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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1890-01-11 · Heft 2 (11.1.1890) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 2 (11.1.1890)
Date
1890-01-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische ren - Zeitung Central-Organ Pränumerations-Preis. Kür Kantoren und Kuttusveamte in Hesterreich Ungarn Ganzjährig.fl. 4.— Halbjährig.fl. L.— Kür Kantoren und Kuklusöeamte im Anstand Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. ׳ - Anr private nnd Institute Ganzjährig.fl. 6.— für die Intereßen der HMoren und HultusbeNnteii. E r s ch r i n L jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor I's.vvd 2s.NSr. Kedacliow und Administration Wien II. Novaragasse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht relournirt. Abonnementsnnd Znfertionsbetröge sind iw ZSien jahlSar. Nr. 2. Wien, 11. Jänner 1890. 10. Jahrgang. Zum 26jährigen Nmks-Iuüiläum. Seou Kartschmavoff Ober-Cantor dev israelitischen Tultus-GemeinÄe in Grotz-Kantzsa. ריחי und ׳ואלה שמות so heißen die beiden Thoraabschnitte, die den Jubeltag unseres verehrten Tollegen Leon Karkschmaroff einrahmen, und wir gestehen, dass die räumlich und inhaltlich bedeutungsvollste Darlegung die erfüllte Lebensaufgabe unseres verehrten Jubilars nicht prägnanter zeichnen könnte, wie das durch die Bedeutung der oben angeführten Sidra-Namen geschieht. ״Er lebte — Und das ist der Name der Männer." Nur die Namen D erjenigen werden verzeichnet, die ein wahrhaftes Leben geführt, deren Moral, Bestrebung und künstlerische Bethätigung wie ein offenes Buch vor den Augen der. Mitgenossen aufgerollt erscheint und von der Mitwelt als unangetastet und bedeutungsvoll gewürdigt wird. Und ein solch' ideales, inhaltsvolles Leben lebte Leon Kartschmarvff. Verfolgen wir seinen Lebensweg von seinem Geburtsorte Lherson, allwo er als der Sohn des berühmten Lhasen Lusi-Lherson am 2^8\ ל׳ג בעומר bas Licht der IDelt erblickte, und betrachten wir seine weiteren Bestrebungen auf den mannigfachsten Manderplätzen Sebastopol, Odessa, Mien, Triesch, Temesvar, Szegedin und Groß-Kanizsa, so erfahren wir mit großer Genugchuung, dass Fleiß, Ausdauer, rastloses Streben und moralische Hoheit wie ein hellblinkender, goldener Faden die Heerstraße seines Lebens durchzieht. Als Knabe reich talentirt und in der entsprechenden Gesangsathmosphäre erzogen, suchte er als Jüngling alles das zu erlernen, was ihm für seine späteren Zwecke ersprießlich erschien, und wurde in seinem Streben von Männern, wie Professor Sülzer, Lorenz Meiß und Heinrich s)roch, mit Märme und vieler Sympathie unterstützt; als junger Mann, gottbegnadet durch die Erlangung einer gleichgesinnten, idealen Gattin, gründete er ein Haus, welches wie ein Heller Stern unter den Familienhäusern jüdischer Tantoren hervorleuchtet; als Vater gesegnet von einer Schaar trefflicher, wohl erzogener Kinder, führte KartschmarvU ein wahrhaft glückliches und patriarchalisches Leben. Als Tantor und Künstler! Nun wir meinen, dass es blos des Namens KartftchmaroA bedarf, um die Summe von Anerkennung und Sympathie zu zeichnen, die der verehrte Jubilar als ausgezeichneter Sänger vor dem Herrn in so hohem Maße erfahren. Nun, was sollen wir dem Gesagten noch hinzufügen? ואלה שמות — ויחי . Nartftchmaroff hat wacker gestrebt, sittlich gelebt, darum, nennt man die besten Namen, wird der seine auch genannt. Möge der verehrte Freund und Tollege und seine verehrungswürdige Familie von dem idealen Bewusstsein durchdrungen sein, dass der heutige Jubeltag seiner 25jährigen Wirksamkeit als Obercantor der großen israelitischen Tultusgemeinde Groß-Kanizsa nicht blos von der großen Anzahl seiner Gemeinde- Mitglieder, sondern auch von allen seinen Tollegen, die ein offenes Herz für Sittlichkeit und künstlerische Bedeutung haben, mitgefeiert wird, und möge es uns allen gegönnt sein, auch nach weiteren 25 Jahren, wenn der Silberglanz des Lebens geschwunden und sich allmälig zu vergolden beginnt, dem wackeren Freunde und seiner Familie die Morte zurufen zu können: 5 רה—ואלה שמות. Mien, am zz. Jänner Z890.

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