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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-03-01 · Heft 8 (1.3.1888) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 8 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wrärmrneräli onspreis pt S(tdnlmU|U(t(t. Wa.-zjährig fl. 5.— Halbjährig fl. 2.30 Vierteljährig fl. 1.25 . Ftir Nicht», 1«g««»er Ganzjährig fl- Halbjährig fl. 3.— Viert, ljährig fl. 1.50 Kür da- NuSla»>d Ganzjährig fl. 1V Mark oder 5 Rubel. Oesterreiehisoh-imgarisehe Organ für die ptrtmffen Mischer Kantoren und Dultpsbeamteu. Hrfcheint jeden achten Lag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. I Wedactian 1 und | Administration | Wien, ■j II , Rsvaragaffe Nr 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournier. Nr. 4 Wien, 1. Mär; 1888. 8. Jahrgang. ^chmerzersüllt geben wir hiemit den Niitglieoern unseres Vereines Nachricht von dem hinscheiden unseres allverehrten und unvergesslichen Collegen, des Herrn Lantor am Stadttempel in Wien, Lassier de§ o st err.-Ungar. Lantoren-Vereineß, Burger von IVieu, Lstrenmitglied verschiedener WohlttzättgkeitKvereine etc.. welcher Sonntag den 26. Februar (888 nach langem schmerzvollen Leiden im 67. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abberufen wurde Für den Vorstand: Josef Singer, Präses. Jacob Dauer, Präses-Stellvertreter. 3iutlf Fischer. (24. September 4821 geboren. — 26. Februar 1888 gestorben.) Eine Zierde des jüdischen Cantorenstandcs, ein leuchtendes Muster für jeden jüdischen Cultusbeamten ist soeben dem Schoße der Erde übergeben worden. Für diejenigen, die ihn kannten, die stch seines lieben Umganges erfreuten, die ihm nur einmal im Leben in das sympathische, freundliche Antlitz geblickt, bedarf es nicht der Worte der Erklärung; aber denjenigen, die ihn wenig oder gar nicht gekannt, demnach keinerlei Beziehungen zu dem theuern Verblichenen hatten, muß es verkündet werden, dass mit Adolf Fischer ein Mann aus dem Leben geschieden, wie ihn das jüdische Cantorat nur äußerst selten ausweist, wohl auch selten aufweisen dürfte. Vor Allem muß auf seine opulente fachwissenschaftliche Bildung jeder Richtung nachdrücklichst hingewiesen werden; sein gediegenes hebräisches Wissen, wie nicht minder seine reiche Kenntnis der allgemeinen Litteratur, verliehen ihm den Bedeutnngsgrad eines gebildeten Mmnes, dem es auch im gewöhnlichen Umgänge ganz mühelos gelang, altrabbinische Citate und Sentenzen unserer Classiker anzuführen. Ohne jemals mit seinem (wie er stets betonte ״bescheidenen", in y Wirklichkeit jedoch umfassenden) Wissen irgendwie prunken zu wollen, brachte er es zu Wege, dass man aus jedem mit ihm gepflogenen Gespräche irgend etwas lernen konnte. Rechnen wir zu diesen aufgezählten Fähigkeiten auch noch eine umfassende musiktheoretische Bitdüng, ein weiches, überaus sympathisches, modulationssähiges, noch in den letzten Jahren sonor klingendes Organ und eine so zu sagen dramatische Musikillustration der von ihm recitirten oder gesungenen Textesworte, wie nicht minder eine tiefe Kenntnis der altliturgischen Synagogengesänge, so dürfte seine Leistungsfähigkeit als bedeutender Cantor genügend gekennzeichnet erscheinen. War es nun bei all' diesen trefflichen und harmonisch geeinigten Fähigkeiten für Adolf Fischer ein Leichtes, die am Beginne seiner onsraiBma

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