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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-10-02 · Heft 32 (2.10.1887) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 32 (2.10.1887)
Date
1887-10-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Pnjer, liturgischen Gesängen wurde die BenedictZon vorgenommen und nach einem abermaligen Umzug mit den Thorarollen hielt der -Rybbiner die schöngeformte, tiefempfundene Festvredigt, in welcher er auch einen kurzen Umriss der Entwicklungsgeschichte, des Münchener Judenthums gab. Er wies auf die Leiden hin, welche die hiesige ״Gemeinde bei ihren frühesten Ansiedlungen zu erdulden gehabt, und vergeblich damit die erfreulichen Zustände in der toleranten Gegen׳ wart. Mit der Absingung des 150. Psalms schloß die Einweihungsfeier. Die erste Synagoge bestand in München im 13. Jahrhundert. Dann aber kamen schwere Zeiten für die hiesige jüdische Gemeinde und Jahrhunderte lang war die Ausübung des mosaischen Gottesdienstes erschwert und verbittert. Erst unter der Regierung des kunstsinnigen. Königs Ludwig 1. konnten die Münchener Juden wieder frei und froh aufathmen und im Jahre 1826 wurde ihnen von Neuem die Errichtung eines eigenen Gotteshauses gestattet Die Gntwicklung und das Wachsthum der Gemeinde zeigten aber bald die Nothwendigkeit eines neuen und größeren Betgebäudes. Dank der Opferwilligkeit der israelitischen Gemeinde, wie der Stadtgemeinde, tonnte zu einem solchen vor drei Jahren das Fundament gelegt werden. Der neue Tempel ist ein wahres architektonisches Kunstwerk und bildet nunmehr eine der schönsten Münchener Sehenswürdigkeiten. Gr ist in byzantischem Styl erbaut und zeigt in allen seinen Theilen eine feine Anlage und schöne Ausführung. Eine der Hauptzierden dieses Tempels ist die Orgel Das - Aeußere derselben weicht ganz von dem üblichen Orgelprospect ab, es fehlen die gewohnten Reihen der Zinnpfeifen, die sich sonst links und rechts nach der Höhe auf- -bauen. Das ganze Werk ist so durchsichtig, dass auch das hinter der Orgel befindliche gemalte Fenster sichtbar ist und die Capitäle, welche diesen Theil des Raumes krönen, unbeeinträchtigt wirken. Ueberhaupt wird von dem Pfeifenwerk nur wenig bemerkt. Die Anordnung der chromatischen Rechen ist so, dass dieselben theits neben, theils hinter einander gruppirt sind. Das Werk hält 25 klingende Stimmen, und es ist der Disposition nachzurühmen, dass ans ausreichende Grundstimmen Bedacht genolnineu und damit ein fester Ton gesichert ist, der das ganze Haus nicht übermäßig, über sehr reichlich und wirkungsvoll füllt. Die in der Disposition vorzugsweise berücksichtigten sanften Stimmen zeichnen sich durch schöne ebenmäßige Intonation aus. Das aufs reichste geschmückte Gehäuse ist aus Eichenholz gefertigt und vortrefflich ausgeführt. Nicht minder kunstvoll sind die anderen Zierden des neuen Tempels, so dass derselbe als ein stolzes Denkmal Münchener Kunst bezeichnet werden kann. (Nzt.) Mannheim. In feierlicher Weise fand am 11. August in Mannheim die Grundsteinlegung der neuen zur Klausstiftung gehörigen Synagoge statt, zu welcher sich ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Nachdem der Vorsitzende der Klaussttftungs-Kom- Mission, Herr Simon Bensheim, die feierliche Handlung mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte und die in den Grundstein einzulegenden Dokumente verlesen waren, hielt Herr Dr. Appel die Weiherede, die mit dem Wunsche schloß, es möge der Bau vollendet werden dem Begründer und den Erbauern zum Ruhme, der israelitischen Gemeinde und der Gesamtheit zum Heile, der Stadt zur Zierde. Nach Niederlegung der Dokumente in den Grundstein erfolgten die üblichen drei Hammerschläge durch die anwesenden Herren der Klausstiftungs-Kommiffion und des Synagogenrathes. Eine Ansprache des Leiters des Baues Herr Architekten W. Manchot, welcher das Gelingen der Arbeiten dein Schutze des höchsten Bauherrn empfahl, schloß die schöne und erhebende Feier. — Werkln. Beim Besuch der jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten iir''Stettin nahm Kaiserin Augufta Gelegenheit, den Vertretern der jüdischen Gemeinde Folgendes zu sagen: ״Ich freue mich, dass ich auch hie? Gelegenheit habe, Ihnen meine vollste Anerkennung wegen Ihres Wohlthätigkeitssiunes aussprechen zu können. Ich bin Ihren Glaubensgenossen auf diesem Gebiete oft begegnet und habe stets edle Gesinnung, Opferwillig-keit und hingehende Liebe bei Ihnen wahrgenommen. Auch hier zeigt sich, wie ich zu meiner Freude höre, dieselbe menschenfreundliche Gesinnung in zahlreichen Wohlthätigkeitsanstalten, und ich spreche Ihnen meine wärmste| Theilnahme an diesen Bestrebungen aus". Gegründet 1793. CARL GlANI jun. Wies, VH. Bezirk, Westbahnstrasse Nr. 21. Größtes Etablissement zur Anfertigung von Ornamenten für Synagogen als: Mild, 'Decken, NdlN Bedeck-Tücher, Thoramäntel und (2 (מפותc. 2c. streng nach dtM Ritus in künstlerischer, solider Ausführung. 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