Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 29 (4.9.1888)
- Date
- 1888-09-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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— 7׳ — «Straße, hallt plötzlich wieder das durchdringende Geheul der gebiffelien Hunde, die zum größten, Theil nach allen Richtungen zerstieben, 'das Schlachtfeld mit .seiner Beute den Mächtigeren und Bösartigeren überlaffend. Aber sie sind noch nicht zufrieden und fahren fort, heiser zu" knurren und feindselig einander anzugaffen: Jeder von ihnen streht ersichtlich dahin, den kothigen Haufen allein, ungelheilt zu besitzen. , ' /■fj:'י ־־ / ' - ׳ ״ .Da ist ja unser Sänger!" begrüßten mich meine Vettern, als ich kaum)die Schwelle überschritten hatte. . ״Nun so lasst hoch den Spott sein", sagte die Tante vorwurfsvoll. ״Schadet nichts; Gott kann geben, dass er noch ein berühmter Chasen wird". ״ לHast ein Glück, das sie für ihn ausgesucht!" bemerkte, der Onkelenist. ״Da möcht' ihm Gott schon'was Besseres bescheeren -— nicht wahr, Aron?" Ich schwieg, denn ich wusste nicht, was zu antworten, woraus .die Unterhaltung über meine Zukunft beendet war. Im Zimmer ist es hell, hübsck und freundlich, und eine angenehme Wärme, zu der sich noch der verlockende Geruch der Festtagsspeisen gesellt, waltet darin Ich weiß nicht, warum dies Alles eine,stille Trauer aus die Seele bürdet, besonders als Alle in der Unterhaltung abbrechen, um dem Kidduschgebet, das der Onkel in feierlich melodischer Weise über einen Becher Wein spricht, zuzuhöreu . . . Ein gleiches Gebet über Wein sprechen dann meine Vet-. lern, spreche auch ich. Darauf waschen wir uns sorgfältig die Hände, und setzen uns an den Tisch; alle männlichen Glieder der Familie sprechen dann den Segen über zwei schöngeflochtene ״Stricheln", worauf der erste Bissen in. Honig, der in einem Teller in der Mitte des Tisches-steht, getunkt wird. Während des Males herrscht tiefes, ernstes Schweigen. Erst später spricht man über den morgi- ׳gen Gottesdienst, den Mangel an Gebetbücher für Alle, die furcht^ bare Enge in der Synagoge, die muthmaßliche Stunde, an der der Gottesdienst beendet sein wird 2c. Bei dieser Gelegenheit beklagt sich die Tante, dass bei ihr in der Frauenschul nichts zu -stören sei, dass der Cantor entweder stumm sei, oder mit dem liebe» Hergott Gcheimniße zu verhandeln habe; was ihre ״Sängerin" anbetrifft, so sei sie lange nicht Brake (meine Mutter), die die Gebete so liest, dass es ״durch alle Glieder" gehe und jedes Wort selbst am entgegengesetzten Ende der Synagoge verständlich sei. Nein, Jene scheine eine Art Klatschtante zu sein, die mehr plaudere als alle andern Weiber zusammengenommen und Alle aushorche über ihre ״ Zimesser" und ihre ״Challos". Kurz, die Tante war äußerst unzufrieden mit Allem, besonders mit ihrem Platz, der fast unmittelbar an der Thür sei, während zum Beispiel Brache, die Frau des Mehlhändlers God, und Bas-Schewr, die Frau des Colonialwarenhändlers Awrsm-Gedaljes, ganz oben hinaufgekrochen seien, wo alles ausgezeichnet zu sehen und zu hören sei. (Fortsetzung folgt.) Außer Stande, jedem Einzelnen meiner hochgeschätzten Sollege» und Freunde, sowie den sehr geehrten Mitarbeitern unseres Blattes aus Anlass des Neujahrsfestes besondere Glückwünsche zu übermitteln, sei es mir gegönnt, auf diesem Wege ihnen Alle» besten Erfolg int Amte und klIM IWM zuzurusen. Hbercanlor A. Mauer Herausgeber der österr. Ungar. Cantor.-Ztg. Are »ächste Ar. erscheint de» 16. September Ademiemenls- und Inserflons&efräge sind in Wien zahlbar. . Geschäftsgründung 1860.. Die s ch ö n s t en und billigsten ans In-und Ausländer Grämt, Porphyr, Syenit, Marmor, Sandstein etc. bester Qualität, kauft man nur bei M. Sonnenschein bürgerl. Stadt-SteinmetJEmeister u. k. k. haudelagerichtlicher beeideter Sehätsmeister Wien, III., Adamsg&aie L Kos enüb erschlüge und Zeichnungen werden auf Verlangen gratis und franco zugesendet. Musikalische Synagogen componirt, gesammelt und herausgegebm von Höercantor I. <L. Weiß, Warfcha», Eingerichtet für Pianosorte, Harmonium und Orgck zum Gebrauche im Tempel und in der Familie. 6 Keste st. 1.— p. Währ. Emzeluhest -.fö kr. Zu beziehen gegen Vorhereinsendunz des Betrages und 1K kr׳ Porto durch die Redaktion der »sterr.-«ngar. Cantoren-Zeitung. Durch Zufall sind wir in de» Besitz der gesammte» Austage dieses gediegenen Werkes gelangt «nd so in die Lage versetzt worden, dasselbe, so lange der Vorrath reicht, unseren geehrte« College» zu bedeutend herabgesetzten Preise» zukommen zu kaffen. Wir find überzeugt, dass die trefflichen Compofitioneu bei allen Freunden synagogaler Musik Anklang.finde» werden. ־fc>Pc1r ־bei im Bärenhause. Aikialen: l» , Sauptstraße Yr. 81. «. »., Hlovaragasse Hlr. IS. Grosses Lager von eleganten Herren-, Damenu.;;Kindarschuh,e11. Herrenschuhe von fl. 3.50 Damen^ehuhe von fl. 3.—, Kinderschuhe von fl^l.—' iufwärts. — Keine Fabriks- oder Dutzehdyrare, sondern aus dem ‘bestem Matriale selbster- .zeugte, .solide und dauerhafte Waren zu billigst festgdsetz- , ten Preisen. — Illustr. Preiseourante gratis. FRANZ STROWWER Orgelbaumefster II 1 \ Wüpf 1 1 III empfiehlt sich für Neubauten und Separatoren von Tempel-Orgel».