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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-06-06 · Heft 19 (6.6.1887) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 19 (6.6.1887)
Date
1887-06-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wräninneratiorispreis Fü« Vereinkmiign«d«r. Ganzjährig st- &•— Halbjährig ff. 2.50 Durtrljährig fl. 1.25 Für N1ch<mttg«»d«r Ganzjährig - . fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Ntkrtiljährig fl. 1.S0 Für das Ausland Ganzjährig fl. 7.— 12 Mark oder K Rubel. Oeslerreivlüseli-livKarisvde Ar De ^nlcrefstn AWer Kantoren utut Httltmkle-lmten. H r sch e i n t jeden achten Lag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Medactio« und Administration Wie», II., Rovaragaffe Rr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. IS. Wien, «. Juni 1887. 7. Jahrgang. Än dir geehrten Mitglieder -es österr.- ungar. Cantarenvereines. Noch einmal — und zwar das letzte Mal in dieser Angelegenheit — unternehmen wir es, an unsere Vereins- und Fachgenossen eine Aufforderung ergehen zu lassen, und wir geben uns der sicheren Hoffnung hin, dass dieser Weckruf nicht wirkungslos verhallen wird. Collegen! Vor Wochen schon zeigten wir an, dass in diesem Jahre u. zw. am 19. und 20. Juli die Generalversammlung unseres Vereines (Cantorenmg) abgehalten werden'soll, zu dessen vollgiltiger Ncalisirüng milldestens zwei Drittel unserer. Vereinsmitglieder anwesend sein müssen. Ist diese Anzahl nicht vertreten, so haben einerseits die zugereisten Collegen vergebliche Opfer gebracht und müssten unverrichteter Sache ihre Heimreise antreten, denn wir wären außer Stande, nur eine der uns für diesen wichtigen Tag gestellten Aufgäbe zu lösen, und die hiedurch resultirende, arge Schädigung unserer Vereinsinteressen dürfte jedem einleuchten; anderseits wäre durch das Nichtzustandekommen dieser Generalversammlung der eklatanteste Beweis erbracht, dass die jüdischen Cantoren, beziehungsweise das jüdische Cantorat, nicht von jenem Genossenschaftsgeiste beseelt seien, der die ideale Grundbedingung eines jeden Vereins bilden muß. Nun denn Collegen! Viele von Euch haben ja die mannigfachsten Wünsche für die Hebung und Bessergestaltung unseres Beruses auf dem Herzen; viele von Euch sind ja mit dem Gebühren des Vorstandesnicht zufrieden und hegen die feste Ueberzeugung, dass sie es besser machen, mindestens Besseres rathen könnten. Und wenn auch diese beiden Voraussetzungen bei Vielen nicht zütreffen, so dürfte doch auch Mancher sich gedrängt fühlen, diesen oder jenen seiner Collegen persönlich kennen zu lernen uud'mit ihm persönlichen Gedankenaustausch zu pflegen.. Wohlan! Allen diesen Anforderungen kann, neben der erschöpfendsten^. Erledigung unserer Tagesordnung, am Tage der Generalversammlung Genüge geleistet werden. Die mannigfachsten Wünsche können geäußert, und die be- .^rechtigten werden gewiss nicht unerfüllt bleiben; den etwaigen Mißvergnügten bleibt ja der möglichst weite Spielraum, all' das zu äußern, was ihrer Anschauung nicht entspricht, und sie hätten die sichere Gewähr, dass die eventuell Angeklagten sich vertheidigen, resp. Misverständniße oder Zweideutigkeiten richtig stellen müsste». UM um nun noch den letzten Punkt, privaten Charakters, die persönliche Bekanntschaft zu erwähnen, dürfte es doch einleuchten, dass es, wenn auch nicht gerade von Nutzen, doch mindestens interessant sein dürste, die vielen Collegen, die man zumeist nur dem Namen nach kennt, endlich einmal von Angesicht zu Angesicht zu sehen und aus dieser persönlichen Wechselwirkung wenigstens eine gewisse Festigung . der eigenen Persönlichkeit zu gewinnen. Und schließlich was bezweckt denn der Vorstand des österreichisch-ungarischen Cantorenvereines? Vielleicht die Anstrebung egoistischer Ziele? Mit Nichten! Die wenigsten von uns dürsten je in die Lage kommen, Vereinswohkthaten für sich in Ansprach zu nehmen. Was wir thun und was wir leisten, das thun und leisten wir lediglich für diejenigen von uns, denen die Lebenssonne ihre milden segensreichen Strahlen vorenthält und deren unverdientes Los uns nähe geht. Somit können wir es getrost aussprechen, dass die Vereinsmitglieder nicht uns, die wir allerdings die Ehre haben, von ihnen gewählt zu sein, sondern jeder sich selbst und alle der gemeinsamen Sache ein kleines Opfer bringen, wenn sie die Generalversammlung als ihren Ehrentag betrachten und von devlselben nicht fern bleiben wollen. Ist es nun, fragen wir, angesichts dieser Vorausschickungen nicht unfassbar, dass auf unseren bereits vor Wochen veröffentlichten Aufruf bis nun (6. Juni) eine verschwindend kleine Anzahl von Zusagen für die Generalversammlung bei uns eingelaufen, und dass die Meisten stille bleiben, als ob nichts geschehen wäre und nichts geschehen sollte. Deshalb wenden wir uns nochmals an. Euch, verehrte Collegen, mit der eindringlichen Mahnung, sofort nach Lesungdieses Aufrufes eine zusagende Erklärung für das Erscheinen am Cantorentage an uns ergehen zu lassen, und nehmen wir keinen Anstand, den vom Cotlegen Stransky in Trautenau gemachten Vorschlag, die Generalversammlung erst im August abzuhalten, gern zu acceptiren, falls die Majorität der einlaufenden Erklärungen sich dieser Anschauung an-- schließt. Um diese eventuelle Aenderung zu ermöglichen, müssten jedoch die betreffenden Zusagen mit genauer Angabe des gewünschten Zeit-

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