Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 28 (27.8.1887)
- Date
- 1887-08-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Kleine Chronik. . tzroppaü In einer vor kurzem stattgehabten General-Vcrsammlung der Troppauer israelitischen Cultns-Gemeinde wurde , einstimmig beschloffen, den Herrn Max Singermann, der seit' einem Jahre provisorisch ׳ das Ober-Cautorat in der Cultus-Gemeinde zur Vollständigen-Zufriedenheit verwaltete, definitiv anzustellen. ' Jobitschauam 23. August 1887. Mit freudigen Gefühlen gibt Sch.eiber dieses Nachricht von dem Ankäufe der Herrschaft Tobitschau, welche dem uralten Adel der Grafen Khuenburg angehörte, durch die Gebrüder Ritter v. Guttmann. Trotz der antisemitischen Strömung wurde Samstag den 21. dieses Herr David Ritter von Guttmann,. welcher seinen Einzug auf dem Gut hielt, sowohl von der Repräsentanz der Stadtgemeinde, als auch von der israelitischen Cultusgemeinde, ferner von sämmtlichen Beamten des früheru Besitzers, dem Veteranen- und Feuerwehr-Vereine' und e nein sehr zahlreichen Publicum unter Musikklängen in dem festlich decorirteu und beflaggten' Schlosse Tobitschau empfangen. Das Fest gestaltete sich zu -einem wahrhaft imposanten. Pöllerschüsse gaben Zeichen von den! Eintreffen der Gutsbesitzers. Gleich beim Absteigen wurden ihm von dem früheru Herrn Jnspector dieser Herrschaft sämmtliche Vorstände und Beamten vorgestellt, und die meisten, von ihnen würdigte er mit Ansprachen. Man las jedem Einzelnen die Freude von dem Gesichte ab, und -insbesondere fühlte sich jedes Mitglied der Cultusgemeinde hingezogen, den neuen Besitzer kennen zu lernen und demselben seine Aufwartung zu machen. — Schon auf dem ersten Gang durch die Straßen bezeugte Herr Ritter von Guttmann seine Wohlthätigkeit, indem er selbst namhafte Spenden an die auf ihn! wartenden Armen vertheilte. Hieranf. besuchte er den städtischen Herrn Bürgermeister und den Herrn Pfarrer, bei dem er einen bedeutenden Betrag deponirte. Tags darauf, übermittelte er einen großen Betrag für die Armen der Stadt und 200 fl. für die Cultusgemeinde, sowie beträchtliche Summen für das Armenversorgungshaus, das Spitale und oben benannten Vereine. Der Ruf, welcher unserem neuen Besitzer vorangieng, scheint mcht übertrieben, und namentlich dürfte die kleine Cultusgemeinde einen Wohlthäter gefunden haben, welcher gewiss sein Augenmerk darauf richten wird, dieselbe aufrecht zu erhalten. Auch um das allgemeine Wohl und Hebung unserer Stadt scheint dieser große Wohlthäter nicht minder besorgt zu sein. Möge daher der Allgütige dessen Unternehmen. stets gelingen lassen, ihm. und der ganzen Familie ein recht langes Leben verleihen, dass sie in ungestörtem Frieden diese Herrschaft besitzen. Weiß, Cantor u. Religionslehrer. Währing. Aus Anlass des .Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers, fand am Vorabend desselben, Mittwoch den 17. August a. c., ein feierlicher Gottesdienst mit Chorbegleitung statt. Der Bestand der isr. Cultusgemeinde Währing datirt erst seit dem Jahre 1879 ' und wurde dieselbe seit dieser Zeit von dem hochverehrten *7 — . Herrn Präses Emanuel Hoffmann geleitet. Seiner Initiative ist auch die Abhaltung des Gottesdienstes mit Chorbegleitung zu verdanken,. und wurde zu diesem Behufe Herr L. Silbermann als Baßist und Chordirigent, acceptirt. Der Tempel war wie vorauszusehen, von einer zahlreichen. Menschenmenge gefüllt und fanden alle vorgetragenen Gesänge als Ma Towu, Mincha, Psalm 21, Psalm 150, Olenu, Kaiserlied allgemeinen Beifall. In Vertretung des Predigers sprach Herr Obercantor Peterselka vor offener Bundeslade das Kaisergebet. Nach Beendigung der Feierlichkeit versammelte sich der Gesammtvorstand in der Kanzlei der Cultusgemeinde um Herrn Obercantor Peterselka und. Herrn Silbermann für ihre schönen Leistungen die vollste Anerkennung und den wärmsten Dank auszusprechen. Kachan, 24. August 1887. Die Nr. 27 der österr.