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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-10-28 · Heft 35 (28.10.1888) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 35 (28.10.1888)
Date
1888-10-28
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— 7׳ — T)0n der Teplitzer Gemeinde. ein . sehr günstiger Antrag zur Uebernähme des daselbst vacanten Cantorpostens gestellt. Herr Rothwein konnte jedoch sich nicht entschließen, die begonnenen Studien vorzeitig zu unterbrechen und musste mit Bedauern auf -den ihm gestellten Antrag Verzicht leisten. Graz. Es gereicht mir zur Genugthuung, Ihnen über eine am 9. d. M. hier stattgefundene Trauung berichten zu können, da ich hoffe, dass dieser Bericht den geehretn Lesern Ihres geschätzten Blattes von Interesse sein wird. Herr Josef Rosenbaum wirkt schon seit einigen Jahren bei der hiesigen Cultusgemeinde als Obercantor, uud hat sich in der Zeit, welche er hier weilt, die Achtung aller Gemeindeglieder, die Liebe Aller, dje seinen näheren persönlichen Umgang genossen, erworben. Den klarsten- Beweis seiner Beliebtheit lieferte seine, Dienstag den 9. Oktober stattgesundene Trauung mit Fräulein Hermine Schwarz, Tochter des Herrn Anton Schwarz, eines der angesehensten Gemeindemitglieder von Graz. Jung und Alt. Arm und Reich, Alles wetteiferte darin, Herrn Rosenbaum diesen feierlichen Akt zu einer der schönsten Erinnerungen seines Lebens zu machen. Die Gemeinde veranstaltete ihm in gerechter Würdigung seiner Verdienste eine Trauung erster Classe. - Schon lange vor der festgesetzten Zeit füllte sich der in strahlendem Lichte schimmernde Tempel bis auf den letzten Platz mit von Nah und Fern herbeigeeilten Gästen jeden Ranges, und gar viele mussten darauf verzichten, Einlass zu erlangen. Der Trauungsact wurde von Sr. Ehrwürden Dr. Mühsam durch eine kurze Anrede eingeleitet. Verschönt wurde er durch die Mitwirkung des gesammten Theaterchors, dessen Mitglieder es sich nicht nehmen ließen, ihren geehrten Dirigenten — der Chor pflegt unter seiner Leitung an den hohen Feiertagen an dem Gottesdienste thätig Theil zu nehmen — auf diese Weise eine Ovation darzubringe ׳. Die gesangliche Function versah Herr Cantor A. Reichard in würdiger Weise. Ein Festmahl im intimsten Familienkreise, bei welchem die zahlreichen prachtvollen Geschenke der Gemeinde und ihrer Mitglieder zur Ansicht aufgestellt waren, beschloss die schöne Feier. Möge es Herrn Rosenbaum vergönnt sein, an der Seite seiner holden Gattin noch eine lange Reihe von Jahren in unserer Mitte zur Verherrlichung des göttlichen Namens thätig zu sein. R. K. Sikkos. Am 24. September verstarb in Beredek im Baranyer Comitat, Herr Jacob Schwarz, welcher wegen seiner außergewöhnlichen Humanität gegen Juden wie gegen Nichtjuden sehr berühmt war; er spendete mit offenen Händen und mit erschlossenem Herzen an Alle, die sich an ihn wendeten. Wie man versichert, hat er mehr als 4000 fl. jährlich zu wohlthätigen Zwecken gewidmet. Er sandte in mehrere jüdische Gemeinden jährlich Spenden, sie an arme Menschen zu vertheilen, besonders war sein Zweck, die jüdische Wissenschüft zu unterstützen. Die außerordentliche Liebe und Hochachtung zu diesem seltenen wohlthäigen Menschen bekundete sich bei seinem Leichenzuge. Von Nah und Fern strömten Männer und Weiber Die älteste, bestrenommirte ^2^3 Selehfleisehwaaren - Fabrik J. Tem WIEN II. (Misgasse 38 (im «igenen Hause) empfiehlt ihr Sortiment כשר Wurst-, S eich fleisch-Waaren ungar. und Veroneser Salami bester Qualität. Vermöge gut ventilirter Trockenkammern, durch Aufstellung der neuesten Maschinen und Kühlapparate ist sie in der Lage, jederzeit frische Waare zu erzeugen, Vorräthe bester und trockenster Salami auf dem Lager zu halten. כשר Flelschextract, System Liebtg, ist stets am Lager. Aufträge aus der Provinz werden mit Ausnahme der jüdischen Fest- und