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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-05-21 · Heft 17 (21.5.1887) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 17 (21.5.1887)
Date
1887-05-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— ׳7׳ — Hrotectorat über diesen Verein übernommen hat. Doch handelt es sich .hier nicht-darum, den Bestand d s Vereines durch eine stattliche Anzahl von Mitgliedern zu manifestiren, Hauptzweck des Vereines ist und bleibt die Theilnahme .des Vereines am Gottesdienste; auch dieser Aufgabe wurde Herr Oberkantor Freisiuger gerecht, indem er unter dm Mitgliedern Lust und Liebe für dieses sein Werk zu erwecken suchte, :und die.fleißigen. Proben sowie die ungetheilte Aufmerksamkeit der großen Sängerschaar machten es möglich, dass der Chorgesangsverein bereits am 6 d. M. beim Abenogottesdienft öffentlich auftreten konnte. Schaarenweise strömten die Leute in den Tempel und schäarenweise mussten sie wieder umkehren, da die Räume des Tempels sich als viel zu klein erwiesen, um alle zu fassen, die da gekommen Wären, um zu Hörem Und die allseitig gespannte Erwartung wurde nicht getäuscht. .Als die Klänge des Eechuneranenu ertönten, da wurde es stille in dem Tempel, und sofort ward sich Jeder darüber klar, dass fortan der Gottesdienst jenes äußere packende Moment gewonnen habe, das für den Gottesdienst einzuführen erst vor kurzer Zeit von einer Seite angeregt wurde; es dürfte aber der Anreger selbst die Ueberzengung gewonnen haben, dass er mit seinem Vorschlage, rezitative Gesänge zwischen Rabbiner und Gemeinde einzuführen, nie den Erfolg erstell haben würde, den Oberkantor Freisinger theils durch seine eigene künstlerische Vortragsweise, theils durch die prächtigen Leistungen des Chorgcsangsvereines erreicht hat. Die vom Ehorgesangsvereine znm Vortrage gebrachten Chöre, von denen ich bq§ Lechuneranenu v. Freisinger, C. dur Lechodi v. Rubin und L.:dur Adonojmoloch. v. Grünzweig hervorhebe, wurden mit einer derartigen Präzision und Stimmreinheit vorgetragen, dass man staunen rNnsste, wie es der Leitung gelang, in so kurzer Zeit so Bedeutendes zu leisten. Soli und Chor bewiesen, dass man einer tüchtig geschulten Sängerschaar gegenüberstehe, die aber auch über einen entsprechenden Fond sowohl an Mädchenwie an Männerstimmen verfügt. Die altehrwürdigen Chorgesänge, die hundertmal gehört wurden, sie wirkten dieses Mal, als ob sie das erste Mal gehört wurden, denn Kunst und edle Begeisterung beseelten die Gemnther der Sänger. Herr Armin Frcisinger mit seiner getreuen Süngerschaar, sie können sich dessen bewusst sein, dass der Erfolg, den sie errungen haben, ein voller und - ganzer ist. Dem Gründer dieses Werkes, der in dem Kantor Herrn S. Kornfeld, einem mit einem äußerst sympathischen, lyrischen Tenor begabten.Sänger, und dem Organisten Herrn A. Klement, einem Meister aus seinem Instrumente, tüchtige Mitarbeiter gefunden hat, s gebührt dek Dank jedes Freudes eines geregelten Gottesdienstes; die tüchtige Sängerschaar findet ihren Dank in dem Dichterworte: ״Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn der reichlich lohnt.". Ktattarr, 15. Mai 1887. Nach einem fast dreijährigen Interregnum wurde der hiesige Rabbinatspoften endlich wieder besetzt. Die hiesige Gemeinde hatte Se. Ehrwürden, Herrn Dr. M.. L. Wolf, bislang in Mißlitz in Mähren, berufen und auch — nach seiner glanzvollen Probepredigt — acceptirt. Am 2. Mai l. I hielt derselbe seinen Einzug Es waren große Vorbereitungen zu seinem Empfange getroffen. Am Bahnhofe empfing ihn der löbliche C. V., der Lehrkörper und eine-gryße Anzahl Gemeindemitgliedern.! Am 3. Mai wurde Seine Ehrwürden vom Vorstände in den Hell | erleuchteten Tempel geführt und feierlich in sein Amt eingesetzt. | Herr Cultus-Vorstand I. Porges sprach ihn an, namens der Ge- J meinde, Herr Cantor Kramer, als Funktionär im Gotteshause, Herr Moriz Lasch intzky im Namen der Chewra-Kadischa, Herr R. Fleischer bewillkommte ihn in Vertretung des Chorgesangs- und Geselligkeitsvereines, Herr Oberlehrer M. Berka begrüßte ihn als Collegen und Mitarbeiter im Weinberg des Herrn. Für alle hatte Se. Ehrwürden ein passendes Wort und bewies auch hier denschlagfertigen Redner. Samstag, 7. Mai hielt ׳Herr Dr. Wolf seine Antrittsrede. Hatte die Probepredigt einen mächtigen Eindruck hinterlassen, so gewann der Prediger bei dieser Rede gewiss die Herzen aller Anwesenden. Und es war auch nur ein Unheil: Er sprach vom Herzen und es ging zum Herzen Der Herr Doctor verglich die Stellung des Rabbiners mit der Ehe und führte diesen Vergleich durch alle Phasen formvollendet durch. Es waren goldene Worte, die da von der Kanzel berabgesprocheu 10 irden, und sie fanden den richtigen Weg. Ohne schmeicheln zu wollen, können wir kühn behaupten, dass eine derartige Rede hier noch nicht gehört wurde. Am 9. Mai trat Se. Ehrwürden sein Amt auch in der Schute au. Der Lehrkörper hakte ihm auch hier einen feierlichen Empfang bereitet. Beim Eintritt in die Schule trugen die Schüler . ein vom Schulleiter Berka verfasstes Lied: ״Grüß Gott!" mit Empfindung vor. Die Schülerin Mathilde Bruml hielt an Herrn Rabbiner eine herzinnige Ansprache, und Herr M Löwy als Schulinspector stellte ihn den Schülern als den nunmehrigen Religionslehrer vor. Hierauf sprach der Schulleiter M Berka das Schlußwort, hinweisend auf die heilige Aufgabe des Rabbiners in der Schule und auf die Segnungen eines harmonischen Zusammenwirkens. Se. Ehrwürden dankte allen mit sichtlich bewegtem Herzen. Wir schließen unseren Bericht mit dem Aussprüche des. Herrn Rabbiners: Acharei-mous-kdoiischii». Mögen _ ehrlichen Wirkens^m^RaWMLs^vön nachhaltigem, einstufsreichem Erfolge-^jM, möge die Gemeinde durch ihn eine wahre khilob dcdouschoh werden und bleiben -a. Wertag von rI. Karrffwarrrr i!n F auffu;t a. M. Soeben erschienen: שירי אהל יעקב KoLLesdrenlMche Kejange für Israeliten komponirt von M. Rosenhaupt Oiertantor der Israel. Gemeinde zu Nürnberg. SMiar-Morgen-Gotteädienst.?1-818 6 Mark. Das vorliegende, aus 53 Nummern (Rezitativen und Thorgesängen) bestehende Werk umfasst den vollständigen Sabbath - Morgen - Gottesdienst. Die Leistungen des Verfassers ans diesem Gebiete sind so allgemein als vorzügliche anerkannt, dass es einer besonderen Empfehlung dieses Werkes kaum bedarf- Bei Einführung gewähre günstige Bedingungen. Zlrankfurt a. W. AntiqnadschMro zu lausen gesucht eine möglichst vollständige in . gutem Zustande sich befindende rabbinischralm.cdische Bibliothek oder einzelne Werke, wie ש״ס, אלפסי׳ ומ״ב״ם׳ טורים׳ שולחן׳־ עסוך׳ מפךשים .:>ב Anträge mit spezificirter Angabe der Ausgabe und Zustandes jedes einzelnen Werket nimmt aus G-säligfeit entgegen Se. Ehrw. Herr W. Uoserrfeld Ober-Rabbiner in Miskolcz, Ungarn. Alke Heör. kalligrafischen Arbeiten für Synagogen sowie JatzrzeiLs- Gedenktaöellen mit 50jähriger Berechnung werden schönstens u. billigst ausgeführt beim I. Wr. hebr. Kaligrafen Mayer Arunner Wien, II., Wallensteinstr. 23. Wiederverkäufer Rabatt. PEäniüt auf den Weltausstellungen.; London 1852» Paris 1887, Wien 1373 Paris 1878. Aaf Raten 0!aviere für Wien und Provinz Concert-, Salonun i S tntzäugel wie auch Pianinos aus der Fabrik der weltbekann ten Export - Firma Grottf. Gramer» Wilh. Mayor in Wien, von fl. 380, fl. 400. fl. 450, fl. 550, fl. 650. Claviere anderer Finnen fl. 280—350. 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