Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 35 (31.10.1887)
- Date
- 1887-10-31
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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— 7׳ an das Volk Israel war, dass der Kirchenmarsch ein religiöser Festmarsch war des Volkes Israel nach seiner Errettung aus der Knechtschaft Pharao's und nach der Vollendung des Tabernakels in der Wüste; dass die Krönung sich ursprünglich nicht auf Lukas von Leydensondern vielmehr, auf den gewaltigen Helden und Gesetzgeber Moses bezog. Der unbedeutende Lukas von Leyden ist eben nur ein ״falscher" Prophet in der Meyerbeer'schen Oper, Moses der richtige und originale. Saris. Dienstag den 20. d. M. hat hier die standesamtliche Trauung Mr. Albert Edward Saassoon's und dis Fräulein Aline de Rothschild, der Tochter des Baron Gustav v. Rothschild, stattgefunden. Der Maire des achten Arondissements, Herr Köchlin-Schwartz, ein geborner Elsässer, vollzog den Act mit besonderer Feierlichkeit. Er richtete an die Erschienenen die folgende Ansprache: ״Meine Damen und Herren! Ich vermag kaum zu sagen, wie glücklich es mich macht; diese Verbindung verkünden zu dürfen. Verschafft sie mir doch Gelegenheit, Herrn Baron und Frau Baronin von Rothschild zu der hochherzigen Verwendung ihres immensen Vermögens zu beglückwünschen und ihnen für all' has Gute zu danken, welches sie tagtäglich, zumal in unserem achten Arrondissement thun. Das junge Paar besitzt überreichlich Ehren Üüd irdische Schätze. Es eröffnet sich ihm ein überaus schönes Leben. Mögen mir die jungen Eheleute gestatten, dass ich ihnen dass Einzige wünsche, welches man durch Geld allein nicht erreichen kann, und das doch das höchste aller irdischen Güter ist — nämlich das reine ungetrübte Glück der Familie!" . . - Mademoiselle Aline de Rothschild war zu der Ceremonie in einer graublauen Seidenrobe und in einem cremefarbenen Hut erschienen; Die Brautmutter Baronin Gustav v. Rothschild trug eine schwarze Robe, ein grünes Sammtmantelet und einen weißen Hut. Die ganze Mairie war mit den herrlichsten Blumen und Topfgewächsen geschmückt. Die Zeremonie, in der Synagoge der Rue de la Victoire gestaltete stch zu einer glänzenden Augenweide und einem von den Notabilitäten der diplomatischen, aristokratischen und Finanzwelt besuchten Feste. Die Zahl der Gäste soll gegen viertausend betragen haben. Der Großrabbiner von Frankreich, Isidore, thronte inmitten seiner Geistlichkeit, während Zadök Kahn, der Großrabbiner von Paris, die Trauung vollzog und Faure und Fälix Levy der Feier durch ihre Solovorträge eine größere Weihe verliehen. Wie sehr auch die draußen harrende Menge auf die Toiletten der Hochzeitsgäste gespannt war, so hatte von all' den Millionen- oder ahnenreichen Damen keine einen so durchschlagenden Erfolg, wie der Gnikowar (Maharadschah) von Baroda, welcher schon der Unterzeichnung des Ehecontraetes bei» gewohnt hatte und nun durch die sremdarttge Pracht seiner Erscheinung, sowie jener seiner Begleitung den orientalischen Grundcharakter der Ceremonie zum Bewusstsein brachte. Danksagung. Für die zahlreichen Glückwünsche, welche mir aus Anlass der mir gewordenen Auszeichnung von verschiedener Sette zugekommen sind, statte ich hiemit den geehrten Herren Abonnenten unseres Blattes, sowie allen meinen Freunden und Bekannten den ttefgefühlteften Dank ab. Alois Kulka, verantwortlicher Redacteur der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zettung. ßorrespondenz der Wedaction. P. in Bat. Unser tiefstes Beileid, der Allmächtige ttäüe Sie. T. in N.-Bit. DaS Blatt wird pünktlich au Sie expedirt. L. in Gr-W. Durch Einsendung des Abonnementsbettages find Sie noch nicht Mitglied des Vereines. Behufs Aufnahme in dm Lantaren-Berein müssen Sie ein diesbezügliches schriftliches Au uchen an den Bereinsvorstand richten. Die Redactio« Abonnements- und insertionsbeträge sind in Wien zahlbar. Bei dem Minjan Verein in Wilhelmsbnrg, (Nied. Oest) ist die Stelle eines tüchtigen Koreh, BaL Tefilla, Schachet Ubodek, der zugleich Religions-Unterricht ertheilen kann, sofort zu besetzen. Mit dieser Stelle ist ein ein Fixum von fl, 300 jährlich nebst freier Wohnung, bedeutender Schechita und Nebenemolumenten verbunden. Bewerber müssen von anerkannten orthodoxen Babbinnern mit Zeugnissen versehen sein. Probe- Vortrag wird gewünscht. Beisespesen werden nur dem Acceptirten vergütet. Bewerber darf kein Lohen sein. Für den Minjan-Verein Wilhelmsburg. M. Spitz. Die von Josef Eloerle £& Co, WIEN, VII., Seidengasse Nr 7. (im eigenen Hanse,) empfiehlt sieh den P. T. Herren Cantoren und Gompositeuren, zur Anfertigung von Notenstich u. Notendruck als einzigst, complet eingerichtetes Institut dieser Art im ln- und Auslande. Heilunll Hlege-Amtalt. ytflima, in Hon« auj |j für Nerven- und Gemülhskranke. Lage inmitten des Siebengebirges und Rheinpanoramas. Vorzügliche IMge, Hochelegante ßinrichtung, naturgemäßes, dietätisches Heilverfahren. Nähere Auskunft und Prospecte gratis und franko. Ar. A. Kahn, Villa Viktoria.