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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-01-13 · Heft 2 (13.1.1888) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 2 (13.1.1888)
Date
1888-01-13
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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L. Schlesinger, Esseg; I. Blau, Esseg; I. Löwinger, Priwitz; A. Schrecker, Piesling; I. Nosner, H.-Mestec; I. Friedmann, Holics; I. Lamm, Brnck; D. Kohn, Lundenburg; M. Schorr, Großwardein; M. Rosenfeld, Güssing; E. Freisinger, Stuhlweißenbürg; I. Bader, Pardubitz; S. Löw, Jglau; M. Kulka, Kolin; B. Weis,׳Brandeis a,E.; S. -Friedmann, Parabuty (50 kr); I. Schönfeld, Tab; A. Kornitzer, Tapolcza: D. Kohn, Rakonitz. Für das berufsunfähig gewordene Vereiusmitglied Weiß in Simontoruya sind folgende rückständige Pflichtbeiträge eingelaufen: D. Kohn, Rakonitz 50 kr.; D. Kohn, Lundenburg 50 kr.; I. Saller, Breitenbrunn 1 fl.; M. Peterselka, Wien 50 kr.; I. Bader. Pardubitz 50 kr.: M. Kulka, Kolin 50 kr.; I. Schönfeld, Tab 50 kr.; A. Kornitzer, Tapolcza 1 fl. W Statt, stellvertretender Cassier, II., Tempelgasse 3. Meine Chronik. Wien. In der am 29. Dezember stattgehabten 14. ordentl Generalversammlung des israel. Tempelvereincs für Mariahilf und Neubau wurde der gesammte Vorstand, bestehend aus dem Präses, Architekr Max Fleischer, und den Vorstehern S. Eisenberger, Wilh. Nagel und Isidor Preis, mit großer Stimmenzahl wiedergewählt. Unter den vorliegenden Anträgen gelangte ein Antrag des Vereins- Mitgliedes Nuzicka zur Discussion, welcher dahin gieng, für Handwerker und Angestellte der Kaufmannsbranche einen feierlichen Sountagsgottesdienst einzuführen. Der Antragsteller betonte in seiner Begründung, dass es ihm fern liege, den Sabbath in irgend einer Weise zu sch nälern, es handle sich vielmehr nur darum, jenen Mitgliedern, welchen es im Kampfe um's Dasein unmöglich ist, am Sabbathgottesdienst theilzunehmen, einen etwas feierlicheren Wochentagsgottesdienst am Sonntag zu bieten. Der Vorsitzende giebt hierauf die ׳Erklärung ab, dass dieser Antrag bereits irr der letzten Plenarsitzung eingehend berathen wurde, wobei der Vorstand den Beschluss fasste, jeden Versuch, einen feierlichen Gottesdienst am Sonntag zu veranstalten, zurückiveisen, jedoch bezüglich Einführung eines Handwerkergottesdienstes am Sonntag-Nachmittag (in ähnlicher Weise, wie er zur Minchazeit im Stadttempel sckon seit einer langen Reihe von Jahren abgehalten wird,) sich mit dem Vorstande der Cultusgemeinde, in dessen Competenz diese Frage gehöre, ins Einvernehmen zu setzen. Dieser Vorstandsbeschluss wurde auch von der Generalversammlung genehmigt. Wien. In nächster Zeit soll eine Trauung hier stattfinden, und zwar auf eine im Judenthum höchst seltene Weise. Der Bräutigam lebt in Ostindien und ist daher nicht im Stande, sowol vermöge seines Berufes, als wegen der großen Entfernung nach Wien zu kommen, um sich mit der ihm bekannten und von ihm gewählten Braut trauen zu lassen, sondern verlangt, dass die Trauung vermittelst eines von ihm designirten Stellvertreters vorgenommen werde. 'Es ist unwahrscheinlich, dass in Oesterreich in der neueren Zeit je eine solche Trauung durch Stellvertreter unter Anwendung von ׳Cap. 35 des Lben ha-Lser vorgenommen wurde. Jedenfalls wäre es sehr interessant, wenn Jemand, der von der Vornahme einer auf solche Weife stattgefundenen Trauung Kenntnis hat, hierüber Näheres .mittheilen würde. Wrerau. Bei der kürzlich hier stattgehabten Hochzeit der ältesten Tochter unseres verehrten Obercantors trat das wahrhaft schöne Verhältnis zwischen Herrn Obercantor Moriz Grünberger und seiner Gemeinde aufs Eclatanteste zu Tage. In der dichtgefüllten Synagoge hatte sich der Gesammtvorstand der hiesigen Cultusgemeinde vollzählig eingefunden, und der Bürgermeister, der in weiten Kreisen