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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-11-08 · Heft 36 (8.11.1887) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 36 (8.11.1887)
Date
1887-11-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wramirneratiorrspreis F5,e S>trki,1k«,itg«tder. Ganzjährig fi. s.— Halbjährig fl. 2.50 Vierteljährig fl. 1.25 Für Nicht« itglie-er Ganzjährig fl. Halbjährig - fl. 3.— Vierteljährig fl. 1.S0 lK Slusla«d > fi.- 7— oder 8 Nudel. Oesterreiehiseh -ungarische Organ fttt tlie ^ntereMn jUifcher ^ilkitoren Utttl ^ultmbeklMten. Orfcheint zeden achten Gag. Begründe r: Obercantor Jacob Bauer. r Wedaction ׳:. und Administration |! Wie», 1 |j II , Novaragaffe Nr. 27.!1 ==fi 1 Inserate I werden billigst berechnet. Manuskripte werden nichts! retour« irt. - Nr. 36. Wien^ 8. November 1887. 7. Jahrgang. Methodik -er Gesongskunfl. V. In welche innigem Verhältnis der Athem zum Ton selbst steht, sowie besonders, dass schon ein schwacher Athem zur Erzeugung ן eines Tones hinreicht, haben wir .bereits. jarfjeft3u' .Nnd Weyn: somit bei Erzeugung eines Tons der Athem nur in geringem Maße nothwendig ist, die Lungen also zur Erzeugung nur in untergeordneter Weist Mitwirken (wir werden später sehen, dass die Erzeugung eines Tones nach Höhe und Tiefe hauptsächlich aus der verschiedenen Spannung der Stimmbänder beruht) —, so fragt sich, worin dagegen die Hauptfunktion der Lungen beim Gesang bestehe? Die Lunge hat offenbar ihre Hauptthätigkeit zu entfalten bei der Nüancirung des schon erzeugten Tons hinsichtlich seiner Dauer und be״ sonders hinsichtlich seiner. Starke. Wenn nämlich schon die ganze Dauer eines Tones von der Länge des Athems abhangt, so ist vollends seine Stärke oder Schwäche die nächste Folge des stärkeren oder schwächeren Athems. Die einfachste Uebung zu Bildung eines längen Athems ist diese, einen Ton in gleicher Stärke, besonders mit möglichst schwachem Athem, gleich piano, so lange als möglich auszuhalten: hier wird der Ton am längsten währen und durch Uebung kann er noch sehr bedeutend an Dauer (und damit der Athem an Länge) gewinnen; man achte aber bei einem solchen piano gesungenen Ton besonders auch darauf, dass der Ton ganz klinge ähnlich dem Ton eines guten Pianofortes. Nicht blos im forte, auch im piano muß der Ton ganz sein; er darf nur schwächer, aber nicht kleiner werden; nur das Athemmaß ist verschieden, nicht aber die Tiefe des Athemzuges und , die Klangfarbe. Sodann singe man denselben Ton mit etwas stärkerem.Athem und suche ihn wiederum in unveränderlich gleichem Grade von Stärke zu erhalten, so lange als möglich. Bei allen diesen gleich gehaltenen Tönen bleibt die Stärke des Athems und des. Tones während der ganzen Dauer des Aushaltens ein und dieselbe, und schon hiedurch lernt man den Athem zurückhalten und sparen. Doch die volle Beherrschung des Athems wird nur durch fleißige Uebung des An- und Abschwellens (mezza di Voce) eines Tones erreicht, indem dieses zuletzt aus der Fähigkeit beruht, die Luft schwächer und stärker ohne Unterbrechung ausströmen zu lassen, sie in der Brust sparend zurückzuhalten, und wieder aus ihr in größerer Masse nach Belieben auszutreiben, in jenem Fall ist der Ton schwächer, in diesem stärker. Hier hat somit j die Lunge ihren Hauptwirkungskreis; man hat jedoch auch schon ge- ..glaubt, .ein.Tou.werde durch, die größere Spannung der Stimmdänder stärker, nicht durch den stärkeren Athem; die Versuche am ausgeschnittenen Kehlkopf beweisen jedoch das Gegentheil, dass nämlich die Spannung der Stimmbänder etwas Nachlassen muß, wenn der Ton anschwillt, und wieder etwas anziehen, wenn er abschwillt; und die Lunge hat also hier so sehr ihr Hauptgeschäft, dass sie gerade beim forte, also dann, wenn die Stimmbänder am meisten nachgelassen sind, in lebhaftester freiester Weise sich entfaltet. ■— Jene Uebung, das An- und Abschwellen des Tons, in einem Athemzuge zu machen, ist keine kleine Aufgabe für die Lunge; und man thut wohl daran, wenn man anfangs diese Uebung thei lt, d. h. mit einem Athemzug vom pianissimo zum fortissimo, mit dem andern vom fortissimo zum pianissimo übergeht; endlich aber mache man die ganze Uebung in einem Athem, wobei jedoch sehr zu beachten ist, dass das ff genau auf die Hälfte der Zeitdauer des Tones fallen muß: hält man dies streng ein, so lernt man am leichtesten den Athem auf geschickte Weise und ganz nach seinem Willen vertheiten. Sodann muß jener Uebergang vom schwächeren zum stärkeren ' Blasen und umgekehrt in rrlhig fortlaufendem Fluss ganz allmälig, d. h. ohne Stöße oder Lücken vor sich gehen und so ein zusammenhängendes Ganzes bilden. Zudem sehe man gleich von Anfang auf eine richtige Intonation, d. h. darauf, dass der Ton in feiner Höhe gar nicht verändert wird (nicht höher beim forte und nicht tiefer beim piano); und beim letzten Verhauchen des Tones endlich vermeide man jeden Druck oder Stoß, der Athem muß ganz ruhig verschwinden. Endlich bedenke man, je leichter ein Ton angefetzt werden kann, desto stärker kann er dann auch noch werden, wegen des noch übrigen größeren Athemmaßes. Nnd ein Ton, welcher durch Anziehen forte geworden ist, wird auch leicht durch Nachlassen wieder piano; ein Ton aber, welcher durch Stoßen forte geworden ist, kann nicht wieder ruhig piano werden. — Hat man aus diese

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