Feiertage stets prompt effectuirt. Preiscourante auf Verlangen franco und gratis. ohne Unterschied der Religion hin, um diesem edlen Menschen die letzte Ehre zu erweisen. Die Ortsgemeinde, eine katholische, ließ läuten, die Geistlichen der Umgebung erschienen in ihren Ornaten, viele jüdische Gemeinden schickten Deputationen, vier Rabbiner, die Herren Dr. Grünwald aus Mohacs, Dr. Adler aus Baja, Dr. Reich aus Bonyhad, wie Schreiber dieses hielten ergreifende Leichenreden. Die Herren Cantoren aus Fünfkirchen und Mohacs sungirten in Herz-, und gemütherhebender Weise. Die zurückgebliebenen Kinder sind in echt jüdischem Geiste erzogen und stehen in hohem Ansehen. Und so haben wir ungarischen Juden einen Philantropen im edelsten Sinne des Wortes verloren. Aron Roth, Oberrabbiner. Kis-KeLk. Der seit zwei Jahren hier angestellte und beliebte Cantor, Herr S. Merson, heirathete am 3. d. M. die Tochter eines Fabrikanten in Kapuvar. Den gesanglichen Theil der Trauung versah Herr Cantor Löwy in Kapuvar zur allgemeinen Zufriedenheit der zahlreich erschienenen Gaste. Weuern. Am 21. Oktober starb nach kurzem Krankenlager Herr Moritz Kramer, Cantor und Lehrer der israelitischen Cultusgemeinde zu Klattau, im 44. Lebensjahre. Der Verblichene war ein Schüler unseres Altmeisters Professor Sulzer und sungirte als tüchtiger Cantor und Lehrer in Podjebrad, Turnau, und seit 9 Iahren in Klattau, wo ihn der unerbittliche Tod seiner Familie entriss. Er hinterlässt eine Wittwe mit 9 unversorgten Kindern, von denen das älteste, ein Sohn, 19 Jahre alt ist. Vor 2 Jahren wurde er von einer unheilbaren Krankheit befallen; er consultirte Prager Professoren, hierländische Aerzte, auch die löbl. Klattauer Gemeinde scheute keine Opfer — sie sandte ihn voriges Jahr nach Franzensbad — aber leider wurden alle Mittel und Opfer an Geld und Zeit vergebens angewandt. — An Moritz Kramer verloren wir einen Collegen heroorragenoeu Charakters. Sein Thun und Lassen war rein und makellos, sein Vertrauen zu Gott fest und unerschütterlich. Wie theitnehmend und wohlthätig war er gegen Jederman! Freunde liebte er, für Sünder betete er und Unglücklichen leistete er aufopfernd und uneigennützig jede mögliche Hilfe Und mit welch feiner Eleganz, mit welch süßem Schmelz der Stimme wusste er das Wort Gottes zu verkünden! Eine unübersehbare Menschenmenge begleitete am 23. Oktober seine Leiche zur ewigen Ruhe. Dem Zuge voran schritt die Schuljugend, geführt von Oberlehrer M. Berka, hinter dem Leichenwagen Ehrwürden Dr. Wolf, Rabbiner in Klattau, der eine inhaltreiche ausgezeichnete Grabrede gesprochen, Qbercantor Freisinger aus Pilsen, der die cantorale Function musterhaft versah, dann die Wittwe fammt den Waisen, der löbl. Klattauer Cultusvorftand, die Cantoren und Lehrer aus Janowitz, Neuern, Deschenitz, Drosau, Welhartitz, Neugedein, Schwiechau, und Abordnungen der zahlreichen N lchbargemeinden. Moritz Kramer, ruhe sanft! M. Reiser. GOBCUBS. Die Temesvarer (innerstädtische) isr. Religions-Gemeinde wünscht die Stelle eines musikalisch gebildeten Bassisten, Schochet-Ubodek, Koreh und Vorbeter zu besetzen. Diese Stelle, welche sofort angetreten werden kann, wird mit einem Jahresgehalte von 500 fl., Naturalwohnung, halbe Schechita (gegenwärtig circa 30 fl. monatl.) und den üblichen Stola- Gebühren dotirt. Die mit Befähigungsnachweise (Kabolo) und sonstigen Zeugnissen gehörig instruirten Offerte, in welchem das Alter, die Familienverhältnisse und bisherige Verwendung der Bewerber ersichtlich gemacht zu werden hat, sind bis 15. November L J. dem gefertigten Präsidium zu unterbreiten. Zu Probevorträgen werden nur die hiezu Berufenen zugelassen-und Reisespesen nur dem Acceptirten vergütet. Temesvar, den 25. October 1888. Das Präsidium der Temesvarer (innerstädtischen) isr. Religions-Gemeinde. jWwi mm

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