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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-12-14 · Heft 40 (14.12.1888) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 40 (14.12.1888)
Date
1888-12-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ohne Frömmelei einen gottergebenen, religiöM Sinn im Hexzeü hat,' die aus Uckerzeugung den beseligenden Glauben früh , dem weichen Herzen der Kinder einpragt, der dieselben auftecht hält in den Stürmen des Lebens. Von dem blos gelehrten Weibe M Freigeisterei rmfgeputzt ist nichts für die Erfüllung echter'Mutterpflichten zu ־,'■'er? warten. Wir legen mit den Jahren wohl alles, was kindisch ist, ab, Loch dem Andenken an die Kindheit,entwachsen wir nicht, dem unsere Phantasie reicht bis in das Morgenroth des Lebens zurück, und all die Eindrücke der,Kindbeit gehen ^eitweise'an unserem'Horizonte- Luchtend auf. O, dass wir alle aus unserer Kindheit und Jugend/ ׳MÄH Wüssten/ w0M:zuHnLn^WMthMgre.^4.- ., - .. ׳; Ik Ihr Mütter. ihr seit berufen,, s Äne/füngere Weltbilhenzu - Helsen, nwget ihr bedacht sern/ ErmnernNgen vorzubereitm, die stetst echckW,warnend, fördernd^ziüfi GMü Md ^chöyen/r bÄe§W> in - jckem^VKWl uMWaBckW S .. "die.'iüAEH nnt Hree'dMucht MM verkehM Erziehung^;?Die größteiSprgkfaltverwenden LiemeistcnEltern üüfdi^Bildung (oft Verbildung)׳ ihrer Wchkw/ «Wer SMdiheü / übrigeMWiHes^ BechMnis D.Kebeysache. Md das W^e SMifttsu^ E Gebräuche!, und Sitten/, ja MiW -ettimal fea - ind st ausgerüstet soll en sie: «nfl' ׳.־?■׳־ -Ihr MMr Met M MerHMHtt UM' Hrerst' reihet üns -vertrauensvoll die Hand,, um anszubefferw die Riffe und Schäden dm Mauer» LeS Hauses Israel.^ Süg ist dann der Rnhm einer: Mutter, wäm der' SohN, wmü -Lie^ochtsr Mst zu dm Seligen ׳ auMckt mtt dem Bekenntnis: Mutter, tas verdanke MHeiM'^W^ gichungl; ־״ ■V:׳ , Wer wehe, wenn . Söhne stick Töchtervon den Wegen/de^ Schicksals geschleudert, schmerzerfüllt ausrufttt t Vater, Mutter! durch.^ eure fauche Erziehung sind wir elend geworden! ׳. k; Bedenket, ein frommer Spruch/ dcrvielleicht mit einer Thrän^ aus dem Auge der Mutter in unser Herz fiel, die fteundlicheZurechtweisung, die liebevolle Aufmunterung des Vaters, die hcmernd: aus uns einwiEe, richtm mehr aus iy der Anfechtung, als stolze. Lchrgebäude der Wissenschaft. Ein edles Herz ist die höchste Tugend, «in dickerer CharoLer mchr denn Gelehrsümkit. Gebet darum zu dem Gutm das Beste. Lastet durch mm Beispiel den Glaubenskeim der ׳ Kinder sich erschließen und ihr werdet Freude im. Herzen, Hochachtung bei der Mü- und Nachwelt ernten. ״Anmuth ist trügerisch, Schönheit ist vergänglich, aber ein gottesfürchtiges.Weib bleibt' immer lobmswerth". »Ko somar lewes Jaakow, (elu hanoschim) w’saget liwne Jisrod«. So sollst Du sprechen zu dem Hause Jakob (darunter sind die Frauen verstanden) und verkünden den Söhnen Israels. Aas ÄlterverjorgMgshaus -er israelüischen Cultusgemeinde. W i e n, Z. December. . Zur Feier des Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers hat die israelitische Cultusgemeinde beschloffen, -für hundert alle Männer und Frauen ein Versorgungshaus zu Lauen. Ein großmüchiges Legat von fl. 4Ö.OQO mck hochherzige Beiträge der Bürger der Stickt gtckm hiezu die ePen Mittel; ein Frauen-ComitL faMÄte Ästigst wsttere Beiträge, und die Eecknnde gab Mls eigenen MiEl zu, so dass das Werk vollkommen gesichert ist Jnbesotidere chqben״ DgicktlngSrath Dr. Kuh/ UeMemderät Simon, die ArchWKest? Stiäßny und Max Fleischer sich der;AngÄegenheit eifrigst aügenManen- . ünd sie würden von Len Damen" Ottilie Böndi, / v/ Hahn, ׳Päula v^ Frankel, / Taussig st/ A. aufs Eifrigste, unterstützt. Die Bauleitung hat Architekt Stiaßny unentgeltlich übernommenden Bau selbst Herr Donat Zifferer, so dass Gewahr für die - vollkommenste Ausführung gegeben