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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-09-25 · Heft 31 (25.9.1888) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 31 (25.9.1888)
Date
1888-09-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch KrSrmrneratroUspreis FS* jy«re1nS<n1tgN«der. Ganzjährig fl. b.— Halbjährig fl. 2LV ,Vierteljährig fl. 1.2L Ftir Slichtmitgtteder Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig ׳ fl. 3.— Vierteljährig fl. l.by FS* da- Nu-iand ך «anzjqhrig fl. /IO Mark oder 5 Rudel. OlgTSliXl für ilie ^nlereffm jWfcher ^sntoren uvü Au!tusbe»mlen. Hr scheint jeden achten. U a g. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Medaclion und Adminifiration Wien, L., Nüvaragaffe Nr. 21. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 31. Wien- 25. September 1888. 8. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die österr.-ungar. Cantoren-Leitung. A)ir beehren uns die geehrten Herren Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, dass mit October das IV. Quartal dieses Jahrganges beginnt, und ersuchen um umgehende Einsendung des Pränumerations-Betrages. Die Administration der österr.-ungar. Lantoren-Zeitung. Wien am 25. September 1888. Alljährlich, wenn der scheidende Sommer uns seine letzten Grüße zusendet und die Natur vor dem Eingehen in den langen Winterschlaf noch einmal in ihrer ganzen Schöne und Herrlichkeit unserem trunkenen Auge sich darbietet, feiern wir Juden eine Reihe von Festen, deren hohe Bedeutung weder die Macht der Jahrhunderte, noch der immer fortschreitende Jndifferentismus zu verwischen vermochte. Sie stützen sich nicht auf wichtige Ereigniße unserer Geschichte, sie erinnern uns nicht an bedeutende, Wendepunkte im Leben unseres Volkes, sie gemahnen uns nur an unsere Menschlichkeit, an die Vergänglichkeit alles Irdischen und den ewigen Bestand des göttlichen Willens, und darin liegt ihr großer Zauber. Friede athmet die Natur und Friede kehrt ein in jede Menschenbrust. Wer auch immer das Jahr hindurch mit Gott und den Menschen zerfallen schien, an diesen Tagen drängt es ihn in das Gottlshaus und reuig schlägt er seine Brust. Die ganze Gemeinde lauscht mit Andacht auf die uralten, wehmüthigen Weisen aus dem Munde des Vorbeters und fühlt sich gestärkt und gehoben durch das Gottkswort, das von der Kanzel herab verkündet wird. Es ist die Zeit der frommen Wünsche und guten Vorsätze, Aller Herzen sind empfänglicher für die Leiden und Freuden der Mitmenschen, unfein gutgemeintes Wort verhallt selten ohne Wirkung. Auf diese erhöhte Empfänglichkeit bauen auch wir und darum halten lvir es für angezeigt, im gegebenen Momente an unsere Collegen und Vereinsgenossen zu appelliren und auf einige wunde Punkte in unserem. Vereinsleben hinzuweisen. Was der österreichisch-ungarische Cantorenverein für das Cäntorenthum der Monarchie bedeutet, dies zu erörtern, können wir Hglich unterlassen, ein Hinweis auf das, was er feit feinem BerMüde. geleistet^- genügt-vollkommen, um auch seinshrftigstsW-M^mM^s deren es leider selbst unter den Standesgenossen nicht wenige gibt, zur Ruhe zu verwerfen. Mögen diese auch in eitler Verblendung unseren Bestrebungen fern bleiben oder gar dieselben zu durchkreuzen suchen, in ihrem Innern müssen sie sich dennoch gestehen, dass die von uns in's Leben gerufene Institution durch die Reihe von Iahren eine segensreiche Thätigkeit entwickelt hat. Sollen wir die Namen jener Witwen und Waisen anführen, deren letzter Rettungsanker der Cantorenverein gewesen; sollen wir jene Berufsgenossen zu Zeugen anrufen, die vom Schicksal verfolgt, mit Weib und Kind in Noth und Bedrängnis gerieten und nur durch die Unterstützung des Cantorenvereines und der von ihm berufenen Vertreter wieder in Amt und Stellung gelangten; sollen wir erzählen von all* dem Jammer und Elend, das täglich vor unserem Auge vorüberzieht und dessen Größe man nur in der Metropole zu fassen vermag? Bis in die jüngsten Tage reicht diese traurige Chrouik, und wo es nur angieng, bot der Cantorenverein seine rettende Hand dar. Leider können wir es uns nicht verhehlen, dass die geringen Mittel, die uns zu Gebote stehen, mit der Größe unserer Ausgaben nicht in Einklang zu bringen sind, und dass wir in der Herbeischaffung neuer Einnahmsquellen bei den geehrten Vereinscollegen und Fachgenosten nicht die nöthige Förderung und Unterstützung gefunden haben. Vor zwei Jahren ungefähr hat der Vorstand des Cantorenvereines den Beschluss gefasst, durch Aussendung von Sammel'bögen weitere Kreise für unsere Bestrebungen heranzuziehen, un) der Enthusiasmus, mit welchem diese Idee allseits begrüßt wurde, berechtigte uns zu den schönsten Hoffnungen. Ja, als die Ansführung des erwähnten Beschlusses durch verschiedene Umstände eine Zeit lang sich verzögerte, wurde der Vorstand der Saumseligkeit ge-, ziehen, und so Mancher schien kaum den Moment erwarten zu können,.

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