Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 7 (1.3.1890)
- Date
- 1890-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Central-Organ Pränumerntions-Prcis. Kür Kantoren und Kuttusveamte in Hesterreich-Ztngarn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjährig.fl. 2.— Kür Kantoren und KnUusveamte im Anstand Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Kür private und Institute Ganzjährig . . . . .fl. 6.— Ar die Interim der Junioren mtd ^nlLmbemnten. E e s ch eint jeden; e h n L e n Tag. Begründer: Obercautor »ss.vvd Ls.N6r. Wedactio» AdministraLion Wien II. Novaragasse Nr. 27. Inserate werden bistigst berechnet. Atanuscripte werden nicht retournirt. ASounements- und Inserlionsveträge stnd in Me» zasttvar. Nr. 7. Wien, 1. Marx 1890. 10. Jahrgang. Wien, am 28. Februar 1890. Vereinsleitnugcn haben mit den Finnen die glückliche Gemeinschaft, dass diese wie jene, je weniger man von ihnen spricht, desto ersprießlicher ihre Obliegenheiten erfüllen und ihrem Wirkungskreise zum Segen gereichen. Non diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, wäre die Leitung des österr.-nngar. Cantoren- Vereines geradezu als Muster hinzustellen. Wir posaunen unsere stille, wenn auch oft bedeutungsvolle Arbeit nicht in die Welt hinaus, wir berichten weder von weltbewegenden Ministeraudienzen, die nichts weiter als einige schöne Redensarten und gar keine Erfolge im Gefolge haben, noch von wohlgesetzten Reden, welche die hohe Bedeutung des Einzelnen hervorheben sollen, sonst aber, gleich anderen Redensarten, im lauten Tageslebeu bedeutungslos verhallen. Allein auch wir. der Vorstand des österr.-unzar. Cantoren- Vereines, sollten daran gemahnt werden, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben dürfe; denn in den letzten Wochen der zu Rüste gehenden Verwaltnngsperivde unseres Vereines sollten wir von berufener Seite der Pflichtvcrzessenheit geziehen, von berufenen Bernfsgenossen öffentlich als lässig und faul hingestellt werden. Von »berufener* Seite?— Die böhmischen (resp. Pragers Herren, bei denen trotz des parlamentarischen Ausgleiches nie an einen Ausgleich zu denken ist. sie sind »unberufen* am allerwenigsten dazu berufen, uns die Leviten zu lesen, nachdem sie von jeher der Geist, der stets verneint, und Gegner unseres Vereines gewesen, die demselben manche bittere Stunde und mannigfache Beunruhigung bereiteten. . Also ein Gegenverein mit dem Sitze in Prag soll gegründet werden? Nun, das hätten doch die Herren wahrlich schon früher erklären können, bevor sie als mißvergnügte Vorsteher der einstigen Prager Zweigniederlassung uns, den VereinZvorstand, vergewaltigen und zwingen wollten, nach ihrer Pfeife zu tanzen, doch — Lieb' Böhmerland magst ruhig sein Fest steht und treu die Wacht — im österr.-ungar. Cantorenverein! . Und nun wollen wir daran schreiten, der Gesammtheit unserer Mitglieder ein Bild der im abgelaufenen Jahre entwickelten Vereinsthätigkeit zu entwerfen und den an anderer Stelle veröffentlichten Rechnung» Answeis eingehender zu erörtern. Die bedeutendste Einnahme boten auch im heurigen Jahre die Mikgliederbeiträge, und wir müssen es mit Genugthuung constatiren, dass abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen die Ein» Zahlungen regelmäßiger und pünktlicher als sonst erfolgt sind. Um verschiedenen Schwierigkeiten bei der Buchung zu begegnen» wäre es nur wünschenswert, die Beiträge immer pr. Quartale, d. b. zu Beträgen von fl. 1.50, st. 3.—, st. 4.50 oder st. 6.— cilizusenden. Dadurch würden die geehrten Mitglieder einerseits selbst immer über den Stand ihrer Einzahlungen im Klaren sein und andererseits auch uns so manche unnütze Arbeit ersparen. Trotz der allgemein pünktlichen Einzahlungen war der Vereins- Vorstand dennoch in der unangenehmen Lage, einige Mitglieder in Folge großer Rückstände aus dem Vereine ausschließen zu müssen, eine Thatsache, die wir mit größtem Bedauern coustatiren. Nächst den Mitgliederbeikrägen sind die Zinsen des Vereins» Vermögens, die auf fast 400 fl. gestiegen sind, die größte Einnahmsquelle. Der graduelle Aufstieg dieses Postens von Jahr zu Jahr liefert den besten Beleg für das umsichtige und fürsorgliche Finanzgebahren der Vereinsleitung. Beim Hinblicke auf die außerordentlichen Einnahmen, welche namentlich aus Spenden resumiren, erfasst uns eine gewisse Wehmuth. Wol haben wir auch hier einen Zuwachs zu verzeichnen, aber um wie Vieles höher könnte sich dieser beziffern, wenn alle uns seinerzeit von Gemeindan und Privaten zngesicherten Jahresbeiträge eingebrachc würden. Und hiezu bedürfre eS wahrlich nur einer größeren Energie von Seilen unserer geehricu Vereinsmitglieder. Den steigenden Einnahmen gegenüber sind wir in der angenehmen Lage, ans ein Sinken der Ausgaben Hinweisen zu können. Wol sind uns auch Heuer noch größere Auslagen aus der Statutenänderung und der damit verbundenen Drucklegung und Versendung der neuen Statuten, sowie der nöthig gewordeneu Neuwahl des Vorstandes erwachsen, aber trotzdem reicht die ausgewiesene Ziffer nicht an die früheren heran, und wir sind zu der Hoffnung berechtigt, dass von nun an bei den Kanzlei» und Verwaltungsspeseu so manche Ersparnis wird eintreten könneu