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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-11-16 · Heft 37 (16.11.1887) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 37 (16.11.1887)
Date
1887-11-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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immer mehr und mehr zunahm, wollte jede Partei ihren Minhag , hütend' machen; wodurch gottesdienstliche «Störungen vorkamen, die;׳ -letzthin in wilden Excesscn.ausarteten, und gerechterweise mit landes- . gqrichflichen^ Aburtheilungen endeten. Die lautgewordene Theilung. jollte unlängst thatsächlich werden, und nur der, am 25. Qctober stattgefündenen^ glücklichen Neuwahl ist es zu verdanken, dass diese völlig unterdrückt wurde. Der neugewähste Vorsteher, Herr B. Süß, { der sich früher stets sträubte, die Wähl anznnehmen, konnte diesmal dem gewaltigen Sturme seiner enthusiastischen, einhelligen W ahl nicht inehr widerstehen. Seine woldurchdachte Programmrede hatte auch die mächtige Wirkung zur Folge, dass sich beide Fractionen freundlich die Bruderhand reichten und dem Präses die opferwilligste Unterstützung zusicherten. Zum zweiten Vorsteher wurde Herr Spitzer, zum kassier Herr Hager, zum Schriftführer und Revisor die Herren Abeles und Renner gewählt. Männer von echt jüdischem Geiste, die Pch der allgemeinen Hochachtung erfreuen. — Wie es heißt, soll schon dieser Vorstand beschlossen haben, einen modernen Tempel mit 500 Sitzen zu bauen und einen Chorgottesdienst einzuführen. Außer dem gegenwärtig angestellten Cantor soll auch ein tüchtiger, hebräischer Lehrer für die Talmud-Tohra-Schule acceptirt werden. Außerdem sei -erwähnt, dass Herr Vorsteher Süß Jahre hindurch in größeren Gemeinden als Cantor fungirt hat und noch jetzt, trotzdem er eine ausgebreitete Eisenindustrie betreibt, mit Leib und Seele seinen ehemaligen Berufsgenossen zugethan ist. ׳.-׳״׳״׳' - M. G. Allenberrg. Wreskau, 11. November 1887. Sehr geehrter Herr Redakteur! Hierdurch bitte ich Sie ergebenst, zwei ir>thümliche Mittheilungen des ersten׳ Breslauer Referats in der Nummer 36 Ihres gesch. Blattes, betreffend die Grätz-Feier, zu berichtigen. Das Tischgebet mit Einlage beim Festmahl ist nicht von mir, sondern von meinem interimistischen' Stellvertreter im Amte, Herrn Zlotnicki, gesprochen worden. — Mein Lebensalter anlangend, werde ich gegen Ende nächsten Monats das 69. Jahr vollenden. Mit fr׳undschaftlich kollegialem Gruß. Cantor Deutsch. Merlin Der Privatdozent Dr. H. Krause, der zum deutschen Kronprinzen nach San Remo berufen wurde, um an der Berathung über dessen Halskrankheit theilzunehmen, hat sich vor kurzer Zeit selbst einer radicalen Cur unterzogen : er ist nämlich zum Proteftantismus übergetreten. Dieser Fall oder richtiger Abfall hat hier sehr peinlich berührt, weil Dr. Krause der Schwiegersohn der verstorbenen Frau Bertha Oppenheimer in Leipzig ist, welche wegen ihrer Bildung, ihrer Wohlthätigkeit und ihrer Begeisterung für die jüdischen Interessen allgemein verehrt wurde. Sie hat nach dem Tode ihres Gatten John B- Oppenheimer, der einer sehr frommen Familie angehörte, die Bibliothek des Prof. Julius Fürst angekauft und sie der hiesigen Lehranstalt 'für die Wissenschaft des Judenthums geschenkt. Die Gattin des Dr. Krame, Frau Pauline geb. Oppenheimer, hat ihrem Gatten ein sehr bedeutendes Vermögen ins Haus gebracht. Kründungs- und Wereirrsöeiträge. Gabriel Rosenfeld, Ungereiden 3 fl; PH. Bosel Margarethen ׳(Wien) 3 fl; I. L. Schlesinger, Esseg 1 fl; I. Blau, Esseg 1 fl; S. Salomon, Wien 3 fl; L. Götz, Puklitz 2 fl; S. Gruschka, Mähr. Kromau (neu eingetleten) 6 fl; A. Grünhut, Klosterneuburg .