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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-12-22 · Heft 41 (22.12.1888) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 41 (22.12.1888)
Date
1888-12-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreiehiseh - ungarische Organ Krärrum eralionspreis Für D«r»itts<nitgtt«der. VauzjShrig fl. 6.— Halbjährig ff. 2.50 Vierteljährig fl. 1.25 Für Nichtmitgliider Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Vierteljährig fl. 1.50 Für da» Ausland <itzlnzjährig . . fl- $är ■; 10 Mark oder 5 Rubel. ' für ilie ^iltereIen Wscher ^fliltoreli mä ^-ultmbemten. H r f ch e in t j e d e n a ch t e « G a g. . Begründer: DBeramtor Jacob Bauer. ZLedaction und Administration Wien, II., Novaragaffe Nr. 27 Inserate werden-billigst berechnet. Manuscripte werden nicht! retournirt. f\ Abonnementsu. Ankertionsbetrase find in Wien zahlbar. Nr. 41. icn, 22. Dezember 1888. 8. I>ch»gang. <' a ' Erklärung -rs ÄLon Olam von Jakob Grünwald, aütor. Rabbiner in Bisenz, Mähren. jföoito: ״Die Zeit ist ein alter Weib, .die Ewigkeit ist eine ewige Jungfrau". J ' ' (Göthe.) Die drei und Zukunft, AmtzW WWWE-so^daU die werdmiie die frühere verscheucht, so Wird von der GegeNwätt^MeMmZMMhett, und ׳jme von der Zukunft verdrängt und wird,, als wäre sie nie gewesen. Die Ewigfeit hingegen bleibt sich immer. gleich, weil sie nie angefangen und me ren wird, sie ist untheilbar und bleibt immer ein Ganzes. Aus dem Gesagten folgt, dass es bei Gott, der von Ewigkeit her ist und ewig sein wird, keine Vergangenheit und keine Zukunft gibt, alles nur Gegenwart ist. Nur bei den geschaffenen Wesen lässt sich die Zeit in drei Perioden theilen. Gott ist aber über Zeit und Raum erhaben, wie unsere Weisen sagen: »Hakodosch boruch hu mekomo schel olomc. Wie der Raum größer ist als der sich in ihm befindende Körper, so.ist Gott über den Raum der Welt erhaben. Demnach müssen wir uns das Dasein Gottes nicht wie die Existenz geschaffener Dinge vorstellen, und ebenso müssen wir alle Attribute, die wir Gott beilegen, nur negativ verstehen d. h. wir können von ihm nicht sägen, dass er nicht ist. Und finden wir in der heiligen Schrift: ״Gott sieht und hört", so. müssen wir das dahin auffässen, dass ihm nichts verborgen ist; denn würden wir Gott menschliche Eigenschqsten beilegen, so wäre er kein einfaches . Wesen. Gott ist ferner einzig und einig, d. h. er ist erhaben über alle' menschlichen Begriffe. Das Verdienst der hebräischen Semiten besteht nicht sowohl in ihrer Idee von Mono-Theos als vielmehr in der Idee von Teos-Monos. Erster« mögen sie etwa mit allen oder mit vielen anderen Semiten gemein gehabt haben, letztere hingegen, dass Gott nichts anders als eine Einheit sein darf, kommt den Hebräern ausschließlich und allein zu. Und dieser Unterschied Md dieser Vorzug ist ja nicht gering anzuschlagen. -> Wenn ich Monotheismus sage, so habe ich den Begriff eines historisch, einzigen Gottes zwar ausgesprochen, was allein schon geeignet ist, auß die socialen Zustände wohlthätig und rechtlich einzuwirken, allein ich habe noch immer blos einen historischen Gott, dem es an rationellem Dasein gHricht, den die Vernunft nicht mit mehr Recht als benPolytheismus anerkennnt. Wo gibt es ein Einzeknwesen,. darf man fragen, das zugleich den Begriff der Mehrheit invokärtef Anders ist es, wenn ich säge: ״Gott ist eine Einheit", jeM rationell den Polytheismus aus dem Felde geschlagen, jetzt erst wird da»?encheWM^System in dem Selbstbewusstsein zu keiner bloßen MHahmung, sondern zu einer subjectiven Überzeugung. Und es unterliegt keinem Zweifel, dass die Völkersich, nicht eher veranlasst sahen, das Wort: ״Gleiches Recht für Alle", auszusprechen, bis die Einheit der Substanz sichergestellt wurde. Es zielt noch heut zu Tage der Grundsatz: ״Das Erdenreich gleicht dem Himmelreich". Gemäß dieser Voraussetzung wird der Ausdruck ״Vergangenheit Gegenwart und Zukunft" von Gott nur in Bezug auf uns Mensche» aufgefasst, weil wir Menschen nur in einer Zeit existieren, früher aber nicht existiert und in der Zukunft nicht sein werden. In einem solchen Sinne sagt der Verfasser des Adon Olom: Ascher moloch, beterem kaul jezir nivro, als wir noch nicht warm; bees na’ase bechefzo kol asai melach schemo nikro, wenn wir sind; wee acharei kichlaus hakaul lewadau jimlauch nauro, wenn wir nicht mehr, sein werden. Mer bei Gott ist alles Gegenwart. Warum? »Huhojo, hu hauwe wehu jiheje besiforo«, weil er von Ewigkeit her ist, und in Ewigkeit sein wird. ,Hu echod ween sehen!.« Er ist eine Einheit, die nicht zu» gleich den Begriff der Mehrheit involvirt, jetzt haben wir Gott recht rationell aufgefasst, und den Polytheismus verbannt.'»Bei! reschis übel! sachlis« es lässt sich bei Gott weder Anfang noch Ende den» ken, »welau hoaus wehamisro« er besitzt Macht und Herrschaft »wehu el! wechai gaualic, er ist mein Gott und mein Erlöser» »Wezur chewli bees zoro«. Mein Hort zur Zeit der Noch. I» seiner Hand ist mein Geschick. »Wehu nisi umonaus li«, mei» Panier upd Austucht »menos kausi besäum ekro«, meines BecherK Antheil, so ich ihn anrufe. »Lejodau atkid ruehi«, in seine Hand j übergebe ich memm GiH^ »be'es!schon weoiro«, nicht nur so»

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