Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 18 (21.6.1890)
- Date
- 1890-06-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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wird es ihr leicht sein, auch aus die cooptirtcn Curatoren ihren Einfluss geltend zu machen, so dass eigentlich sie für einige Zeit das Curatorium ernennen wird. Uroppau. Auf welchem Standpunkte die Regierung bezüglich der Vertetung der jüdischen Neligionsgenossenschaft im Landesschulrathe steht, zeigt folgender Fall: Vor einigen Jahren starb hier der jüdische Vertreter im schlesischen Landesschulrathe. Der Troppauer Cultns- Vorstand wurde aufgefordert, einen anderen Vertreter zu entsenden, bez. drei Herren vorzuschlagen. Der hiesige Rabbiner Dr. B. bemühte sich sehr um dies; Stellung, stellte sich sogar persönlich dem Referenten dieser Angelegenheit, dem Negierungsrath Kr. . . vor und suchte dem׳ selben zu beweisen, dass nur er, der Rabbiner, als Repräsentant der Troppauer Cnltnsgemeinde in die Vertetung des Landesschulrathes gehöre! Allein die Landesregierung schloss sich durchaus nicht der Ansicht des Rabbiners an, denn es wurde der Vorsteher der Troppauer Cultnsgemeinde, Herr N. . . . von der schlesischen Landesregierung zum jüd. Vertreter in den Landesschulrath gewählt! Gegenwärtig hat der allgemein hochgeachtete Fabrikant Herr F. Quittner die Stelle eines schlesischen Landesschulrathes inne. S . . n. Wudapest. Bei der am 7. Juni hier erfolgten Ankunft Sr. Majestät des Kaisers erkundigte sich derselbe unter Anderem nach ׳der Bestimmung des schönen Gebäudes, welches er bei der Einfahrt gegenüber vom Thiergarten jetzt zum ersten Male erblickte. ,Es ist .dies* — gab der Ober-Bürgermeister zur Antwort— ,das israelitische Spital.* — ,Und wer hat dasselbe gebaut?* fragte der Köniz!weiter. .Das Spital verdankt* — erwiderte Herr Näth — .seine - Entstehung einzig und allein der Opferwilligkeit der Mitglieder der Budapester israelitischen NeligionSgemeinde.* Mit besonderer Befriedigung nahm der König auch die weitere Aufklärung des Ober- Bürgermeisters zur Kenntnis, dass in dringenden Fällen Kranke ohne .Unterschied der Confesiion im Spitale Aufnahme fänden. ßarksllad. Baronesse von Königswarter, Tochter des Herrenhausmitgliedes Herrn Baron Moritz von Königswarter, hat sich mit . Herrn Schiff, Sohn deS Herrn Max Theod. Schiff, verlobt. Kalke a. S. Der Director des physiologischen Instituts, Prof. Bernstein, der für das bevorstehende Studienjahr zum Rektor unserer Universität gewählt worden, hat für diese Stelle die Bestätigung bis jetzt nicht erhalten. In dem soeben erschienenen amtlichen Personalverzeichnis unserer Universität ist er als rector designatus nicht aufgeführt. Was die Nectorwahl selbst anbetrifft, so wird Folgendes -mitgetheilt: Die metieinische Facultat hatte den Rector diesmal zu stellen. Im ersten Wahlgange wurden Stimmen abgegeben für die Professoren Belnstein, Kaltenbach, Director der Franen-Klinik, und Hitzig, Director der Nerven-Klinik. Im zweiten Wahlgange erhielt Prof. Bernstein eine, allerdings nur kleine Majorität dem Profesior Kaltenbach gegenüber. Bernstein, ein Sohn des bekannten ehemaligen Nedacteurs der Berliner ,Volkszeitung*, ist Jude und politisch freisinnig. Seiner Zeit machte schon seine Berufung nach hier Schmierigkeiten, da eine Vorschrift für die hiesige Universität existiren soll, nach welcher nur evangelische Gelehrte au ihr eine ordentliche Professur ׳ erlangen können. Es wurde damals aber, auf die Empfehlung eines .Helmholtz hin, eine Ausnahme gemacht. Ob auf diese ,Vorschrift' im vorliegenden Falle zurückgegriffen werden soll, oder ob sich die Bestätigung des Rectors nur ,zufällig* verzögert hat, mutz sich bald zeigen. Dessau, 18. Juni. Heute wurde das Denkmal Moses Mendelssohn's auf dem schönsten Platze der Stadt in Gegenwart des Herzogs, der Herzogin, des gesammten Hofes, sowie der Prinzessin Friedrich Karl von Preußen feierlich enthüllt. Professor Lasson aus Berlin hielt die Festrede; welche er mit den Worten schloss: ,Liebet die Wahreit, liebet den Frieden!