Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 21 (22.6.1887)
- Date
- 1887-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Vravrrrneraliorrspreis pe Vrr«inSmitgU«der. Ganzjährig ־ fl. S.— Halbjährig fl. 2.50 Ls.rtrljShrlg fl. 1.25 - Für Nich1mjtgli«der Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig fl/ 3.— AZiertkljährig fl. 1.SO FS« »aS Ausland Ganzjährig fl. 7.— 12 Mark oder 6 Rudel. Nr. 21. Oesterreichisch-ungarische Zeit« Organ Oe fiOereffev Wischer Hsntoren uuü ^vttmbesmle«. Erscheint je den achten G a g. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Uebaction miD Administration Wien. II , Novaragaffe Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet Manuskripte werden nicht retsurnirt. > en, 22. Juni 1887. 7. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die Asterr.-ungar. Cantaren-Leitung. Mt Juli d. 3♦ beginnt das m. Quartal des 7.3ahrganges; wir ersuchen daher die geehrten Herren Abonnenten, das Abonnement im Laufe der nächsten Woche zu erneuern, damit die regelmäßige Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. E der österr.-üng. Eantoren-Zeitung. Fragmente. Aus dem alten jüdischen Leben im Familienkreise, im Gotteshause, im gemeinschaftlichen Verkehr. (III. Schluss-Artikel) XXX. Uef1t«t6. Wir sind mit unfern Betrachtungen, Reflexionen und Auseinandersetzungen über die Verhältniße des alten jüdischen Lebens in dreifacher Beziehung, was das Familienleben anbelangt, was die synagogale Entwicklung betrifft, und was der gesellige Umgang erfordert, zu Ende gelangt. Wir gaben uns der angenehmen Hoffnung hin, dass diese Artikel - Serien bei ihrer langen Ausdehnung doch keine Langweile den geehrten Lesern dieser geschätzten Blätter verursacht haben werden, da der Inhalt derselben nicht nur einen historischen Wert involvirt, sondern auch auf unsere Zeitverhältniße Streiflichter wirft, die so manches Dunkel erhellen, so manchen Knoten entwirren. Da aber dieser Opus in der Cantoren-Zeitung erschienen ist, so möchten wir noch zum Schlüsse die Ergebniße dieser drei Lebenskreise: Familienverhältniße, gottesdienstliche Entwickelung, gesellschaftlicher Verkehr, als Resumö direkt auf die Verhältniße des Cantoren-Lebens anwenden, als Freund dieses ehrenhaften Berufes, den wir uns als coodinirt betrachten, als Jude, als treuer Anhänger, als Berufsgenosse. ׳ Der Cantor gehört dem Gotteshause an, vertritt Fr auch gerade nicht die Stelle der Priester, so doch die der Leviten, welche den heiligen Dienst im Tempel versahen und zur Verherrlichung der Gottesverehrung durch Gesang und Musik beitrugen. Darauf muß er seine ganze Zeit, seinen Willen und sein Können verwenden. Und worin besteht der Lohn für seine Mühewaltung? Wir kennen die traurige Lage der meisten Cantoren, den kargen Gehalt, die ungewiffe Existenz, die traurige Zukunft; aber der Gottesdiener muß seinen Lohn anderseits suchen, und da wird er ihn auch finden, rrim **יהי שמים עליכם.. Es sei himmlische Ehrfurcht auf euch (Ab. 1, 43 so laute die Cantor - Devise. Die Anordnungen Gottes muß der Mensch ehren, auch wenn er sie nicht begreift, seinen Fügungen sich willig unterwerfen, selbst wenn sie ihm ein Räthsek scheinen. Diesen Grundsatz soll wohk jeder gläubige Jude beherzigen, besonders aber der Cantor, der Diener Gottes. Und er vermag das, wenn er stets eingedenk ist der unendlichen Erhabenheit und Weisheit Gottes, dessen Liebe sich nicht im Gewähren allein, sondern auch im Vorenthalten bekundet. Wer das begriffen, wird ausharren in den schwersten Tugendübungen, selbst wenn er des Lohnes harrt. Und harrt er wohl des Lohnes vergeblich? Wird nicht Jeder sofort seiner theil- Haft? Ist der Friede, welcher mit dem Bewusstsein geübter׳ Pflicht in's Herz einzieht, nicht des Lohnes genug? Welcher Schmerz könnte ein Herz noch peinigen, welches beseligender Friede erfüllt? Hätte der große Gott den Menschen für seine Tugend nichts mehr gegeben, als die wonnevolle Zuftiedenheit, hätte er ihn nicht schon wettenköniglich belohnt? Wo wohnt denn der Himmel und wo die Hölle, wenn nicht im Herzen? So jemand besäße die Schätze aller Welten, und ein Jahrtausend sie zum Genüsse zu verwenden, und ihm nur Eines fehlte, die stille, feierliche, sabbatliche Ruhe, der Friede des Herzens, wäre er wohl glücklich? Das Herz ist der Spiegel, in dem sich unsere Welt malt! Wer könnte die Tugend so gering achten, dass nur das flüchtige, zeitliche Glück ihm ihr Kampspreis wäre? Gott verstand sich besser auf sie, hat ihr Größeres gewährt, die innere Beseligung! Auch des anderen Lohnes darfft du gewärtig sein,!nein gedrückter, gottergebener Berufsgenosse, nur musst du ,.׳״מורא שמים himmlische Ehrfurcht haben und vertrauungsvoll der Erfüllung deines Geschickes entgegen harren. Gottes Absicht mit uns ist eine väterliche und verfehlt ihres Zweckes nie. Und nun wenden wir uns zum Familienleben. Im alten Judenthume war das Familienleben ein inniges, zärtliches, welches