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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-10-02 · Heft 32 (2.10.1887) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 32 (2.10.1887)
Date
1887-10-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterrei ehfseh -un gari sehe Gaatorsn - Zeitnng Urannweralionspreis . Ziie BtrcinrrniigNkdrr. Ganzjährig fl. s.— Halbjährig fl. 2.50 Vierteljährig fl. 1.25 Fier Nicht» ttglic-er Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— | Vierteljährig fl. 1.50 Fiir das Ausland Ganzjährig fl. 7.— 1L Wkark-oder K Rudel. Organ ׳ Oe OltrreMll OOscher uutl ^ultmberuntell. Krfchernt je. d en achten U a g, Begründer: Obercantor Lnnvr. HLedactisn und Administration Wie n. I> II., Novaragaffe Nr. 27. mim min. M 32. Wien- 2. Dekoder 1887. 7. Jahrgang. Mit dem I. Hctoöer begann die ״Oesterreich.-ungarische (Lcrntoren Zeitung" das IV. Quartal des Jahrganges 1887. Die geehrten Herren Abonnenten, Freunde und Leser unseres' Mattes werden, daher dringendst ersucht, das Abonnement rechtzÄl^zn^ernereerri und den Abonnementsbetracs״umgehend eiuzusenden, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. _ Iie Administration. Wien, mn 2. Octsber 1887. Schon zn wiederholten Maten, ist in diesen Blättern versucht worden, die hohe Bedeutung des jüdischen Cantorenstandes für den jüdischen Gottesdienst in überzeugendster Weist darznthun, und selbst die schlagendsten Argumentationen und die kühnste Beredsamkeit vermochten es nicht, gewisse.. Vorurtheile und irrige Anschauungen, wie sie hie und da. von Seiten der Gegner des Cantorates mit Vorliebe verbreitet wurden, um die Stellung des Cantors in der Gemeinde; auf das Niveau des Schullehrers in der seligen Concordatszeit herab- . zudrängen, zu völligem Schwinden zu bringen. Wenn uns auch diese gegnerische Strömung aus dem Selbsterhaltungstrieb, der jedem . Individuum von Natur aus gegeben ist, begreiflich schien, so musste es dennoch befremden, warum jene Herren stets bei der Theorie ver- /.harrten und nicht ein einziges Mal einen Blick in die Praxis warfen, um von hier aus zu einem richtigen, den Verhältnißen ent- ::sprechenden Urtheile zu gelangen. Da es nun die Ausgabe eines jeden : Blattes ist, Aufklärung zu verbreiten, so wollen wir den Schritt, '!"den unsere Gegner unterlassen, im Interesse unseres Standes selbst : unternehmen, und zu diesem Behufe ist keine Zeit so günstig als die der hohen Feiertage. Der Indisserentismus in religiösen Dingen, der dem Judentum schon so manche Wunde geschlagen, hat es wol zu Wege gebracht, dass unsere Synagogen das ganze Jahr hindurch große Lücken zeigen und die Thätigkeit des Cantors, der täglich Früh und Abends vor den Altar hintritt und unverdrossen seines heiligen Amtes waltet, von einem großen Theite der Gemeindemitglieder unbeachtet bleibt; wenn aber die Zeit der hohen Feiertage naht, sind alle Gotteshäuser zu klein, um die Zahl der andächtigen Beter zu fassen. Groß und Klein, Hoch und Niedrig, Alle sind von dem Drange beseelt, an diesen Tagen ihr Indenthum zn bezeugen. - Treten wir nun am Ntujahrsfeste oder am Versöhnnngstage in die Synagoge ein, wen sehen wir da als den Träger des Gottesdienstes? Es ist der Cantor, der mit dem weißen Prieftergewande bekleidet, Gottes Schutz und Segen auf die Häupter der versammelten Gläubigen herabfleht. Aller Angen sind aus ihn gerichtet, Aller Sinn ihm zugewandt, wohl nicht seiner Person, sondern dem heiligen Amte, das er versieht. Die Bescheidenheit hält uns zurück zn behaupten, dass darum der Cantor die erste Stelle im Gottesdienste einnimmt, vor dem Rabbiner oder Prediger, als dem Vertreter der heiligen Lehre, werden wir stets ehrfurchtsvoll das Haupt neigen und ihm den Vorranz nicht streitig machen. Auch er hat eine hohe Mission zn erfüllen'; seine Aufgabe ist, die Versammlung über die Bedeutung des Festes zu belehren und durch begeisterte Rede auf das in solchen Momenten gewiss empfängliche Herz einzuwirken. Betrachten wir jedoch die

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