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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-03-09 · Heft 9 (9.3.1888) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 9 (9.3.1888)
Date
1888-03-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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blösst, wandte sich der mit sammf seiner Familie ruinirte Heimatlose Mann mit einer Petition an das. Abgeordnetenhaus. Da tauchte aber dort die Frage aus, ob der Artikel 32, Absatz 1 der Verfassungsnrknnde: ״Das Petitionsrecht steht allen Preußen zu," dahin zu interpretiren sei, dass nur Preußen das Petitionsrecht hätten oder auch alle in diesseitigen Landen weilende Ausländer. Diese bedeutsame und weittragende Präjudizialfrage wurde schließlich, nachdem die Mitglieder der Petitionscommission sich eingehend mit der Frage und den Ansichten hervorragender Staatsrechtslehrer über dieselbe beschäftigt hatten, mit 11 gegen 10. Stimmen zu Gunsten des Petenten Ebel entschieden. So wurde die Prtitions Commission wenigstens veranlasst, sich mit der materiellen Prüfung der Ebet'schen Petition zu befassen. Der Commission lagen dabei nicht blos die erwähnten Besprechungen der Liegnitzer Regierung vor, sondern auch die Leumundzeugniße^ welche die Löwenberger, sowie die Görlitzer Polizeiverwaltung und die Synagogengemeinden dem Cantor Ebel ansgestellt hatten. Durchweg hieß es, er habe sich gut geführt, ja, in dem ihm von der Polizeiverwaltuug in Görlitz am 20. Mai 1887 ertheilten Zeugnis heißt es sogar ausdrücklich: ״dass gegen den seit September 1883 in Görlitz sich nufhaltenden Ebel nichts Nachtheiliges bekannt sei, dass er sich auch die Achtung seiner Mitbürger in vollem Maße erworben, sich außerdem an politischen und religiösen Agitationen nicht betheiligt habe." Dieses Zeugnis hat noch Herr von Schenckendorfs. als er als Ueberreicher der Petition zum Worte verstattet tvar, in der Commission durch eine ergänzende Schilderung der ihm aus persönlicher Anschauung bekannten Sachlage vervollständigt. Herr v. Schenkeudorff war hier lieberal genug, den Kernpunkt der Sache darin zu finden, dass die dein Cantor Ebel vom Prinzen Handjeri gegebene Zusage nunmehr eiugelöst werden müsse und Herr v Schenckendorf erkannte hier, was der ״Neue Görlitzer Anzeiger", als die Ausweisungsperiode ihren Höhepunkt erreicht hatte, immer wieder und wieder betont hat, dass es nämlich und llig ist, wenn Männer von tadelloser Führung, tvie Ebel, unter der generellen und für seine spezielle Sache als heterogen zu erachtenden Verschärfung des Naturalisationsprinzips leiden sollen. Die Petitionscommission hat schließlich die Ebel'sche Petition der Staatsregierung zwar nicht ״zur Berücksichtigung," wofür nur 9 von 2l Stimmen waren, wohl aber mit 16 gegen 5 Stimmen ״zur Erwägung" überwiesen. Wird das Endergebnis die Einlösung der von der Liegnitzer Regierung gegebenen Zusage sein oder wird Herr von Puttkammer auf dem bisherigen Standpunkte des »Non possumus« verharren? Danksagung. 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Anlässlich des schweren Schicksalsschlages, der mich und die Meinen durch das Ableben meines innigstgeliebten Gatten, des Herrn ßanior Adolf Arsch er, getroffen hat, sind mir und meinen Kindern von so vielen Berufsgenossen des edlen Dahingeschiedenen, von Nah und Fern Beweise rührender Anrheilnahme zugekommen, dass wir nicht im Stande sind, für jedes Zeichen der Liebe und Güte im Besondern zu danken. — Ich spreche daher im eigenen Nanien, wie in dem meiner Kinder allen denjenigen, welche dem Verblichenen die letzte Ehre erwiesen und es versuchten, unseren Schmerz durch Worte des Trostes zu lindern, insbesondere aber dem verehrlichen Vorstande des öst. ung. Cantorenvereines und dessen Präsidenten, Herrn Obercantor Sing er, auf diesem Wege meinen tiefgefühlten Dank . aus. Aoharma Iischer. Abonn^giefyt?-, jlWAlMWnägv sind in Wien zahlbar. של פסח בהכשר נמוד. Anlässlich der bevorstehenden Osterfeiertage empfehle bestens mein reiehsortirtes Lager von Weine per Liter von 45 kr. aufwärts. 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