* Landes-Nabbiner Weitz übergab das Denkmal mit warmen Worten der Stadt. Unter den Klängen der Mnsik Felix Mendelssohn'» fiel die Hülle des Denkmals. Dasselbe, vom Berliner ׳Bildhauer Hoffmeister geschaffen, besteht aus einem Brunnen mit der .׳der Broncebüste Moses Mendelssohn's, unterhalb welcher eine weibliche Gestalt, die Philosophie darstellend, eine Tafel mit den Worten: ,Duldsamkeit, Glaube, Unsterblichkeit* beschreibt. Waris. Aus Petersburg wird dem XIX. Siecle berichtet, >dass der Gouverneur von Kurland folgenden Befehl veröffentlicht habe: . Da die Inden nicht Christen sind, leben sie in der Finsternis, -kennen sie nicht das Licht der christlichen Religion. Es ist daher ..gerecht, dass die Juden alle Kosten der Erleuchtung und die Kosten -für Gas in den Städten Mitau, Lieban, Windau u. s. w. tragen, damit sie ihrerseits die Christen erleuchten. Es werden daher fortan alle Beleuchtungskosten in den obenerwähnten Städten von den in denselben wohnenden Israeliten getragen werden." Der Petersburger Correspondent des französischen Blatres behauptet, dass die Jude»! bisher nichts für die Beleuchtung bezahlt hätten, was wohl nicht richtig ist. Die in Ihrem geschätzten Blatte Nnmmsr 17 a. c. von Herrn S. gestellte Frage, ob Essig ׳שיפ welcher in Gefäßen bereitet wurde, in welchen das ganze Jahr der Essig gehalten wird, für gebraucht werden darr, kann ich im bejahenden Sinne beantworten, und zwar wird diese שאלה im שיע איה סיי ת״מיז behandelt, wo der ר״מ״א den Essig, selbst wenn er in ein wirklich כלי הנק gegeben wird מתיר ist; um wie viel mehr in einem Essig-Gefäß, welches nur ein תערובת חמץ ist. Wenn auch der מני א dagegen ist und den Essig אופר ist, בכדי שיתנו על האור וירודה sobald ec in dem כלי הפץ so lange weilt, dass er durch Feuer zum Sieden gebracht werden kann, lassen wir dennoch die Worte des ר״מי׳א gelten, welcher Wein und Essig gleich מתיר ist מטעם נט״בר נ״ט. Denn die Frage des מ״ג״א, dass נ״ט בר נ״ט bei דבר הריף nicht angeht, ist nicht stichhältig. Dieselbe wird im פ2ר נשמת אדם beantwortet, dass letzteres nur bei gekochten Dingen, d. h. beim Kochen aber nicht bei einer kalten Behandlung ausgesagt ist. Wenn nun die Fabrizierung in den genannten Fässern durch Kochen geschieht, so ist der Essig אפור für פפה. Da aber der Essig nach meiner Meinung schon in kaltem Zustande in das Gefäß geleert wird, so ist er מותר. Jedoch möchte ich es nur בדיעבד aber nicht לבתהילה erlauben. 3a selbst der מ״נ״א בשם מ״ה״רי״ל erlaubt den Essig, wenn das Gefäß vor dem Hineinleeren des Essigs gereinigt wurde, was gewöhnlich auch geschieht. Mindszeut, 25. Sivan 5650. Samuel Streicher. Vereinsnachrichten. In der am 19. Juni stattgehabten Vorstandssitznnz des österr.- ungar. Cantoren-Bereines, in welcher über die Stellungnahme des Vereines zu den neuen Gemeindeftatuten verhandelt wurde, wurde der einstimmige Beschluss gefasst, dass der Cantoreu-Vercin in einem Memorandum an die jüdischen Cultnsgemeinden herantreten solle, mit dem Ersuchen, bei Abfassung der neuen Statuten auch auf daS Cantorat die ihm im Sinne des Gesetzes und mit Rücksicht auf seine Bedeutung im jüdischen Gottesdienste gebührende Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig wurde beschlossen, für den 11. und 12. August dieses Jahres einen Cantorentag nach Wien einzuberufen. In Anbetracht des Umstandes, dass der Cantorentag sich auch mit der oberwähnten Frage zn beschäftigen haben wird, wäre eine recht zahlreicheTheilnahme der Collegenschaar im hohen Grade erwünscht, und wir bitten, die Anmeldungen recht bald an den Vorstand gelangen zu lassen. Wien, am 20. Juni 1890. Dor Vorstand des österr.-ungar. Cantoren-Vereines. Ausweis. Für die Cantorswitwe sind als Beiträge zur Ausstattung ihrer Tochter noch folgende Spenden eingelaufen: Thaler, Oedenbnrg I fl.; Freisinger, Pilsen 2 fl.; Weiss, Bukarest 5 fl.; Fuchs, Bukarest 2 fl.; Baer, Gothenburg 5 Mark; Naches, Trzynietz 50 kr. Abonnements-Einladung. An die geehrten Herren Lollegen und Abonnenten stellen wir das dringendste Ersuchen, die Erneuerung! des Nstonnemenks für das am \. Juli beginnende III. Quartal ehestens einzuleiten und den jpränumerationsbetrag im Taufe der nächsten Woche einzusenden. Gleichzeitig bitten wir um Begleichung der NLLckstände. Die Mdministralion»! k! j I1Im־יJ5<^:זי**seES^פeו^raM*aHaH■ו