Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 13 (19.4.1887)
- Date
- 1887-04-19
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 7י — Nacht grau und bei besonders schönem, sommerlichem Wetter blau ist und rothe Flecken ׳besitzt. Weiters sieht man. eine kunstvolle Sukkoh, drei Eßrog-Schalen (eine. aus dem 17. Jahrhundert), mehrere Chanuka-Lümpen über 300 Jahre,alt, eine Purim-Schüssel aus Zinn, auf welcber der Palast in Schuschan und der Ritt Mordechai's, dem Haman das Pferd führt, dargestellt ist; eine auf Seide geschriebene Megilah vom Jahre 1302 (!), Münzsammlungen, כתובות, sogar das Exemplar eines גט u. s.° ro. Wudapefi. Oe. W. Von der ungarischen Akademie der Wissenschäften wurde eine Anzahl von Gelehrten ausgezeichnet Zu ordentl. Mitgliedern wurden ernannt I. Schwarz und Prof. Dr. I. König; zu corresp Mitgliedern die Herren Dr W. Bacher, Dr. I. Halas, der Wiener Uuiv.-Prof Dr S Mayer, A. Schwerer und M. Wertner. Inaris. Ueber die Ursachen, durch welche die von uns bereits gemeldeten Unruhen unter unseren Glaubensgenossen in Tunis hervorgerufen wurden, berichtet der ״Figaro" Folgendes: ״Das Dekret, welches die Unruhen hervorgerufen hat, die nunmehr beendigt sind, bezieht sich auf die Leichenbestattung und ihre Organisation im Gemeindedienste. Das neue Dekret erschien vor zwei Monaten im ״Of'ficiel Tuuesiea•‘. Es ist nur auf Europäer uud Juden anwendbar und bezieht sich nicht auf die Araber, deren Traditionen es schont. Es ist nämlich in Tunis bei Juden und Araber Sitte, die Leichen ans den Schultern zu tragen Das neue Dekret verbietet dies in Tunis, macht aber einen Unterschied zwischen Araber und Juden, indem es die ersteren ausnimmt die letzteren aber der Verordnung unterwirft. Diese Unterscheidung beweist, dass nach der Meinung des Verfassers diese Verordnung die Juden von Tunis unserer Zivilisation assimilirbarer sind, als die Araber. Dies sind sie auch, aber sie wollen, dass man ihre religiösen Gebräuche schone, die man zu schonen versprochen hat. Daher hat denn das Dekret die Leidenschaft dieser friedfertigsten Menschen der Welt entstamm׳. Wenn inan weiß, wie viele Juden in Tunis an der Sitte festhalten, ihre Todten selbst aus den Armen oder auf den Schultern zu tragen und dies für einen Akt der Pietät ansehen, den Reiche wie Arme üben, so begreift man die Erregung dieser Bevölkerung, welche erst Dank der bewunderungswürdigen Schule der Alliance israelite den ersten Unterricht zu empfangen begiuut Dazu kommt noch eine pekuniäre Frage. Da die Träger der Leichen freiwillige sind und kein Geld annehmen, macht die Familie des Dahingeschiedenen der Gemeinde ein Geschenk,, welches wegfalle - würde, wenn eine Taxe für die Bestattung eingehoben würde, wodurch die Wohlthätigkeit leidet Au die Klagen der Juden machte der Resident die Konzession, dass die Gemeinde an Stelle der Familie die Taxe zahlen soll ׳ Merlin. Die Idee, an hiesigem Orte eine große neue Synagoge zu errichten, geht immer mehr ihrer Verwirklichung entgegen. Der bedeutende Zuzug von Glaubensgenossen, die Vergrößerung und Metropole Stellung der Stadt lassen die hiesigen Gemeinde-Synagogen als nicht ausreichend erscheinen, so dass an großen Festen viele Gemeindemitgtieder in den vorhandenen Synagogen keinen Platz finden. Im Interesse einer gesunden Fortentwicklung unserer Gemeinde-Berhältniße fand daher neuerdings eine Versammlung der Repräsentanten der Hauptgemeinde behufs Erwerbung von Grundstücken in Sachen des neuen Synagogenbaues statt und tagte kürzlich eine Sitzung unter Vorsitz des Vorstehers, Justizrath Makower Livorno. (Eine Religionslehrer- und Vorbeter-Schule). Durch die von uns bereits mitgetheilte Eröffnung des Rabbiner-Seminars in Rom ist die bisherige Rabbinerschule in Livorno überflüssig geworden und wird dieselbe in eine Schule zur Heranbildung von jüdischen Religionslehren und Vorbetern umgewandelt. Antrag‘. 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