Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 25 (27.7.1887)
- Date
- 1887-07-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wränuin erati onspreis! Füe Vcreiitsrnitglieder. Ganzjährig fl. s.— Halbjährig fl. 2.50. Vierteljährig fl. 1.25 Für Nichtmitgtte-er Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Vierteljährig fl. 1.50 Für daS A«Sla«d Ganzjährig fl 7־.— ■ 1L Aiark oder k Rnbel. 008k6r16il11i86I1-IINAUri8<!U0 Zoiinn Organ für tlie ptterrffm jlltlifcher ^sntorev uml ^ultmbeamten. Erscheint jeden achten Jag. B e g r ü n d' e r: Obcrcantor Jacob Bauer. * Medaction und Adwinistratian Wien, II-, Novqxagaste Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. . Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 25. int, 27. Juli 1887. 7. J Der Sperr, unpr. Cantoreutag. Als im. Mai 1882 der erste österr. ungar. Cantorentag in Wien'abgehalten wurde, ging ein Zug schwärmerischer Begeisterung׳ durch die ganze Collcgenschaar, alle Herzen schlugen höher und mit freudigem-Stolze blickten die Gründer des Cantörenvereines aus das Wert, das sie geschaffen. Einig ^ini- Sinnen und' Trachten, einig im Denken und Fühlen reichten sich Männer die Bruderhand, die, so eng sie .auch durch die Gemeinsamkeit der Interessen verbunden waren, bisher von einander nichts geahnt hatten, und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit schlug, gleich einein heiligen Feuer, in mächtigen Flammen empor. Wer hatte damals gedacht, dass das Feuer so schnell erkalten, die Einigkeit so bald schwinden sollte! Neid und Misgunst, Zwietracht und Sonderstrebungen rissen in unseren Reihen ein, und so Mancher, der noch vor Kurzem zur Standesfahne geschworen, vergaß sein gegebenes Wort und warf die Flinte in's Korn Mit stiller Wehmut blickten daher die Treugebliebeuen der Zukunft entgegen. -Aber das schwankende Schifflein batte einen wackeren Steuermann gefunden. Ruhig und unverdrossen, unbekümmert um Schmä- Hungen und Anfeindungen besorgte der Vorstand des österr. ung. Cantörenvereines seine stille aber ernste Thätigkeit, und als die Früchte dieser Arbeit gediehen waren, berief er einen zweiten Cantorentag für den 19. und 20. Juli in Wien ein. Nun ist er vorüber. Die Wohlgesinnten, die an seinem Zustandekommen gezweifelt, sie haben umsonst gebangt, die Schadenfrohen, die so gerne, ein Fiasco erlebt hätten, haben zu früh gelacht. Der zweite Cantorentag kann sich würdig seinem Vorgänger zur Seite stellen, ja, wenn wir die Summe von Arbeit, den Ernst der Berathungen, die Bedeutung der Resolutionen und Beschlüsse in Betracht ziehen, so müssen wir ihn unbedingt höher stellen. Jetzt erst können wir sagen, der österr. ungarische Cantorenverein steht auf festen Füßen, und das Verdienst, dies zu Stande gebracht zu haben, gebührt zu nicht geringem Theile unserem hochgeehrten Vereins- Präses, der mit großer Umsicht und seltenem Scharfblicke die Ver- Handlungen des Cantorentages leitete. Außer jenen, welche sich an der Debatte betheiligt haben und in dem nachfolgenden Berichte genannt werden, waren noch anwesend: Bassl, Margarethen; Tünnmann, Mariahilf; Faust, Rossau; Friedwald, Miskolz; Grünfeld, Gaudenzdorf; Gruschka, Mähr. Kromau; He׳z, Prerau; 'Kohn, Kanitz; Löwit, Wien; Löwenthal, Wölkersdorf; Neumann, Ober - Hollabrunn^ Rosenseld, ^Butschowitz^,A- Rotier, Wien; D. L. Rotier, Wien; Salamon, Wien; Saller, Breitenbrunn; Schorr, Gr. - Wardein; Weinberger, Wien; Weiß, Ung. Brod; Zelinka, Korneuburg. Eine Anzahl Mitglieder war durch Vollmachten vertreten. Erster Sitzungstag. Die Berathungen die wir nach dem stenographischen Protokolle wiedergeben, begannen Dienstag '/..IO Uhr Vormittags. Der Vorsitzende Präses I. Singer begrüßte die Versammlung mit folgenden Worten: Meine geehrten Freunde und Amtsgenoffen! Nach einer Reihe von Jahren haben wir uns heute hier vereinigt, um über das Wol unseres Vereines gemeinsam zu berathen. Die heutige Berathung bildet eigentlich nur die Fortsetzung und für eine gewisse Periode den Schlussstein derjenigen Sitzungen, die der Vorstand des -Vereines abgehalten hat und unterscheidet sich nur dadurch, dass bei derselben einem jedem Mitglied freisteht, seine Anschauungen offen und unge- Kunden zum Ausdruck zu bringen. Für uns, den Vorstand, bildet "eine solche Berathung, in welcher der Ideenaustausch zwischen den Mitgliedern und der Leitung des Vereines gepflegt wird, ein Heiligthum, und darum berührt es uns schmerzlich, wenn wir nicht bei Allen jenen Ernst und jene Opferwilligkeit bemerken, die sie heute um uns schaaren sollten. Doppelter Dank und erhöhte Anerkennung gebührt also Jenen, die heute, unbeschadet der großen materiellen Opfer, zu gemeinschaftlicher Thätigkeit hier anwesend sind. Ich finde es nicht für nötig, einen eingehenden Bericht über unsere Thätigkeit zu erstatten. Unsere Wirksamkeit war keine geheime, und durch die Veröffentlichungen in unserem Vereinsorgane, der österr. ungar. Cantoren-Zeitung, hatten Sie hievon jeweilig Kunde. Dank demselben waren wir öfters in der Lage, Angriffe, welche von verschiedener Seite gegen unseren Verein gerichtet waren, energisch und erfolgreich