Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-06-21 · Heft 21 (21.6.1888) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 21 (21.6.1888)
Date
1888-06-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/1304829-3453130-3453151--2540-3456800
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Oesterreichisch - ungarische Canioren - Zeiiun Organ H'ranumerationspreis Für D«r«inS<nittzlicder. Va.ziährig fl. 5.— Halbjährig fl. 2.50 Vi«rt,ljShrig fl. 1.25 Für SNchtn itgtteder Vanzjährig fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Vierteljährig fl. 1.50 Für da- UuSlanv Ganzjährig fl. 10 Mark oder 5 Rubel. fßr ilie jKttkfeffett sUifcher Catitareu mttl ^ultmbenmten. Erscheint jeden achten Kag. Begründer: Obercantor ^Lvoh Lrrusr. ׳ Htedaction und Administration Wien, II., Novaragaffe Nr. 27- Inserate werden billigst berechnet. Manujcriple werden nicht retouruirl. Hr. 21. Wien, 21. Juni 1888. 8. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die österr.-inigar. Cantoren-Zeitung. A)ir beehren uns die geehrten Herren Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, dass mit Juli das 111. Quartal.dieses Jahrganges beginnt, und ersuchen um umgehende Einsendung des Pränumerations-Betrages. Die Administration der österr.-ungar. Eantoren-Zeitung. Meder die Entwicklung des Synagogengesanges von Ober-Cantor I. Singer in Wien. II. Serie. XXIV. Als wir vor Jahren die vorliegende Arbeit begannen, lebten wir der sichersten Ueberzeugung, dass, so Umfangreiches auch über gewisse Persönlichkeiten auf synagogal-gesanglichem Gebiete berichtet werden müsste, es doch immerhin wieder etwelche bedeutungsvolle Erscheinungen geben dürfte, die, räumlich noch so dürftig besprochen, dennoch populärer und gewürdigter erscheinen dürften, als andere, von denen erst Ausführliches berichtet werden muß, um bei den Zeit- und Fachgenossen die volle und verdiente Werthschätzung zu finden. In erster Reihe dachten wir hiebei an unseren hochverehrten Collegen, Herrn Obercantor Moriz Deutsch in Breslau. Zwar vermeinen wir noch heute, unsere Aufgabe vollauf, erfüllt zu haben, wenn wir Moriz Deutsch als eine Lichtgeftatt in des Wortes edelster und umfassendster Bedeutung hinstellen, wie dieselbe aus synagogal-gesanglichem Gebiete nur überaus selten anzutreffen ist; Talent und Fleiß, Wissen und Bescheidenheit, Ersahrung und Forschen finden wir bei Moriz Deutsch in solch' eminenter und glücklicher Vereinigung, dass wir nicht anstehen, denselben als eine Lichtgestalt zu bezeichnen, mit welcher Bezeichnung wir auch sicherlich die erschöpfendste Kennzeichnung seiner Wesenheit bekundeten. Allein der zarte Flügelschlag vergangener glücklicher Jahre, ist zu einem mächtigen, gewaltigen Stnrmesbrausen umgewandelt worden, der Alles mit sich fort zu reißen und der Vernichtung anheim zu geben droht, wenn nicht inmitten dieser Sturmeswuth - einzelne- Muthige fest und zielbewusst ausharren würden> um mit Aufopferung und Selbstverleugnung das Ende der Sturmesnoth abzuwarten. Inmitten dieser Drangperiode ist uns auch die Hinneigung zu einer räumlich nur spärlichen Auseinandersetzung der Deutsch'schen Bestrebungen abhanden gekommen und sind wir vielmehr zu der zweifellosen Ueberzeugung gelangt, dass eine möglichst weite und umfangreiche Klarlegung derselben nicht nur erwünscht, sondern geradezu unerlässlich nothwendig erscheint. Wir schreiten nun unvermittelt zu derselben, indem wir, unserer Gepflogenheit gemäß, eine kurze biographische Skizze des verehrten Mannes unserer meritorischen Auseinandersetzung bezüglich seiner sachmännischen Bestrebungen vorausschicken. Moriz Deutsch erblickte am 16. Dezember 1818 zu Nikolsbürg in Mähren das Licht der Welt. Die Rücksichtnahme aus diesen, das allererste Wetterleuchten einer neueren Periode bekundenden Zeit- Punkt dürfte es als selbstverständlich erscheinen lassen, wenn die tiefgläubigen, von echt jüdischer Gottesfurcht belebten Eltern den zarten Knaben alsbald für den Dienst des Herrn, d. h. für das Talmudlernen bestimmten, um nach Jahren eventuell einen ״feinen Bocher" im Hause zu begrüßen. Demgemäß erhielt das Knäblein schon im Ellernhause seitens tüchtiger Hauslehrer rationellen Talmudunterricht und fand Gelegenheit, durch Fleiß und weit über den Kindesgesichtskreis hinausreichenden Scharfsinn die Aufmerksamkeit selbst älterer Tatmudbefiisfener auf sich zu lenken. Kein Geringerer, als der berühmte Landrabbiner Trebitsch wurde der Lehrer des kaum 13jährigen Knaben, und wir müssen diesen Umstand als den fchlagendsten Beweis für die Tüchtigkeit des fleißigen Talmudjüngers ansehen, wenn es ihm ermöglicht war, der Schule eines solch' berühmten und verehrten Lehrers einverleibt zu werden. Schon nach dreijährigem Studium ward dem 16jährigen Knaben der Rath er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.