Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 42 (28.12.1887)
- Date
- 1887-12-28
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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— 7׳ — ben Versöhnungstag das Gotteshaus besuchen dürfen. Er ließ sich bewegen und begab sich, auf die Warnungen seiner Freunde und uuf seine eigenen, mit diesem Capitän bereits gemachten, unangenehmen Erfahrungen nicht achtend, am Vorabende des Versöhnungstages um 8 Uhr Morgens zu diesem Biedermanne. Er traf ihn auf der Straße, mit zwei Herren im Gespräche an, wartete bis sich diese entfernten, ging dann auf ihn zu und bat ihn, nach erfolgtem Gruße, er möge die ihn! untergebenen j!dischen Soldaten auf mor- -gen, dem größten der jüdischen Feiertage beurlauben. ״Fort von hier, Jidan!" war die Antwort des würdigen Eapitäns. Der Rabbiner verschluckte diese bittere. Pille und wiederholte seine Bitte in den höflichsten und sanftesten Ausdrücken, indem er ihm vorstellte, wie er ihn bisher mit solchen Bitten verschont und auch für die Zukunft verschonen werde, nur für dieses Mal möge er ihm die Gnade erweisen. ״Fort von hier, Du besoffener Zud!" war die zweite Antwort, während sich inzwischen eine neugierige Menge um sie versammelte und Zeuge dieser seltsamen Unterhaltung wurde. Da konnte sich der Rabbiner nicht mehr halten. ״Herr Capitän" — sagte er diesem — ״ich werde gegen Sie reclamiren, dass Sie mich uns offener Straße ohne jeden Anlass beleidigt und dass Sie der Verordnung des Kriegsministers behufs Beurlaubung der jüdischen Soldaten zuwider handeln." Das war die Losung. Der Capitän rief wüthend einen Straßenwächter herbei und befahl ihm, den ״Jidan" auf das Commissariat zu führen und da dieser beim Anblich des ihm bekannten Rabbiners sich ehrfurchtsvoll zurückzog, schleppte er ihn selbst dahin. — Am 23. November a. S. fanddie Verhandlung des Proceffes statt. Der Capitän ging bei seiner Ankunft auf die Richter zu und Hatte mit dem Präsidenten im Berathungszimmer eine längere, geheime Unterredung. Um so kürzer bauerte die Berathung bezüglich des Urtheiles. Die Richter zogen sich auf eiue Minute zurück und als sie nach einer Minute im Berathungssaale wieder erschienen, verkündeten sie die echt rumänische Sentenz, dass der Rabbiner zu 200 Fr. Strafgelder und zu 2000 Fr. Civilentschädigung an den Kläger verurtheilt ist. Man sieht, die Herren Rumänen sind gute Geschäftsleute, das Geld ist das Wichtigste und der rumänische Juftizdienst ist nichts anderes, als eine gut orgänisirte Erpreffungsmaschine. Korrespondenz der Aedaction. 8. in R. a/R. Bestätige den uns zugejandten Betrag dankend. Wir wollen lieber gedulden als ganz auf Ihre sehr geschätzte Mitarbeiterschaft ver» zichten. K in Gr. K, Sch. in Brail, Rabin in K., M in La W. bestätige dankend die eingesand ten Beträge. Str. ׳n B. war nicht geeignet. Dass der Cantor einen ״TaliS" bei einer Leichenfnnktiou anlegt, ist unseres Erachtens eine Abnormität. S. in Iungb. In nächster Nummer wollen wir Ihrem Wunsche entsprechen. Dr. in Hr. Auster den in unserem Blatte ausgeschriebenen Vakanzen ist unS nichts bekannt. Bl. in Schl. Ihren Bereinsbeitrag haben Sie bis l. April 1388 beglichen. D. K. in R Ihr Bereinsbeitrag ist bis 1. October 1887 beglichen. Sie find bereits mit einem Quartal im Rückstände. Die Redaction Aer Jerertage halber konnte die dieswöchenltiche Aummer von der Zrmkerer aus erst heute sertiggekeTt werden und erscheint somit mit 2 Tagen Verspätung. Die Redaktion. בעל ת פ ל ה Der practische Vorbeter Vollständige Sammlung (gegen 400 F01i09eiten und 1511 Nummern der sämmti'chen gottesdienstliehen und häuslichen Gesänge und Recuati־־e der Israeliten (das ganze Chasanos; nach deutschen, polnischen und portugisisehen Weisen nebst allen den Gottesdienst betreffenden Verhaltungsregeln, rituellen Vorschriften und Gebräuchen (דינים ומנהגים) von Oberkantor A. Baer in Gothenburg;, Schweden Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Dieses von den grössten Capacitäten als das gediegendste und reichhaltigste Musikwerk anerkannt, ist vom Herausgeber selbst, oder von J. Kaufmann, Buchhändler, Frankfurt a M für 30 Mark (18 fl.) zu beziehen. Die von Josef DETberle <35 Co. WIEN, TIL, Seidengasse Nr 7. (im eigenen Hanse,) empfiehlt sich den P. T. Herren Cantoren und Compositeuren, zur Anfertigung von Notenstich n. Notendruck als einziges, complet eingerichtetes Institut dieser Art im In- und Anslande. •A« «A« aA« *Aff •Aff •A« «Aff «i« *Aff «Atf 0 FRANZ STROMMER Oreoibanmeister Wien, Wieäiibf Haajtstrasse 46 empfiehlt sieh für Neubauten und Rnnaraturen von Tempel-Orgeln. G1 osstes wiener XC W » rr rr x x x Synagogen - Ornate von Gustav PoUak K Bruder L, Schottenring 2 empfiehlt sich zur Anfertigung aller Gattungen Kutten, Talare etc für Cantoren, Rabbiner und Chorpersonale ia feinster Ausführung zu billigen Hr-isen. Auch ist daselbst ein reichhaltiges Stoff-Lager für Bestellungen aller Gattungen Herrennnd Knab* nkletder. & 8 8 8 3**יי* *׳a»*C*W-'WM*inB־--