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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-03-01 · Heft 8 (1.3.1888) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 8 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— — des Katafalks Aufstellung nahmen, beugte sich Professor Sulzer über den Sarg und nahm unter heftigem Schluchzen Abschied von dem Manne, der durch Jahrzehnte an seiner Seite gestanden. ״Auf bal- Adiges Wiedersehen" waren die Worte Sulzers, als er, von Rührung übermannt, von dem Sarge weggeführt wurde. In diesem durch die Trauer des Meisters um den Jünger geheiligten Momente stimmte Ober-Cantor Singer den Psalm Joschew besesser an. Der Sarg wurde abgehoben und der Zug setzte sich in Bewegung. Während sich dieser durch die trauernde Menge, die die Treppe besetzt hielt, mühsam hindurchzwang und der Trauergesang des Cantors und des respondirenden Chores wehmüthig erklang, erzitterte ein allgemeines Klagen und Weinen plötzlich die Luft. Es weinte nicht nur die Familie um das geliebte Oberhaupt, die Freunde um den treuenCollegen, es klagte die ganze Gemeinde um ihren dahingeschiedenen Liebling. — In unabsehbarer Wagenreihe gaben die Trauergäste dem Verblichenen das letzte Geleite nach dem Centralfriedhofe. Dort angelangt wurde der Sarg unter Vortritt der Delegirten des Vorstandes in die Leichenhalle getragen. Ober-Cantor Singer, umgeben von seinen Amtscollegen, Ober-Cantor Goldstein, Cantor Blatt, Cantor Schiller, und dem gesammten Chorpersonale trat an die Bahre und recitirte in tiefster Ergriffenheit das hazur tomim. Die aufrichtige Trauer um den dahingeschiedenen Freund und Collegen gab sich wieder in der musikalischen Illustration dieses Trauer- -psalmes, und als der Sänger zum Schluffe vor Wehmuth seine Stimme kaum beherrschen konnte, da blieb kein Auge trocken, und wie eine Erlösung von schwerem Banne, der Alle befangen hielt, ertönte der Schlussvers des Chores »wehu rachum« in mächtiger Wirkung. Hierauf hielt Prediger Dr. Güdemann die Leichenrede, in welcher er mit trefflichen und gefühlvollen Worten das Leben und Wirken des Verblichenen in der Wiener Cultusgemeinde schilderte. Durch 45 Jahre, sprach der Redner, hat sich der Verstorbene be- -gnügt, neben dem ersten Cantor, dem Altmeister Sulzer, der Zweite zu sein, doch war er sicherlich der erste unter allen zweiten, ' ein wahrer Scheliacli Zibbur, der aus gläubigem Herzen sein Gebet zu Gott richtete und durch seine Andacht die Gemeinde zur Andacht leitete. — Nach der Leichenrede intonirte Ober-Cantor Goldstein den Psalm Joschew besesser und unter diesen Trauerklängen wurde der Zarg von den Delegirten des österr.-ungar. Cantorenvereines zu Grabe getragen. Am offenen Grabe sprach noch Ober-Cantor Singer folgende Abschiedsworte: ״Was ich dem theuern Freunde und verehrten Amtscollegen zum Abschiede zu sagen hätte, das bleibe in diesem kurzen Augenblicke unausgesprochen, damit es desto freundlicher und lebendiger für alle Zeiten in meinem Herzen sortlebe. 'Nur in meiner Eigenschaft als Vorsitzender des österr.-ungar. Cantorenvereines ergreife ich das Wort, um dem Verblichenen ein Herzlichcs Lebewohl zuzurufen. Adolf Fischer! Du warst nicht nur der Schmuck und die Zierde unseres Vereines, sondern, an diesem offenen Grabe soll es ausgesprochen werden, dass unser Verein niemals jene Basis erreicht hätte, die er in Wirklichkeit erreicht hat, wenn nicht Deine Mithülfe, Deine Zuverlässigkeit, Deine Treue uns bei unserer schweren Arbeit unterstützt hätte. Hiefür nimm unseren wärmsten Dank, den Dankeszoll auch derer, die noch der Segnungen Deiner milden Hand theilhaftig wurden. Und wenn je etwas im Stande ist, die Schollen leichter zu machen, die bald Deinen Sarg bedecken werden, so sei es der Gedanke, dass jederzeit, wenn der österr.-ungar. Cantorenverein in die Lage kommen wird, Wohlthaten auszuüben, sicherlich auch des Mannes gedacht werden wird, der so treu zu unserem Vereine gehalten und dessen Name im Leben war — Adolf Fischer. Als ich vor Jahren meine hiesige Stellung antrat, da lehrtest Du mich die Worte, die ich später in ernster Amtsausübung an offenen Gräbern zu sprechen hatte. Nun, mein theurer Freund, bin ich in der Lage, Dir selbst diese Worte zurufen zu müssen: Kehre ein zur ewigen Ruhe, dass der Staub zum Staube werde und der Geist sich zu Gott emporschwinge und in Gnaden empfangen werde — meofor a-tto ul’ofor toschuw 1" Dumpf klangen hierauf die Erdschollen, die öle Trauernden ins Grab hinabwarfen — Adolf Fischer war zur ». wigen Ruhe gebettet. Abonnements- und Insertionsbeträge sind ln Wien zahlbar. Ä»sl BnriepMfiffl. Wien 1873. Weltausstellung Verdienstmedaille. Paris 1878 Silberne Medaille Paris 1882 ׳Goldene Medaille Erste Elaffe. Europäische wiff eu- % 711., Zieglergasse 27. Sin! 1804,1868 tt. 1885- Erste Preise. Czernawitz 1886. Gra, 1870 Ehrenvolle AuSzeichnung Teplitz 187S schastl. Gesellschaft. Ebrendiplom Höchste Auszeichnung, goldene Medaille. «Juror der Triester Ausstellung 1832 liefert die neuesten verbefferten Stutzflügel, das kleinste Format, sowie Stutzflügel, als Salon- Concert-Flügel und Pianinos zu oen billigsten Fabrikspreisen unter fünfjähriger schriftlicher Srrrutie.! JULIUS BECK | Juwelier und Goldarbeiter, Wien, H , Glockengasse 13, \ empfiehlt sieh allen verehrten isr. Galtasgemeinden and | Vereinen zur Anfertigung sämmtlicher Geräthe für! Synagogen als: ׳נלי קדש DWJ-Bäehsen, נורת» eie. in I Gold n. Silber, zu den allerbilligsten Preisen. 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