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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-09-12 · Heft 30 (12.9.1887) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 30 (12.9.1887)
Date
1887-09-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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kA&fi ״־יעי; — 7׳ —!Leben der Ewigkeit, für das Leben kommender Geschlechter!לא המתים יחללו יו? Nicht die Todten loben Gott, auch nicht die, welche hinabfahren in die Gruft, sondern wir alle hier Versammelten, die so innig und wahr das alte Werk, die alte That des ersten Patriarchen auffrischen, wir wollen Gott loben und danken in alle Ewigkeit; denn wir ehren die Gräber der Heimgegangenen, betrachten dieselben als ein heilig unantastbares Eigenthuin der entseelten Körpers als einen unveräußerlichen Besitz der hehr und ehrwürdig von allen Erdenwallern bleiben soll". .Die-Weiherede des Herrn Neubauer avirkte auf die Herzen der Zuhörer undmanche Zähre sah man von den Wangen Herabrollen. Möge diese vom Herzen kommende, zu den -Herzen gegangene Rede dauernden Nachhall finden. Wehmüthig erklangen wieder die jugendlichen Stimmen des Schülerchores, eine Arie vortragend. Die Festpredigt hielt , der rühmlichst bekannte Kanzelredner Herr Rabb. Dr. Nippner aus Glogau, der in der uneigennützigsten Weise herbeigeeilt war, um dem Streben 'der jungen Gemeinde seine Anerkennung zu zollen. Die männliche Erscheinung, das kräftige unddoch weiche Organ des Herrn Dr..Rippner wirkte mächtig auf die ,Zuhörer. Im prächtigen rhetorischen Gewände, doch leicht und verstündlich für Jedermann zeigte in bilderreicher Sprache der Festredner, dass Israel dies- und jenseits des Oceans einen ewig grünenden und kräftig wurzelschlagenden Baum gleiche, dass Israel nie altere, nicht als ein Schatten dahinwandle, sondern lebensfähig und kräftig -an den Schicksalen der Staaten und Völker Antheil nehme und mit Liebe und Begeisternng, mit Opferwilligkeit und Treue dem jeweiligeu Staate, in dem es. lebt, ganz angehöre, wenn auch noch nicht überall die Fesseln gesprengt sind, die es in der Entwicklung für alles Wahre und Edle hemmt. Wo aber Israel.eine Heimat, eine Gleichstellung gefunden, wo es bereitwillig, von den Behörden ein "אחזת קבר erhält, da ist es ganz heimisch, denn halb betrachtet der Mensch den Ort seiner Existenz, wenn er nicht auch daselbst einst sein müdes Haupt niederlegen kann. Als Israel seinen Wnnderstab, Lurch Intoleranz und Verfolgungswahn gekränkt und angefeindet, -ergreifen musste, da blickte es' mit feuchtem Auge auf den Ort, auf die Hügel unter denen die Theuern alleschliefen, auf die Stätte, wo sie ihr Herz ausschütteten und Leben und Hoffnung erlangten. Wenn -auch:.ihr. Glück, ,.ihre Habe, ihre Freiheit vernichtet war, so opferten sie ihr letztes und gaben es den Behörden mit den Worten : ״Schützet nnd ehret die Gräber unserer Todren". Israel fürchtet nicht den Stachel des Todes, so lange es seinem Gotte ergeben ist. לא אמות כי אזזיה Nicht sterbe ich, sondern ich lebe und erzähle von den Werken Gottes! Mit herzlichen Worten überwies der zur Begeisterung hinreißende Prediger den Friedhof dem Schutze der städtischen Behörde, den Bewohnern Zittaus und mit einem wahrhaft jüdischen Gebete, dem sich ein Schlusschoral anreihte, beendigte diese würdige Feier, die bei den Anwesenden lange in Erinnerung bleiben wird. In der Abendstunde wurde מעריב בזמנו gebetet und einem verstorbenen Bruder in Israel ein אל מלא רחמים gesprochen, dem ein Vorstands-Mitglied der Görlitzer Gemeinde eine Opferspende beifügen ließ. Dem Ernste des Tages folgten einige gemütliche Stunden des Beisammenseins, in denen manche Anregungen für Cultus und Unterricht gegeben wurden. So möge die Gemeinde Zittau den geweihten Ort lange, lange unbenutzt pflegen und nur die gereifte Saat dem Schnitter anheim fallen. — Das walte Gott! M. Tintner, Cantor und Lehrer in Bunzlau. Durch die Vorbereitung^ für die knapp vor den hohen Feiertagen stattfindende Tempeleinweihung allzusehr in Anspruch genommen, bin ich Heuer außer Stande, anlässlich des Jahreswechsels auf schriftlichem Wege eines jeden meiner lieben Collegen und Freunde, sowie der geschätzten Mitarbeiter unseres Blattes besonders zu gedenken, daher ich mich darauf beschränken muß, ihnen insgesammt durch diese Zeilen meine innigsten Wünsche zn übermitteln. Hbercarrtor Jacob Mauer- Herausgeber der ״Öesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung". HM- Des Neujahrsfestes halber erscheint die nächste Nummer Donnerstag den 22. September. Die geehrten Mitarbeiter werden .jedoch ersucht, eventuelle Manuskripte für dieselbe noch vor Jom-tow eiuzusenden. Die Redaction G,<־.? r ü itd e t 1793. CARL GIANI jun. Wien, VH. Bezirk, Westbahnstrasse Nr/ 21. 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