hochgeachtete Herr Dr. Rokotnitz, übernahm die Stellvertre״ tung des fungirenden Brautvaters als Unterführer während des ganz besonders feierlichen Gottesdienstes, dem Herr Dr. I. Tauber, unser allgemein geschätzter und beliebter Rabbiner, durch seine Herzliche, inhaltreiche und formvollendete Rede ein besonderes Lustre verliehen. Dass es bei einer Cantorenhochzeit ebenso lustig als gemüthlich zugehen muss, ist selbstredend, und wurden von den zahlreich versammelten Hochzeitsgästen durch eine Reihe wirkungsvoller Toaste nicht nur der Festgeber, sondern der gesammte Cantorenftand in seinem würdigen Repräsentanten geehrt. Wudapest In voriger Nummer wurde die Richtigstellung jener großartigen, vom ״Pester Lloyd" irrig ausgelegten Schenkung des Baron Hirsch mitgetheilt. Dieselbe wäre nur noch dahin zu ergänzen, dass der Czar, nach einem diesbezüglichen Vortrage des Ministers des Innern, die Annahme der angebotenen Summe für die Gründung und Erhaltung jüdischer Schulen in Rußland genehmigt hat, und dass die Schenkung von der ״Londoner Bank" verwaltet wird. Die Sensation, welche diese Nachricht in gan; Europa hervorgerufen, hat sich noch nicht gelegt, und wieder erfährt die Welt durch den ״Pester Lloyd" von einer grandiosen Schenkung des Barons Moriz Hirsch, von dem man ohne Uebertreibuug sagen darf, dass er in der Kunst des Wohlthuns den großen Styl liebt und festzuhalten versteht. Er ist aber der Reclame durchaus abhold. So kommt es, dass nur Wenige Kenntnis haben von jener segensreicheu, die Begriffe des Alltäglichen hoch überragenden Mildthätigkeit, welche hier in Budapest im Namen des Barons Hirsch seit Jahren geübt wird und schon vieltausendfaches Elend gelindert hat. Durch einen Zufall fand ich jüngst Gelegenheit, einen Blick zu thun in die stille, geräuschlose, aber segensvolle Wirksamkeit. Es ist ein förmliches Bureau, als deffen Chef — wie wär's auch anders denkbar? —• eine Dame waltet, die zu dieser mühevoll n und schwierigen Stellung wie geschaffen ist. Frau Johanna Bischitz, die Beratherin des Barons Hirsch in allen auf Ungarn bezüglichen Dingen, hat sich der Aufgabe unterzogen, den Jammer und das Eleuo, die verschämte Armuth in ihren Heimstätten aufzusuchen und ihr mit rascher Hilfe beizuspringen. Ein gar merkwürdiges Bureau, an dessen Spitze die edle Frau steht. Auf dem langen grünen Tische liegen zu Häuf die Bittgesuche, die aus der Hauptstadt, wie aus allen Theilen des Landes hieher gelangen und rasch ihre Erledigung finden, wie dies die stattliche Schichte von Geldbriefen beweist, welche mit den verheißungsvollen fünf Siegeln versehen, zum Abschiede bereit auf der anderen Seite des Tisches liegen. Jedes Gesuch und jede Erledigung wird ordentlich verbucht, und das Hauptbuch dieses Bureaus wird dereinst ein denkwürdiges, culturhistorisches Documcnt bilden. Korrespondenz der Wedaclion. L. in Fl- Den gesandten Betrag haben wir für's vierte Quartal K7 gutgebucht. W. in Ung -B. Den gesandten Betrag für's vierte Quartal gutgebucht» den Nest für Inserate wollen Sic nachsenden. Gr. in M- Kr. Das Bewusste haben Sie vom Vereinsvorstand zu׳ gesendet erhalten. D. K. in L. Sie haben ihren Vereinsbeitrag bis 1. Jänner 1983 beglichen. Diejenigen Herren Abonnenten, welche bis nun den Abonnementsbetrag noch nicht sandten, wollen dies umgehend thun und Zeitigende Postanweisung benützen. Z>iele Witte richten wir auch an Diejenigen, welchen wir Wrovennmmern zusandten. Die Administration. 3.23 In- und Ausländer Granit, Porphyr, Syenit, Marmor» Sandstein etc. bester Qualität, kauft man nur be M. Sonnenschein bürgerl. Stadt-Steinmetzmeister u. k. k. handelsgerichtlicher beeideter Schatzmeister Wien, III., Adamsgasae 5 Kostenüb erschlage und Zeichnungen werden auf Verlangen gratis und franco zugesendet. Gesohaftsgrüad ung >860.

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