Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 33 (15.10.1887)
- Date
- 1887-10-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Qesterreichi sch - ungarische Krünumerationspreis Fiie V«r»i»krnitglirtzer. Ganzjährig fl. s.— Halbjährig ׳• fl. 2.50. . Vierteljährig fl. 1.25 Für Nicht» ilglirder Ganzjährig . fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Vierteljährig fl. i.5ü Für das Ausland Ganzjährig fl. 7.— 1L Mark oder 6 Nudel. —*äfc —.— ■ :|l Organ ז - uutl Dllltmbesmten. K r sch e in t je & e מ a ch t e n Gag. Begründer: Obercantor ülaooh Bauer. Wie», 15. Dekoder 1887. Aedactiou ' und ׳ ' Administratioa W i.tu, II., Novaragaffe Nr. 27 Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden n׳ckl retournirt. Arber -ir Critstrhuligs^rit brr ToMichrn (Neginoth) in -ein jltdischen SchriMhum Von Dr. M. Grünwald, Rabbiner in Jungbunzlau. Obercanior Singer in Wien hat in seinem Aufsatze: ״Nenmen und Neginoth" (Oester-r.-ungar. Cantoren-Zeitung vom 2. November & 1882) eine treffende Parallele zwischen den Neumen und Neginoth gezogln und einzelne Etymologien richtig gedeutet. Er wollte daraus den Schluss ziehen, ״dass die Blüthezeit der jüdischen Tempelmusik einer viel früheren Periode'angehört, demnach die Tonzeichen derselben unmöglich einer späteren Kunstepoche entlehnt sein können." Mich will es jedoch bedünken, dass der Schlusssatz der Folgerung ganz und gar unrichtig ist. - ׳ Um dies zunächst allgemein zu beweisen, will ich nur das eine blmcrken, dass die Docalzeichen 'in sämmtlichen s.emitischen Sprachen erst späteren Ursprunges sind und trotzdem,- wie dies übrigens selbstverständlich ist, Vocale beim Aussprechen der Worte gebraucht und verwendet wurden. Zuerst die'Sache und dann das Zeichen hiefür, ist so recht ein Zeichen für den praktischen Sinn der Semiten, für׳ den praktischen Sinn nämlich, der an einer gut vollbrachten T h a t mehr Gefallen findet, als an den zierlichsten Worten, die wirkungslos verhallen. Kein. Geringerer als Elijahu habaclmr zubenannt, hat die für seine Zeit kühne Hypothese ausgesprochen, dass die Neginoth nicht sinaitischen Ursprungs sind. ־Man verstehe mich wohl; nicht etwa, dass nicht bestimmte Töne, Toncomplexe und Melodien uralten Gepräges bei den Juden vorhanden wären, sondern nur die Zeichen für diese Toncomplexe sind neueren Datums. Der Orientale hält sich an das Wort: ״Wirst hin die : Form, den Sinn ergreife; denn er ist Zucker, sie gemeines Rohr." Und nicht 'n«r die Ungarn hatten eine Melodie für ihre ältesten Gesetzessammlungen, wie' Stefan Bartalus dies im 43. Hefte des unter dem Protectorate des Kronprinzen Rudolf stehenden Pracht- Werkes: ״Oesterreich m Wort und Bild" beweist, sondern der Pentäteuch spricht dafür unzweideutig klar und wahr im Schlussvers des 31; Cäpitel des Deuteronomium: ' ׳ זידר משה באזני בל קהל ישראל »ת דברי השירה הזאת עד תמם und Moses sprach vor den Ohren der ganzen Versammlung Israels die Worte dieses Gesanges bis zu ihrem Schlüsse. Und in der That findet sich die Quintessenz der Lehre des Judenthums verbunden mit den historischen Momenten im 32. Capitel dieses Buches. Dass dieses Lehrgedicht von Jung und Alt in Israel auswendig gelernt wurde, und dass die beigefügte Melodie das Auswendiglernen desselben erkeichtery. sollte, ist klar. Und so war es auch bei den alten Ungarn der Fall; bei letzteren lässt sich dies nach Bartalus documentarisch belegen. Nur darf man nicht vergessen, dass musikalische Zeichen zur Zeit, als die Ungarn nach Europa kamen, bereits vorhanden waren. Bei den Israeliten hingegen stellt sich die Sache in Folge des hohen Alters ganz anders. Das Aufzeichnen der Massora, der Vocale und der Neginoth scheint mir in das fünfte nachchristliche Jahrhundert zu fallen. Für die Massora und die Vocale habe ich dies in Professor A. Hilgenfeld's Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie (1881) nachgewiesen. Und dass man, nachdem man die Vocale bezeichnet, nicht lange gezögert haben wird, lässt sich wol denken, lässt sich aber auch nachweisen. Es ist zunächst die Gleichartigkeit der Sprache, die uns an die Gleichzeitigkeit der Entstehung unwillkührlich denken lässt. Die Bezeichnungen für beides, sind nämlich nicht in hebräischer, sondern in aramäischer Sprache. Ueberdies fällt die Entstehungszeit der Neumen ebenfalls in das 4. Jahrhundert und zwar soll kein anderer als der syrische(-aramäische) Mönch St. Ephrem die griechische Buchstabennotenschrift aufgebend folgende 14 Charaktere für die Neumenschrift erfunden haben.x) J) Siehe Emil Naumann's Jllustrirte Musikgeschichte, Verlag von W. Spemann, 1885, I. Bd. p. 173 ff. u. 7, ferner Strucny־ prehled dejin hudby sepsal, Prof. Dr. Ottokar Hostinsky, Prag, 1886,' doch ist leider nur das J. Heft dieses vorzüglichen Buches erschienen. ד־ויזז'••’ v ־1 ־ר׳ ־״ --a.1-~'~ v■ n־u *׳irirVTTiBnm iv! nr ,,