Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 41 (22.12.1888)
- Date
- 1888-12-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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tzefähr 14, Frankel aber höchstens 9 Jahre alt — als verkommenen! Epikuräer anerkannt hat. So haben Sie es mit ihrem Gewissen vereinbar gefunden, mich ohne mich je gesehen, ohne mich von der Anklage verständigt, ohne mich zur Rechtfertigung zugelassen zu haben, auf eine bloße Verleumdung hin vor der ganzen Welt an den Pranger zu stellen, mir meuchlings meine Ehre zu nehmen. Als ich von diesen Dingen erfuhr, da bat ich Sie brieflich und öffentlich in den ehrerbst ׳igsteu, Ausdrücken, Sie mögen doch nach göttlichen! und weltlichem Rechte auch mir Gelegenheit bieten, meine Unschuld zu erweisen und daher in den nächsten vier Wochen die Belastungszeugen nochmals in meiner Gegenwart zu vernehmen. Die vier Wochen gingen vorüber, ohne dass Sie meine Bitte erfüllten, weil, wie Sie mir schreiben ließen, Sie bis nach den h. Feiertagen keine Zeit dazu hätten. Dieser Vorivand war aber nichtig und unwahr. Nichtig, denn jeder honnete Mensch wird innerhalb vier Wochen eine freie Stunde find, n müssen, um ein an seinen Nebenmenschen begangenes, so schweres Unrecht wieder gut zu machen. Als es galt, mir meine Ehre zu entreißen und meine Existenz zu vernichten, da waren Sie gleich den ersten Tag zur Hand und jetzt, wo Sie mir meine Ehre zurückgeben sollen, sind Ihnen vier Wochen zu wenig? Der Vorwand war aber unwahr. Denn thatsächlich haben Se sich ja Zeit und Mühe genommen, am 4. und 9. vorigen Monats die Zeugen, welche inzwischen ihre früheren Aussagen vor Jedem, der cs hören wollte, revozirten, vor sich zu laden, und sie insbesonders am letztgenannten Tage von 8 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags mit allen Mitteln bearbeitet und ihnen sogar mit dem Banne gedroht, damit sie ihre Aussagen ausrechterhalten und beeiden. Das geschah in Gegenwart zweier Herren ans N. Und als die Zeugen dennoch standhaft blieben und sich Ihrem Verlangen nicht fügen wollten — dann hatten Sie keine Zeit für mich. Trotzdem ich von diesem eigenthümlichen Vorgänge Kenntnis hatte, trotzdem ich ferner erfuhr, dass Sie ihre Gehässigfett gegen mich sogar meinen seligen Vater entgelten ließen, indem Sie in Ihrer am Vorabende des Versöhnungstage gehaltenen Pre- Ligt in der Sie nach altem Brauch der im Jahreslaufe verstorbenen . Rabbinen gedachten, meines großen berühmten Vaters gänzlich vergaßen; trotz alledem wartete ich ruhig bis nach den Feiertagen und begab mich sodann selbst nach Preßburg, um die Erlangung meines guten Rechtes persönlich zu betreiben. Zwei Tage haben Sie mich da mit leeren Versprechungen hingehalten, bis Sie mir endlich das Wort gaben, in spätestens 14 Tagen meine Angelegenheit ordnungsmäßig vorzunehmen Seit damals sind bereits zweimal 14 Tage verstrichen, ohne dass bis jetzt etwas geschehen wäre. Es ist nun klar, Sie wollen meine Angelegenheit nicht vornehmen, damit nicht meine Schuldlosigkeit an den Tag komme; Sie wollen mich um jeden Preis verketzern und verderben, weil es das Partei Interesse so verlangt, und ich zweifle gar nicht, dass sich willige Kreaturen finden werden, die auf Ihren Wunsch gegen mich auch das Ungeheuerlichste bezeugen. Ich aber fühle mich nunmehr der Rücksicht entbunden, die ich bisher den Rabbiner von Preßburg gegenüber beobachtete, und ich rufe Ihnen daher laut und öffentlich zu: Sie haben das Recht verwirkt, mein Richter zu sein! Denn als Rabbiner haben Sie sich unentschuldbar vergangen gegen den Grundsatz des jüdischen Rechtes: ״Man darf nicht in Abwesenheit des Verklagten die Belastungszeugen verhören". (Chosch. Mischp. 28. 15. Maimon. Hilch. Eduth. m. 11); als Richter haben Sie das Partei-Jntereffe über das Recht gestellt; als Mensch aber sind Sie gegen mich eigenthümlich vorgegangen. Hiemit ist die Polemik m inerseits geschloffen und werde ich neuerliche Verleumdungen — mit Vorbehalt der Rechtsmittel — unbeachtet lassen. Sollten Sie aber erklären, dass auch nur ein Wort in diesem Briefe unwahr ist, dann werde ich nicht zögern, entsprechenden Orts den Wahrheitsbeweis zu erbringen und nöthigenfalls auch die motivirte Revokation der Zeugen veröffentlichen. S i l l e i n, am 31. Oktober 1888. Adolf H ö n i g. Wien. Die berühmte Koscher Selchwaaren-Fabrik I. Thenmann in Wien hat zur Deckung des bedeutenden Exportes nach Frankreich itnb England eine Filiale in Paris errichtet und wurde bereits daselbst die Verkaufsstelle in der rue d’Hautville 1, eröffnet. Die besten Concert- und Stutzflügel der Welt von Steinwah u. Sous in New- Dock; die besten Harmoniums van Mason u. Hamlin in Boston in größter Auswahl im reichhaltigsten österreichischen Llavier -Etablissement von Bernhard Kohn, Wien, I., Verlängerte Himmelpfortgaffe 20. 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