Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 11 (25.3.1888)
- Date
- 1888-03-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-uDgarische Cantoren ־ Zeitung Wränrrm erati onspreis! Für BtreinStnitgNrver. Gai.zjührig fi- 5.— Halbjährig fl. 2.50 j Bi'rkkljShrig fl. 1.25 A ür Sttcht" itgNeder Ganzjährig fl. Halbjährig fl. 3.— Vikrtkljährig fl. 1.50 Zflr daS Ausland Ganzjährig fi. 10 Mark oder 5 Rubel. Organ für liier Ältereffell ffttlifcher Cantaten «ml Cnltn-Heamte«. K r s ch e in 1 jeden achten Jag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Uedaction und Administration Wien, II., Novaragaffe Nr. 27- Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 11. Wien- .25. MLr^ 1888. 8. Jahrgang. Abonnements - Ginla-ung. Mit 1. April beginnt das II. Quartal des 8. Jahrganges; wir ersuchen daher die-geehrten Herren Abonnenten, das Abonnementnoch im Laufe dieser Woche zu erneuern, damit die regetmäßige Zusendung des Blattes keine U n t e r b r ech n n g erleide. , Zugleich bitten .wir um Einsendung,.der rückständigcn Abonnementsbeträge. Um einem längst gehegten Wunsche unseres Leserkreises zu entsprechen, beginnen wir in der nächsten Nummer mit der Veröffentlichung einer h ö ch st interessanten Erzählung aus dem russisch-jüdischen Volksleben, betitelt: ״Der Baal-Tefillah." Die Redactton der österr.-ung. Cantoren-Zeitung. Meder die Entwicklung -es Synagogengesangcs von Ober-Cantor I. Singer in Wien. II. Serie. XX. Versuchten wir nun in den vorausgegangen Artikeln den Ledens- und Entwicklungsgang Grünzweig's möglichst erschöpfend zu zeichnen, so interessirten uns bei dieser biographischen Skizze weniger die einzelnen etwaigen bedeutungsvollen Momente als das allmählige Werden und Wachsen einer gegen unliebsame Verhältniße kämpfenden Individualität, das Emporblühen eines aus abgeschiedenster Weltvergrssenheit nach sozialer und künstlerischer Bedeutung strebenden Menschenlebens. Von diesem Gesichtspunkte aus - bleiben für uns lediglich die beiden Endpunkte der Grünzweig'schen Bestrebungen bemerkenswerth, wir meinen Ausgang und Ziel. Setzen wir statt dieser Bezeichnung die beiden begrifflich erschöpfenden Ausdrücke Meschorer und Componist oder Naturalismus und: Künstthätigkeit, so: werden, wir sicherlich nicht fehlgxeifen, wenn wir den Bedeütungsgrad der GrünzweWchen Arbeiten zwischen diesen beiden Punkten, in der Mitte derselben suchen. Wie wäre es auch anders denkbar? Das im Meschorerthume wurzelnde musikalische Trachten und Fühlen dürfte sich auch bei einem späten!, freieren Aufschwünge des einstigen Einflusses nicht so leicht entwehren können und das stetige Leben und Arbeiten in der synagogalen Sphäre muß ja sicherlich der musikatischen Bethätigung immer wieder das Gepräge des ״Synagogalen" verleihen. Dieser von uns angedeuteten Richtung begegnen wir in den meisten Nummern des von Grünzweig im Jahre 1863׳ (bei C. E. Hickethier in Mainz) durch den Druck veröffentlichten Werkes Semiroth schel Schabbos. Schon aus der ersten Nummer (Lecho dodi in G. dur 4/4 T. für gemischten Chor mit Orgelbegteitung) weht uns die Anmuth und Gefühlsinnigkeit des alten Synagogenstyls entgegen.*) Die Melodie, dem allereinfachsten Volksgesange nachgebildet, beabsichtigt nichts anderes, als den Text des bekannten Freitag-Abend-Gesanges in herzlich freundlich musikalischer Weise zu unterstützen, überschreitet in keinem ihrer Theile den Umfang einer Oktave und besitzt durch die Anordnung des Hauptmotives, der Fortschreitung von der Unterdominunte zur Tonika, sowohl bei Lecho dodi als Schomor wesochor die treffliche Eignung, dass diese beiden Stellen bald vom Publikum erfasst und mitgesungen werden können; auch die begleitenden Stimmen sind einfach gehalten und leicht singbar, selbst die Orgelbegteitung, welche zumeist dem vierstimmigen Bocal-Satze entnommen, ist sehr leicht auszuführen, so dass die beiden Piecen, da dieselben, mit Ausnahme der Solo-Stelle in Schomor wesochor, keinerlei modulatorische Schwierigkeiten aufweisen, selbst von den allerkleinsten Synagogenchören ausgeführt werden können. Ganz anders verhält es sich mit Likras schabbos derselben Piece; hier erscheinen mehrere Singstimmen gewissermaßen obligat behandelt, während anderen eine nur ganz untergeordnete, um nicht Zusagen, kleinliche Rolle zugetheilt wird; diese Thatsache dürfte dem Mindereingeweihten etwas auffallend erscheinen, weshalb wir uns gestatten müssen, hiebei länger, als scheinbar nöthig, zu verweilen. *) Unter altem Synagogeustyl verstehen wir hier keineswegs den traditionell en sondern, den sogenannten altdeutschen Gesang.wiederselbe bei Lowy and selbst noch in einzelnen Nummern deS ״SchirZiou" anzutreffen ist. '