Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1891-01-01 · Heft 1 (1.1.1891) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 1 (1.1.1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/1304829-3453207-3453208--3039-3457352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Oesterreichisch-ungarische Cantarea - Zeit Prämnneralions-Prcis. Kür ganiorcit und Kultusöcamle in Heflerreich Zlngarn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjährig.fl. 2.— Kür Kantoren und ßultusbeamle im Kuskand Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Kür Zkrivate und Institut« Ganzjährig.fl. 6.— O e בב.■tr a.1- O r g'aan. Interessen der Hntoren ELfchrin 1 jrdrn;rtznLon Tag. Begründer: Obercantor »kLVvK Ls.«sr. Medaclia» und - Adminitfratio» Wien II. Novaragasse Nr. 27. Anferste werden b-fligst berechnet. Manuscrn-te werden nicht retournilt. Aöonnements- und Insertion»- üeträge find i» Wie!» zahköar. t Nr. 1. Wien, 1. Jänner 1891. II. Jahrgang. Pränumerations-Einladung. Wir ersuchen dir geehrten Herren Collegrn und Abonnenten um umgehende Erneuerung des Abonnements und machen darauf aufmerksam» dass die nächste Nummer nur jenen Abonnenten zugefanÄL chird, welche den Mränumerationsbetrag im Vorhinein geleistet haben. - Die Administration. Zur Geschichte des Cantorutes im Mittelalter und -er Neuheit. Von Dr. M. G r ü n w a l d, Rabbiner in Jungbunzlau. Zn den Aufgaben, die noch immer der Bearbeitung harren, zählt auch eine Geschichte des Cautorates im Mittelaller und der Neuzeit. Ein Stand, wie der der Cantoren, der nach Jahr- Hunderten zählt, hat seine Geschichte, und diese Geschichte ist für die Litteratur- und Culturgeschichte des Judenthums sowohl, als auch für die allgemeine Litteratur- und Culturgeschichte von großer Wichtigkeit. Die Geschichte des gottesdienstlichen Gesanges im Alterthn m ist von jüdischen und christlichen Gelehrten hinlänglich bearbeitet worden,*) weil auch die christliche Kirche ein hervorragendes Interesse daran genommen. Ganz anders verhält ec sich mit dem Eantorate im Mittelalter und de»- Neuzeit. Und doch vermag erst die richtige geschichtliche Aussassung dieses Amtes und Standes uns über dessen Bedeutung für das Judeulhum auszuklären. Die erste Frage ist zunächst: Welchen Namen trug der Vorbeter in ältester Zeit?**) Und daraus erhalten wir die Aut- *) Man vergleiche von jüdischer Seite, Professor Saalschutz' ״Archäologie der Hebräer-, und von christlicher Seite ״Handbuch der biblischen Archäologievon Professor C. F. Keil (Frankfurt a. M. 1875), Seite 365—366 und I Seite 647—653. woselbst die gesammte Litteratur bis zum Jahre 1875 vollständig verzeichnet ist. - **) Wir beginnen unsere Arbeit mit der t a l m u d i s ch e n Zeit, wir von da an beglaubigte historische Quellen besitzen. wort: Er wurde דק genannt. Was bedeutet nun da» Wort C Hasan urlprüngllw? C Hasan ist ein neichebräifches, schon in der Mischnah vorkommendes Work, stammt von dem hebräischen NM »sehen' und bedeutet ursprünglich den Aussetzer der Kinder. Der Name Aufs eher jedoch stand zur Zeit, wo dieses Wort geformt wurde, in großem Ansehen; das Wort Bischof aus dem griechischen spiskvpvs stammend, bedenket nichts mehr und nichts weniger ats wörtlich Aufseher, also Chasan. Doch müssen wir der Wahrheit getreu augeben, dass der Cha s a n ursprünglich Aussetzer der Kinder, der Bijchos jedoch Aufseher der Geistlichen war. Der Chasan war Aussetzer der Schuljugend, überwachte ihre Lettin e, d. h. ihre Leseübungen in der Tbora, und mag dann auch dem erwachsenen Analphabeten, den sein Herz getrieben, ein Gebet zu verrichten, mit seiner Kenntnis der Thora und des Gebetrituals beigestandeu haben. Der Unterricht der Jugend galt aber im Judenthnme stets als das Hehrste und Wichtigste; die einzige Bürgschaft, die Gott von Israel annahm, war bei Ertheilung der Thora die, dass Israel daraus hinwies, dass sie die Kinder darin belehren lassen wollen. Durch die Kinder kam der Cdasan mit den Elter», und dann auch mit der Synagoge in Zulammenhang. Bei feierlichen Anläsien, wenn der hohe Priester oder der König die SegenS» iprüche in der Synagoge recitirte, nahm der Edasan das Sefer Thora, die Thorarolle, aus der heiligen Lade und gab es dem Overhaupl der Synagoge. (Vgl. Lota VII. Abschnitt, 7. und 8. Mischnah.) Wenn nun auch die Cemmenlatoreu, Nabbi ObaLjah Ssoro und Nabbi Lipmann Heller das Wort דק durch שמש .Diener* interprelircn und ihre Auslegung als richtig anerkannt werden muß, so gebe ich zu bedenken, dass zur Zeit dierer hervorragenden Nabbinen und Gesetzeslehrer und noch lange später das Amt eines שמש ein Vertrauen erweckendes und Vertranen forderndes war, ja dais oft viele שמשים gleichzeitig דרשביס »Prediger' waren. Beweise hiesür hat der verewigte S. Hock in meinem »Indischen Centralblatt* 1887 p. 120—124 in dem Aut'atze: »Institutionen der ^nPrager Judengememde* erbracht. Man vergesse übrigens ja k^Lass der zu sogroßen Ehren gelangte Name Minister 2s 1 fif

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.