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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1887-03-29 · Heft 11 (29.3.1887) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 11 (29.3.1887)
Date
1887-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-uDgarische v« Organ Wrärrumerationspreis Füe Btreinsmrigtteder. Ganzjährig ׳ fl. 5.— Halbjährig . fl. 2.50 NierteljShrig fl. 1.25 Für NichtnitzUever Ganzjährig fl. 6.— Halbjährig fl. 3.— Wierteljährlg fl. 1.S0 Für das Ausland Ganzjährig fl. 7.— 12 Mark oder 6 Siubel. sntore« unü ^ultusbeilmten. Erscheint jeden achten Tag. Begründer: Qbercantor Bauer. Aedaction und Administration Wien, II., Novaragaffe Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 11. Wien, 29. Mär? 1887. 7. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration . auf die Sperr-ungar. Caittoreu-Zeitung. Mt April d. 3• beginnt das 11. Quartal des 7. Jahrganges; wir ersuchen daher unsere geschätzten Herren Abonnenten, das Abonnement im §ause der nächsten Woche durch den zugesandten Postauftrag zu. erneuern, damit die regelmäßige Zusen dun g des Blattes keine Anterbrech ung erleide. Die Administration der österr.-ungar. Eantoren-Zeitung. Prirstei und Priester fegen in Israel. Vou I. Baum, Cantor und Religionßlehrer. Geehrter Herr Redakteur! Ich bin durchaus nicht geneigt, meine kostbare, knapp zugemessene berufsfreie Zeit einer zwecklosen Polemik zu widmen. Ich sage einer zwecklosen Polemik, weil erfahrungsgemäß demjenigen Verfechter einer Idee, der auf dem Standpunkte des ״Schulchan Aruch" sich befindet, keine andere Ansicht beizubringen ist. Da mich jedoch Herr L. Cohen, Lehrer und Cantor in Rees am Rhein, herausfordert und diese Discuffion für die Leser der ״Cantoren-Zeituug" von Interesse sein dürfte, kann und darf ich -hiezu nicht stillschweigen. ' Von welchen Motiven sich Herr Cohen bei seiner Entgegnung leiten.ließ, war mir nicht klar genug; dass ihm aber gekränkter Ahnenstolz-ein wenig mitspielte und er nicht in wahrhaft religionssreundlicher Absicht handelte, beweist der Umstand, dass er in Ermangelung einer andern Waffe ״Dr. Hamburgers Neal-Encyelopädie" als solche benützt und es gar nicht vergessen kann, dass selber bei Abfassung des Aufsatzes von mir benützt worden sei, wodurch er wohl in erster Reihe den Lesern der ״Cantoren-Zeitung" kund thun will, dass auch er von dem Inhalte dieses vortrefflichen Werkes Kenntnis habe und davon Gebrauch mache. Oder soll etwa diese Encyclopädie als ein versiegeltes Buch gelten, dessen Inhalt ein todtes Geheimnis bleiben soll? Gleicht doch das Geistesprodukt eines Gelehrten einer Hellen Lichtflamme, die immer dieselbe Helle. Geistesleuchte bleibt, wenn auch beliebig viele andere Flammen an ihr entzündet werden! Oder soll etwa dieses Buch nicht wenigstens ebenso als Quelle benützt werden dürfen, wie der Schulchan-Aruch des R. Joseph Karo, den Herrn Cohen als einen unfehlbaren Geist vergöttern zu müssen glaubt? Freilich hätte ich auch durch Umschreibung des Artikels jede Spur der Quelle vrwischen können, aber eine solche Manipulation hielt ich unter meiner Würde. \ In jenem Inhalt des Sehulehan-A.rueh 128—130, aus den Herr C. hinweist, versteht er wohl הלבות נשאת כפים im ורד, זדים»• welcher Text die Grundlage zu jenem Aussatze in der Encyclopädie bildet. הלבות נשאת כפים mit noch anderen Traktaten (wie z. B. קריאת סת" •שבת ברכות •תפלה -תפילין ׳ציצית) habe ich zum Glück schon in meinem 16— .15׳. Lebensjahre korrekt gekannt und erinnere mich sehr gut daran, schon damals manch' freisinnigen Gedanken daran geknüpft zu haben. Trotzdem schauete ich jenen Traktat nebst dem Theil über תפלת im Maimonid. Gesetzeskodex, welcher ebenfalls vom Priestersegen handelt, genau durch, und als ich fand, dass der Hamburger'sche Artikel ganz aus diesen Quellen geschöpt ist, nahm ich nicht Anstand, diesen Aussatz für meine Arbeit zu benützen?) Als תלמיד שהניע להוראה, als Besitzer der rabbinischen Qualification, nämlich wäre es wahrlich traurig mit meinem Fachwissen, wenn ich jenen Artikel über ״Priestersegen" nicht auch ohne Benützung von Dr. Hambttrger's Realencyclopädie niederzuzuschreiben im Stande wäre, worauf Herr C. in feinem blinden Religions(?)-Eiser anzuspielen bestrebt ist. Doch liegt es nicht in meiner Natur, Fertiges nochmals, anders oder besser machen zu wollen, zumal mein Aussatz nur den Zweck haben sollte, eine in neuester Zeit zur Aeußerung gelangte Ansicht, der Priestersegen sei nicht vom Cantor, sondern vom Rabbiner zu sprechen, zu widerlegen. Es ist daher durchaus kein Schabernak, den mir die Realencyclopädie gespielt, weil ich den Satz Exod. 19, 6 über die Berusung Israels am Sinai zu einem Priefterreichen und heiligen Volke nicht angeführt habe; ich führte ihn vielmehr deswegen nicht an, weil ich ihn nicht anführen wollte, weil er dem Zwecke meines *I Im Drange meiner vielseitigen BerufSthätigkeit unterblieb die von mir stets übliche Angabe der Quelle.

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