(neu eingetreten) 6 fl. A Irischer Vereinscaffier. Eingesendet. «Löbliche Medaction! Mit der Aufbringung des Geldes zu einem Grabsteine für das verstorbene Vereinsmitglied, des Herrn Salomon Singer betraut, erlaube mir nun die Mittheilung zu machen, dass der Grabstein bereits fertig ist und demnächst aufgestellt wird. Nachstehend folgender Ausweis: Der Stein kostet laut der zu Händen des Herrn Vereins- Präses gegebenen Rechnung — fl. 85. Hierzu 'haben beigetragen: Sr. Ehrw. Herr Dr. Güdemann 10 fl.; Herr Bernad Reicher 20 fl.; -Herr Ferry 5 fl.; Herr Obercantor Singer 5 fl.; Obercantor Goldstein 5 fl.; Obercantor I. Bauer 3 fl.; die Herrn Cantoren Fischer 5 fl.; Blatt 3 fl.; Schiller 3 fl.; Petersilka 1 fl.; Schlesinger 2 fl.; Grünsfekd 1 fl.; Dr. Löwi 1 fl.; Regenschori Goldstein Ln Fünfkirchen 1 fl.; die Herren Quartettsanger: Tröster, Heimann) Kühner,. Nacht, Brüder Schwertka, Rotter, Liebesnr, Goldenberg je 1 fl. Für vom Verstorbenen selbst verdienten und mir übergebenen Leichentaxen fl. 11 — Summa 85 fl. Gleichzeitig spreche ich im Namen des löblichen Cantoren- Vereines sowie im Namen der Hinterbliebenen, Allen, die dieses pietätvolle Unternehmen unterstützen, insbesondere dem Herrn Stein» metzmeister Herrn Sonnenschein, welcher die Grabschrift und Aufstellung des Steines unentgeldlich besorgte, den besten Dank aus. Hochachtungsvoll Moriz Matt Cantor der isr. Cultusgemeinde Wien. Allen Freunden und Collegen statte ich hiemit für die mir und meiner Frau anlässlich des Ab leb -ns meiner geliebten Schwiegermutter, Frau Betti Blüml, zugekommenen Beileidskundgebungen meinen tiefsten Dank ab. Wien, im November 1887. Cantor I. Schiller. An der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde ist die Stelle eines tüchtigen, musikalisch gebildeten Cantors bis 1. Jänner 1888 eventuell sofort za besetzen, der זבלקדי -VMS? וקורא ומוהל sein muss. Jährliches Gehalt 600 fl. fix und 120 fl. itir Schechita. Beflektirende auf diesen Posten mögen sich über bisherige Verwendung in dieser Eigenschaft answeisen, ihren Familienstand und Alter angeben׳ Gesuche sind an den Unterfertigten einzusenden. Nur der Berufene wird zum Probsvortrag zugelassen und dem Acceptirten Beisespesen vergütet Djakovär, 3. November 1d87. Der Vorstand der isr. Eultusgemeinde Ljakovar: Adolf Kobn. Empfehlenswert!! für jede jüdische Familiel Volkstümliche Gesehiehte der Juden in drei Bänden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart von Dr. H. Grätz, Prof, an der Universität Breslau. In circa 30 Lieferungen a 42 kr. (mit Postversend. 47 kr.) Diese kürzer gefasste Ausgabe (im Vergleiche zu der großen llbändigen) speciell für gebildete Laien bestimmt, soll die Kenntnis der jüdischen Geschichte in weitere Kreise des Publikums tragen. Lieferung 1 versendet zur Ansicht auf Verlangen IE2. T!ר־7:7ד~ס r. Buchhandlung Wien, I., Rothenthurmstrasse 22. Prämiirt auf den Weltausstellungen; London 1852, Paris 1867, Wien 1873 Paris 1878. AiifRateft Claviere für Wien und Provinz! Concert-, Salon- und Stutzflügel wie auch Pianinos aus der Fabrk der weltbekannten Export - Firma Gottf. Gramer, Willi. Mayer in Wien, von fl. 380, fl. 400. fl. 450, fl. 550, fl. 650. Claviere anderer Firmen fl. 280—350, Clarier-Verschleiss und Leih-Anstalt von A. Thierfölder Wien, VII-, Burggasse 71.

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