Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 37 (14.11.1888)
- Date
- 1888-11-14
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/1304829-3453130-3453167--2690-3456966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
der Christenheit das Heil gegeben. Als meine Mutter vor kurzer Zeit hochbejahrt starb, habe ich in jener Weise an ihrem Grabe gebetet, wie sie es mir lehrte, und ich trauerte um sie in jener Weise* wie ihre Religion es vorgeschrieben".Bei diesen Worten schwammen ihre Augen in Thränen; sie zog ein Medaillon hervor, öffnete es und nachdem sie das Bild darin an ihre Lippen gepresst hatte, zeigte sie es mir: das Porträt einer alten Frau von unverkennbar jüdischem Typus. ״C’etait Mama!״ lispelte sie und eilte ins Nebenzimmer, um dann mit verweinten Angel! ein jüdisches Gebetbuch heraus zu bringen. ״Das einzige Erbtheil nach meiner Mutter!" sagte sie, das unscheinbare, in Leder gebundene Büchlein, nachdem sie es mir gezeigt hatte, in ein kostbares Etui aus Sammt mit Goldornamenten schiebend. Kr. Kikinda. Das hier erscheinende, serbische Wochenblatt ״Nedeljni List" brachte dieser Tage die Meldung, ein Bauernbursche Namens Omer Popow sei am 25. October durch den Beodraer Schächter in das dortige Bethaus gelockt und dort von diesem mit Riemen gefesselt worden Sodann habe er ein großes Messer in der Hand des Schächters erblickt, was ihn derart erschreck'e, dass er, als ihm besohlen worden, die Kerze auszulöschen, vor Furcht und Zittern nicht die Kraft hiezu fand. Nun blies der Schächter das Licht selbst aus und begann ihn zu würgen, worauf er jedoch aus Leibeskräften um Hilfe zu schreien begann. Es kam ein Nachbar herbei, welcher mit einer eisenen Gabel am Fenster der Synagoge klopfte, worauf der Knabe, wie er erzählt, freigelassen wurde und auf einen eben Vorüberfahrenden Wagen sprang, welcher ihn zu seinen Eltern brachte. Diese Mittheilnng erregte begreifliches Aufsehen, welches jedoch einer allgemeinen Heiterkeit und Indignation wich, als folgender Thatbestand bekannte wurde. Der Beodraer Schächter, ein sehr populärer Mann, welcher die rituellen Vorschriften der Orthodoxen streng einhält, rief am vorletzten Samstag den obengenannten Burschen in die Stube, damit er seine Lampe auslösche, was dieser auch that, wofür er als Belohnung ein Stück Kuchen erhielt. Als er jedoch das Zimmer verließ, kam ihm der Haushund bellend in den Weg, und dies erschreckte dm Knaben derart, dass er laut schreiend durch die offene Gassenthür auf die Straße stürzte und auf einen gerade , vorüberfahrenden-Wagen sprang AM dem'Hünde zu entkommen. Der Kutscher des Wagens mag nun die mangelhafte Erzählung des vor Schrecken zitternden Knaben nach bekannten Mustern ergänzt und Ln die Welt gesetzt haben. Stockholm. Baron Alphons Rothschild in Paris spendete eine halbe Million Francs zum Wohle der Witwen und Waisen von Rabbinen und Cantoren, Dem edlen Spender gebührt der Dank der gesammten Cantorenwelt. H. Korrespondenz der Aedaetron. B. in Pard. Bestätigen dankend die Einsendung des aanzjähriaen Abonnementsbetcages. Dr. in P. Dank für Zusendungder Camposition. Besprechung nächstens. H. in Amst. Fiir lausendes Jahr haben Sie Ihr Abaunement lä.igsi eiugesendet. An Ihrer musterhr,'tsn Pünktlichkeit haben wir nie tals ge;1ve fe.t Tramp, in Csako. Das verlangte Werk ist beim Herausgeber Cantar Tintner in Bnnzlau, (Pr. Schlesien) zu beziehen-, Inserat w.rd bilgst bere hnet Denjenigen Kollege», sowie den U. K. Kanstenterr» welche nach Wien reife», empfehlen wir bestens als Logis das renommirte ״Hotel Hnrope" 2. Wez, Afperngaste» welches gegenwärtig «nter der tüchtige» Leitung des öekannten Koscher - Westanratenr W. Winternitz (früher 1. Wez.. Adtergasse) steht. Die Aedaction. Gingesen-et. Ich erlaube mir ein geehrtes j). T. publicum auf mein eben eröffnetes RaffeetzanK E-, ^tephaniestraße Nr. 8,aufmerksam zu machen. hochelegantes (ocal, Billards neueren ^stems, elegante Sptelfäle, sämmtliche Journale des )n- und Auslandes. Exquisite Getränke bei aufmerksamster Bedienung. > Um zahlreichen Zuspruch bittet hochachtungsvoll [ Max Gnrh. Die älteste, bestrenommirte Selehfleisehwaaren - Fabrik Soeben erschienen : WIEN II. Cirinspsse 38 (im eigenen Hause) wm empfiehlt ihr Sortiment פשר Wurst-, Selchfleisch Waarea Ungar, und Yeroneser Salami bester Qualität. Vermöge gut ventilirter Troekenkammern, durch Aufstellung der neuesten Maschinen und Kühlapparate ist sie in der Lage, jederzeit frische -Waare zu erzeugen, Vorräthe bester und trockenster Salami auf dem Lager zu halten. כשר Fleischextract, System Liebig, ist stets am Lager. Aufträge aus der Provinz werden mit Ausnahme der jüdischen Fest- und Feiertage stets prompt effectuirt. Preiscourante auf Verlangen franco und gratis. aus Anlass des vierzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers. Componirt von Obercantor JOSEF GOLDSTEIN. Wien, DL, Tempelgasse z. Zu beziehen gegen Einsendung von 1 fl. ö. W. beim Componisten. De3 Kaisers Jubeltage. T7"ier nebst der Volkshymne im hebräischen Texte von Dr. Adolf Frankl-Grün, Rabbiner in Kremsier. Preis 50 kr. — D. Auflage. ושמרו Zs«f NEU NEU *־-»/IBM-% Gänse und Gänsefett liefert zu den billigsten Preisen Jakob Steinwald, autorisirter Schächter der israel Eultusgemeinde Turnau (Böhm. 0־esä21ge fiir eine Singstimme mit Orgelbegleitung, componirt von E. DWORZAN, Cantor in Posen, Graben 17. — Das Exemplar, sämmtliehe fünf W’schomr’u enthaltend, ist zum Preise von fl. 1.—, auch in Briefmarken, franco von dem Verfasser zu beziehen»