Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-06-29 · Heft 22 (29.6.1888) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 22 (29.6.1888)
Date
1888-06-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/1304829-3453130-3453152--2549-3456810
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Oesterreichisch-ungarische Ca&toren / Wrünumerationspreis Für B«reinS<nitgUeder. Ganzjährig fl. s.— Halbjährig fl. 2.50 Vierteljährig fl. 1.25 Für NlchtwIlgNeder Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Vierteljährig fl. 1.50 Für das Ausland Ganzjährig fl. K.— 10 Mark oder 5 Rubel. Org־an die liniere stell Mischer MNtoren und ^ultusbeumten. Hrscheint jeden achten Gag. B e g x ü über: Obercantor Jacob Bauer. Wedaction und Administratis» Wie», II., Novaragasse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht relouruirr. Nr.. 22. ien^ 29- Juni 1888. 8. Jahrgang. Än unsere p. t. Abonnenten. N)ir beehren uns die geehrten Herren Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, dass mit dieser Nummer das m. Quartal dieses Jahrganges beginnt, und ersuchen um umgehende Einsendüng des jD'ränumerätions-Betrages, da wir bei unpünktlicher KinzaHkung gezwungen wärendenselben mittelst Wo sta u f t r a g in den nächsten Fagen einzuheöen Die Administration der österr.-ungar. Cantoren-Zeitung. Mit vereinten Lrüsten. Ungetheilte Kräfte und vereint zusammenwirkende Elemente sind bekanntermaßen die mächtigsten Hebel und die geeignetesten Mittel zur Erreichung eines großen Vorhabens. Zersplitterte Kräfte und destructiv wirkende Elemente hingegen vermögen auf keinem Gebiete und nach keiner Richtung hin etwas Bedeutendes׳ oder Erhebliches zu leisten, ja sie führen jeden Organismus eigentlicher oder uneigentlicher Art früher oder später dem Zerfalle und sicheren Ruin entgegen. So verhält es sich nicht nur im physichen und psychischen, sondern auch im socialen Leben, und diese Behauptung enthält eine so unumstößliche Wahrheit, dass hierüber keinerlei Po lemik zulässig ist. - - Weil nun dem einheitlichen und ungeteilten Zusammenwirken einer Organisation oder eines Vereines des Erfolges größte Zauberkraft innewohnt, hat das Vereinswesen in den letzteren Dezennien nach allen Richtungen und auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens einen bedeutenden Aufschwung genommen. Es ist derzeit kaum ein Berufszweig zu verzeichnen, welcher nicht im Vereine die Hebung, Förderung und׳ Consolidirung seiner Standesintereffen zu erzielen ernstlich bestrebt wäre. Diesem Mahnrufe der Zeit folgend, wie auch dem wahren Bedürfniße entsprechend, hatten vor mehreren Jahren, den anderen' Amtsgenossenfchaften analog, auch die jüdischen Cantoren in der österreichisch ungarischen Monarchie aus ihrer Lethargie sich aufgerafft, um behufs Regelung und Verbesserung ihrer moralischen und materiellen Amts- und Lebensverhältniße einen Verein zu gründen. Allein sie haben sich, anstatt zu vereinen, in zwei Lager getheilt. Es bestehen somit auf dem Territorium der Monarchie seit dieser Zeit zwei Cantoren-Verine, von denen einer, bekanntlich in Wien, der ändere in Budapest seine Centrale hält. Wohl hat letzterer sämmtliche israelitische Gemeindebeamten in Ungarn als Mitglieder in seinen Bund ausgenommen; doch ist derselbe in Anbetracht, dass die anderen Cultusbeamten sich in der Minderheit befinden und nur durch das lockere Band der unverkennbaren Interessengemeinschaft aneinander gekettet werden, während im Vereine die Mehrheit der Cantoren-Mitgliedcr offenbar hervortritt, nichts anderes als ein Cantoren-Verein. Seit dem Entstehen dieser beiden Vereine und deren Organe, welche beide eine gleiche Tendenz verfolgen, wirken und streiten unentwegt und wacker die Besten und Berufensten unserer Amtsgenossen mit ihren Geistes- und Federwaffen, Jedermann nach Art und Weise seines Könnens und Wissens für die Gesammtinterefsen des-Standes. Es wurden seit Jahr und Tag zahlreiche Fach- und Standesfragen vielseitig besprochen und ventilirt, mehrere Uebelstände gerügt und verschiedene Rathschläge ertheilt. Wir müssten uns der Undankbarkeit zeihen, wenn wir nicht, dem wahren Verdienste seine Krone gebend, dies öffentlich anerkennen und überhaupt das Lob verkünden wollten, dass gerade die Hervorragenden unseres Standes von hüben und drüben, welche doch in Folge ihrer definitiven und gut situirten Stellung gegen den landläufigen Unbill geseit sind, .stets in edler und uneigennütziger Weise für das Wohl des Standes eintretend, dahin zu wirken bestrebt waren, um den Cantorenstand auf jenes Niveau der Würde und des Ansehens emporzuheben, welches demselben zufolge seines priesterlichen Amtes mit Recht zusteht. Dessen ungeachtet aber sind wir noch heute kaum weiter als über das nackte Bewusstsein unserer solidarischen Zusammengehörigkeit hinausgegangen. In Bezug auf die vitalen Interessen des Standes, wie beispielsweise: definitive Stellung, staatliche Anerkennung rc., welche eigentlich das wahre Ziel und Streben eines

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.