ist. Gestern nun, am Käisertäge, wurde der Grundstein gelegt. Zu dieser Feier hatten sich der Bürgermeister Uhl mü den GeMeideräthen Meißl, Fritz, Dr. Kcrnecker, Dr. Haindl, Magistratsrath Lekisch, Bezirksvorstand Gerstle, die ' Abgeordneten Wrabetz und Dr. Bloch, Pfarrer Swoboda von der Servitenkirche, EoMMiffär Presser und viele andere Ehrengäste eiügcfMen. Der Herr /Statthalter und der Polizei-Präsident waren durch dienstliche Arbeit ^erDckirt/' der Feier beizuwohnen.Unter den Gästen befanden - sich Regierungsrath R. v. Hahn, Hofrath R. v§-Pfeifer- - Dr^! Ludwig- AngM Frankl, kaiserlich^ Rath- und Polizei-ObercoMmissiL Frankl und'^me überaus große Zahl von GemÄüdemiWckerK-׳ fowie das /DameWmW.n - ' -^׳-7׳#^ , ] ' Bürgermeister U h! ׳wurde ungemÄn ^herzlich-eMpfangen und vpm Präses Ärminiö Cohst und ״ den anderen 'VotstaudSMitgKckern wärmstens -begrüßt.׳ Nstchd'em der- Bürgermeister den Etjrenplatz eingenommen - haste, begann' die Feier:' Dev- Tempelchor unter d«S ׳ -Löbkrcäütors Singer Leitung Len PsalM127 (V. und 5) ״Wenn ׳der Herr' das HaüS nicht baüÄ"» Nstch ckem Gesänge nchtete Präses Rohst folgende Anrede an den Bürgermeister : - . ״ES ist eine ästehrwürdige jüdische-' Sitte/ -M freickigm^.Olmi-׳ lienfestcn der: Armen zu gedenken und ihnen hilfreiche - Spenden zu widmen. Es ist ein großartiges,Pölkerfamiliensest, das am.heutigen ׳Tage in unserem geliebten Vaterlande begangeü wird, indem eS dm glorreichm Fürsten feiert, der, wie^einst der Lehrer und Gesetzgeber unserer Vorfahrm, durch vierzig Jahre segensreich , lenkend und schützend führt. (Stürmische Hochrufe.) Und so hat//die israelitische Cultusgemeinde in Wim, frommer Sitte׳ und Herkommen getreü, von innigstgefühlter Dankbarkeit durchglüht, beschlossen, zu ewigem Gckächnis an dm geschichtlich denkwürdigen Augenblick ein Versorgungshaus für hilflose Greise und Greisinnen zu' gründen. ES ist ein geweihter Boden/ in welchen wir den ' Grundstein versmkm. Während eines halben Tausend von Jahren wurden in./ihm unsere Glaubensgenossen fromm bestattet, und wenn die Toten reden könnten, sie würden den späten Enkeln zugestimmt haben, als diese angrenzend der Ruhestätte eine Stätte der Barmherzigkeit errichteten, in welcher durch ein volles Jahrhundert bedürftige Kranke Leben und Gesundheü wiedergefunden haben. Und als dm Kranken eine andere und größere Zustuchtstätte eröffnet wurde, nahm daS Haus arme weltverlassene Waisen auf, um sie zu kleiden, zu nähren, geistig, religiös und sittlich zu bilden. Nicht blos auf dem First des Hauses wird es zu lesen sein, es wird in den Herzen Aller, die es in Zukunft bewohnen werden, fortlcken, wie dankbar auch sie des weisen und ckelsinnigen Herrschers, des hochherzigen Wohlthäters auf dem Throne gedenken. (Beifall.) Gott segne Franz Josef I. und sein glorreiches Haus, hoch! hoch! dreimal hoch 1" Die Versammlung stimmte in diesen Ruf ein. Dann sprach Bürgermeister Ü h l : ׳,Ich. beglückwünsche den geehrten Vorstand der israelittschm Cultusgemeinde zu dem Beschlüße, aus Anlass des Regiernngs-Jubiläums Sr. Majestät deS Kaisers ein Alterversorgungshaus zu bauen. Es ist damit ganz gewiss den erhabenen Intentionen unseres allgelickten und hochverehrten Kaisers und Herrn (Hochrufe) entsprochen, dmn es ist dies ein eminent humanitärer . Zweck, dem dies Haus gewckmet ist. Möge dieser Bau bald seiner Vollendung entgegengchen, um den edlen Zweck, dem er gewidmet ist, —wie vorauszusehen — vollkommen zu entsprechen". (Lebhafter Beifall.) Der Obmann des Bau-Comites, Regierungsrath Dr. Angela Kuhrichtete an die Versammlung einige herzliche Worte und gedacht«, vor Allem deS hehren Mannes auf dem Throne (Beifall), dstü wir Alle verdanken,״ dass unsere Gemeindk/ von seiner Gnade >!

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