsicht!! Aaag. Fräulein Louise Heymann, die Tochter des ObercantorS Jsak Heymanu in Amsterdam, in italienischen Blättern unter dem Namen ,holländische Nachtigall' bekannt, trat mit großem Erfolge in der hiesigen französischen Oper auf. Stettin. Herr Oberen tor Sarasohn hat unter freundlicher Mitwirkung des Directors der Akademie für Kunstgesang, Herrn Kubisch, und mehrerer christlicher Damen ein Concert zum Besten eines hier zu begründenden Altersversorgungs-Asyls veranstaltet, daS neben dem künstlerischen auch einen namhaften materiellen Erfolg hatte. Dew-H»0rk, 7. Fehruar. Baron Hirsch theilte der Administration der Hirfch'fchen Slifkung zur Unterstützung der jüdischen Einwa derung in Amerika telegrafisch mit, dass er derselben 12 Millionen Francs zur Verfügung stellt und die Administralion ermächtige, falls die Zinsen dieser Summe nicht ausreichen sollten, um alle Zwecke, der Stiftung zu erfüllen einen Theil deS Capitals mitznverwenden; er werde in diesem Falle daS letztere wieder ergänzen. Jerusalem. Das Comite zur Versorgung der heiligen Stadt mit gesundem Trinkwasser hat von der Pforte die Conzession zur Ausführung des entworfenen Planes erhalten. . Wer die Schwierigkeiten kennt, welche im Orient bei allen derartigen Conceffionsgefuchen zu überwinden sind, wird die Wichtigkeit dieses Resultats anerkennen. Ein solches herbeizu.führen, erfordert einen Aufwand an Z it, Geld und Geduld; doch ist mit demselben die größte Schwierigkeit überwunden. Was noch zu thun ist, kann mit Ernst und Ausdauer bald zur Ausführung gebracht werden. Das׳ Unternehmen ist, wie bereits früher mitgetheilt wurde, kein philanthrophischeS im eigentlichen Wdrtsinne, sondern vielmehr ein finanziell S- Mehrere einsichtige Männer׳, denen nicht nur das Bedürfnis zur Beschaffung einer ausreichenden Quelle reinen und gefunden Trinkwaffers für die stets zunehmende Bevölkerungszahl der Stadt eingesehen, sondern auch die Möglichkeit, die alte» Onellen wieder nutzbar und auch in finanzieller Beziehung lncrativ machen zu können. Nichtsdestoweniger ist die Jeee in dem Sinne eine philanthropische zu nennen, als durch die Ausführung derselben der Gejnndheitsznstand und das Wohl der Bevölkerung eine Aufbesserung und die in Folge schlechten Trinkwassers erzeugten Krankheiten eine Abnahme erfahren werden. Das Comits beabsichtigt, die ärmere Claffe die Wohlthat unentgeltlich g nießen zu lasse». Hauseigenihümer, welche direct mit Wasser versorgt werden, haben dasselbe zu bezahlen; für die Armen sollen dagegen in den verschiedene» Stadttheilen Standröhren angelegt werden, ans welchen \u sich ohne Mühe mit Waffer werden versorgen können. Augenblicklich reicht der vorhandene Vorrath nicht aus und ist noch dabei unrein, daher eine ergiebige Quelle für alle durch dessen Genuss erzeugten Krankheiten. Möge daher recht bald daS Wort dcs Propheten sich erfüllen: »Und ihr werdet Waffer schöpfen mit Freude aus der Quelle der Heiles.* (Jesajah 12. 3.) Arnckfehter-Merichtizimz. Im Artikel »Zur Geschichte der Juden in Vorarlberg' Nr. 2. S. 5. rechte Spalte Zeile 28 von unken statt 1851 richtig: 1854. Im gleichen Artikel in Nr. 4. 1. Zeile statt 1837 richtig: 163?. In der Correfponden; .Jungbunzlau* statt ״Moroßo" richtig: ״Morol/'. In derselben Correfponden; statt ״Rabbi Jehuda be» Hanassi^ richtig: ״Rabbi Iehuda Hau af s i.