Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 22 (15.8.1890)
- Date
- 1890-08-15
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— ־7׳ — Berlin-Wiener Conrierzuges, welcher in der Station Stockerau kreuzte, zu: »Fahrt Ihr nach dem Jndenplatzwelcher Ausruf den lautesten Beifall aller Zuzsgenosseu hervorrief. Dr. Lueger als Führer der Gesellschaft saß im ersten Coups des nur aus Wagen dritter Classe bestehenden Zuges. In Znaim angelaagt, wurde eine schwarz-gelb geschmückte Standarte aufgerollt mit der Inschrift in goldenen Lettern: »Gruß aus Wien* und dem Namen des Vereins. Zur Begrüßung hatte sich der Znaimer Bruderverein mit seinem Vorstande und einer Musikeapelle aus Grußbach eingefunden. Das jüngst gegründete Znaimer Antisemitenblatt feierte Dr. Lueger in Wort und Bild und in Versen folgender Art: »Schnappt auch nach Dir manch gift'ger Zeitungsköter, wir ehren Dich als neuen Drachentodter.* ׳ Die Ausflügler begaben sich im großen Zuge mit. Musik durch die Straßen zum Brauhause. Dort begrüßte sie ein gewisser Nawratill, der es tief bedauerte, dass die Stadt Znaim den Ausflügler», keinen ihrer würdigen Empfang -bereitet habe, nur wenige Znaimer hätten den Muth, ihre Gesinnung für den Verein offen zu. bekennen. Nachmittags zog man ins Thayathal. Die Herren Lueger und Trappert hielten in einem Wirthshause ihre auch hier schon wiederholt gehörten Reden gegen das Judenthum und den Liberalismus. Das Auditorium bildete ein großer Haufe Bauern aus der Umgebung, deren Frauen und Geistliche. Herr Trappert wurde gleich bei Beginn seiner Rede von dem Negierungsvertreter Dr. Leuchtner unterbrochen. Man ging dann ins Brauhaus, wo Dr. ׳Lueger als Ovation von zwei Waisenmädchen Gedichte vorgetragen wurden. Gegen 10 Uhr. zogen die Wiener mit ihrer Musik und mit Lampions zum Bahnhofe. Die Adressen der Gastwirthe, welche als Gesinnungsgenossen den Ausflügler« empfohlen wurden, vertheilte mau mit gedruckten Zetteln. Litterarilches.;• Schir Hakawod. Diese von Obercantor I. Bauer und Chorbkrigent I. Löwkt heransgegebene Sammlung gottesdienstlicher ׳Gesänge hat nunmehr in fast allen sephardischen und in vielen deutschen Gemeinden Eingang gefunden. Um jedoch das Werk, das abgesehen von einigen streng sephardischen Recitativen zahlreiche, in jeder Synagoge -aufführbare Piecen (namentlich höchst melodiöse Keduschas) enthält, unseren College» zugänglicher zu machen, haben die Herausgeber sich entschloffen, die noch übrigen Exemplare zu dem bedeutend erm ä ß i g t e n Preise von 3 fl. ö. Wan Cantoren zu überlassen. Die Zusendung erfolgt per Nachnahme oder gegen Vorhereinsendung des Betrages. שפת עבר Keöräifches Sprachbnch für die israelit. Schulfugend beiderlei Geschlechtes. Praktischer Lehrgang I. Stufe v. L. Klein, Schulleiter in Pilsen. — Der öffentliche Gottesdienst bedingt das Verständnis der Gebetsprache, wenn nicht das Publikum ohne ,jede Andacht am Gottesdienste sich betheiligen soll. Die herrliche» Synagogen-Chöre und gottesdienstlichen Gesänge werden weit mächtiger und nachhaltiger wirken, wenn die Andächtigen denselben auch ein inhaltlicheö Verständnis entgegenbringen. Der Unterricht im Hebräischen wird daher nach wie vor -.׳inen i'ntegrirenden Bestandtheil des mosaischen .Neligionsunterrichtes bilden müssen. Soll jedoch das vorgesteckte Ziel cinigennaßett erreicht werden, so muß an Stelle der veralteten, eine auf didaktischen Grundsätzen beruhende, rationelle Unterrichtsmethode allgemein eingefübrt werten, damit die Jugend, und zwar Knaben wie Mädchen, ohne Neberbürdung mit Unterichtsstunden aus den allgemeinen Volksschulen wenigstens annähernd ein Verständnis der Gebetsprache zum Gottesdienste mitbringen und die Mittelschüler auf Grund der gleichmäßigen Vorbildung weiter fortgebildet werden können. Diesen unwiderlegbaren Grundsätzen entspricht das unter dem obigen?Titel erschienene Sprachbnch, von welchem uns die 1. Stufe vorliezt. Schon eure flüchtige Durchsicht zeigt von gediegener Sachkenntnis und reicher Erfahrung des Verfassers auf diesem Gebiete. Das Büchlein strebt vor allem andern Sicherheit und Correctheit im Lesen an; es stützt sich auf die Fibel und geht wiederholend vor, ohne die Schüler zu ermüden, weil es bereits Bekanntes in neuer anziehender Form vorführt. Es befestigt die durch die Fibel gewonnene Buchstabenkenntnis in geschickter und nachhaltiger Weise und ist nach seiner ganzen Anordnung vorzüglich geeignet, das Kind zum bewussten, lautrichtigen ׳Lesen zu bringen. Es geht methodisch vom Leichteren zum Schwereren, vom Bekannten zum Neuen und der Verfasser ist überall bemüht, das Interesse und die Geistesthätigkeit des Kindes anzurezen und wach zu :halten. Im Ganzen haben wir es hier mit einer vorzüglichen, schul- .gerechten, anregenden Luft und Liebe znm Gegenstände weckenden Behandlung des hebräischen Sprachstoffes zu thuu, und ist zu erwarten und zu wünschen, dass dieses in etwa 5—6 Heften erscheinende Sprachbuch in Kurzem beim mosaischen Religionsunterrichte allgemeine V-׳r- Wendung sinden wird. Nicht unerwähnt mag noch bleiben, dass der Preis des Heftes, SO Kreuzer, ein mäßiger genannt werden muß. und dies umsomehr, als nach der gewiss dankenSwerthen Absicht des Berfassers ein Theil des Reinertrages in die Cassa der Franz Josef. Stiftung (Pensiousverein für israelitische Lehrer) fließen soll. Obercantor A. Freisinger. Aen Wnstkfreunden bieten die letzten Nummern (13 und 14) der ,Neuen M u s i k ׳ Z e i t u n g* (Verlag von Carl Grünknger in Stuttgart, Preis 80 Pf. vierteljährlich) sehr schätzbare Gaben. Eine psychologisch fein durchgeführte Erzählung des Grafen La Rosse ,Der Baum der Erkenntnis', behandelt die Laufbahn und falsche Entwickelung eines musikalischen ,Wunderknaben*. Auf Herz und Gemüth wirkt eine Episode aus dem Leben des Kaisers Friedrich von R. v. Hagen; als Gegensatz hierzu zollt die Erzählung ,Seine erste Conzerlreise" von Arthur Büttner in sehr gelungener Weise dem Humor ihren Tribut. ״Die Bedingungen eines guten Gesangsunterrichts" betitelt sich ein instruktiver Beitrag Joses Sittards, der auch außerhalb der pädagogischen Fachkreise Interesse beansprucht. ״Sang und Klang im Oberland" von F. H. Löscher charakterisiert sehr anziehend da» Gebiet der Schnadahüpfl. Mit der ,.Musik im Oberammerganer Passionsspiel'^ beschäftigt sich H. R. Schäfer, ein Thema, weiches unseres Wissens seitens der Presse bisher noch keine Würdigung fand. Die Biographien der Sängerin Ellen Förster und des Componisten I. I. Abert mit Porträts sind für die V-'rehrer dieser beiden Knnstgrößen eine angenehme Zugabe. Die Mnsikbeilage enthält ein sehr ansprechendes Klavierstück von H. Almeder. ein Morgenlied von Edvard Grieg und eine sehr melodiöse Composition für Violine und Pianoforte von W. Rudnick. Irankfnrter israelitischer Sokkskakenber. Der im Verlage von I. Kau ff mann.in Frankfurt a. M. soeben erschienene Israel. Volkskalender für das Jahr 5651 (vom 15. Sept. 1890 — 2. October 1891), schließt sich den früheren Jahrgängen dieses all» gemein verbreiteten und beliebten Jahrbuches würdig an. Das genau 1 durch geführte Kalendarium enthält nebst den üblichen Notizen die Sabbath-Eingänge und Ausgänge, die Gebetzeilen für das ganze Jahr, sowie den Eintritt der Nacht an Fest, and Fasttagen. Das im An» hange befindliche jüdische Hotel'Adreßbnch dürfte Vielen als willkommene Beigabe erscheinen. Nebst den Biographien Professor S u l; e r 's, des Großrabbiner von England. Dr. N. Adler, nnd des Mainzer Rabbiner D. M. Lehm m a n n findet der Leser eine fesselnde jüdische Erzählung, sowie die Geschichte des ״großen Jndenbrandes" in Frankfurt a. M. im Jahre 1711. — Preis bei franco Zusendung 25 kr. Zn beziehen Lurch jede Buchhandlung. ״X4’ AIQ-LB“ französische Lebensversicherungs-Gesellschaft. Stammkapital .Frcs. 12,000.000 Gowahrleistiingsfoiwl .. 22,000.000 ״ Versicheraugsstandam St.BecemberlSSO 000 07,500 ״ Unabhängig von den Garantien, welche die Gesellschaft ״I/Aigle1* ihren französischen Versicherten bietet und die aus den Statuten sich herleiten, welche die Gesellschaft von der französischen Regierung erhalten hat, bietet die Gesellschaft ״L’Aigle“ ihren österreichisch-ungarischen Versicherten folgende besondere Garantien : Die Gesellschaft ist durch k. k. Deeret vom 31. August 1885 ermächtigt worden, in Oesterreich und Ungarn geschäftliche Operationen ׳ aaszuführen. Sie hat eine Gantion von ö. W. fl. 110.000 in Wien und ö. W fl. 110.000 in Budapest erlegt. Die Gesellschaft leistet Versicherung zu liberalsten Bedingungen nnd billigst bemessenen Prämien-Sätzen auf das Leben des Menschen in allen Combinationen. — Nähere Aufklärungen ertheilt bereitwilligst dis Direction für Oesterreich-Ungarn: Wien, I. Schottenring 14. Dauernden, lohnenden und bequemen Nebenerwerb erzielen Wiederverkauf er meiner renommirt3n Jahrzeitgedenkhlätter. Probedrucke gratis und franco. 8. Mbaner, MR (Sachsen) an der böhmischen Grenze.