-ungar. Cantoren-Zeituug vom 19. August 1887 enthält unter der Rubrik ״Kleine Chronik" eine von Herrn Cantor S. Schwarzkopf aus Böhmisch Brod unterfertigte Correspondenz, welche sowohl im Ganzen als im Einzelnen Entstellungen der wirklichen Thatsachen enthält. Unwahr ist in bezeichneter Correspondenz, dass Herr Cantor S. Schwarzkopf von der gefertigten Cultusgemeinde wegen dessen Ansuchen um Gewährung eines Urlaubes zur Herstellung seiner Gesundheit eine sechswöchentliche Kündigung erhielt. Der wahre Grund dieser Kündigung war zum Theile der, dass Herr Cantor Schwarzkopf während der Dauer seines Hierseins durch fortwährende, angebliche Krankheit seinen Verpflichtungen zu entgehen und sogenannte Unterstützuugen von der Gemeinde zu erlangen suchte, die er auch stets erhielt, zum Theile dass der Genannte trotz der wenigen Stunden, welche er hebräischen Unterricht zu ertheilen hatte, sich hiebei weigerte, insbesondere an Sonntagen, denselben zu erteilen, so dass der Schul- Vorstand genötigt war, ihm deshalb Rügen zu erteilen. Hieraus geht zur Genüge hervor, dass diese Kündigung eine mehr als gerechtfertigte war. Der Cullns-Vorsteher K. Steiner. Soweit die Berichtigung, die uns vom Vorstande der israel. Cultusgemeinde in Tachau mit Berufung auf § 19 des Preßgesetzes zugesendet wird. Auf welcher Seite der Wahrheit entsprochen wird, können wir freilich nicht entscheiden Wir haben die uns von Collegen Schwarzkopf zngekommene Mittheilung bona fide veröffentlicht und fanden keine Veranlassung, an ihrer Wahrheit zu zweifeln, da leider solche Fälle uns zur Genüge bekannt sind. Wenn wir hiebei getäuscht wurden, so ist es nicht unsere Schuld. Ist jedoch Herr Schwarzköpf im Rechte, dann möge er für die ihm vom Vorstände gemachten Vorwürfe an competenter Stelle Satisfaction verlangen. In unserem Blatte halten wir diese Angelegenheit für erledigt. Die noch mit dem Abonnement, restirenden Collegen werden dringend ersucht, den kleinen Betrag umgehend einzuseuden. -s כב_3ד0_םב© Q In der hiesigen Gemeinde .ist die Stelle des 1. Vorbeter «חזן׳ ש״ו״בוקור mit dem Jahresgehalte von 500 fl. ö. W., halher bedeutender Seheehita und Neben-Emolumente zu besetzen. Bewerber müssen tüchtige Yorbeter sein, als ש״ו״ב von anerkannt orthodoxen Babb inen גדולי המדינה - Autorisation קבלות besitzen. Ein בן תורה nebst allen diesen Eigenschaften hat den Vorzug und kann auf besonderes Einkommen rechnen. Schriftliehe Offerte mit Belege über Befähigung, bisheriger Verwendung, Alter und Familien zahl, sind zum 1. September 1. J. hierher izu richten und wird nur der Berufene zum Probevortrage zu* gelassen« Reisekosten werden jedoch nur dem Acceptirten vergütet. Orth. Irr. Gern. Eisenstadt (Kis-Marton), im Juli 1887. Für die־ Gemeindevertretung: Joaef Goldstein, David Spitzer, Notar. Vorst.-Stellvertreter. Die älteste, bestrenommirte Selehfleisehwaaren - Fabrik WIEN II., Cirteiasse 38 (im eigenen Hanse) empfiehlt ihr Sortiment בשר Warst-, Selehfleueh- Waareu, Ungar, und Veroneser Salami bester Qualität Vermöge gut ventilirter Treckenkammeru, durch Aufstellung der neuesten , Maschinen und Kühlapparate ist. sie in der.. 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