Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 9 (13.3.1887)
- Date
- 1887-03-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten. Durch Herren Cantor Kraus in Strakonitz sind dem Cantorenvereine nachfotzende Beitrags zugekommen: : Der Cultusoorstand . fl. 5.— Die Chewra-Krdischa ־—.5 ״ Der Frauenverein . . 5 ״.— - Summa fl. 13׳.—- : Den geehrter: Spendern statten wir hiemit unseren tiefgefühlten Dank ab. _ ׳־'.־:׳ ׳ " - ,•.; Für das Lerufsunfähig gewordeneVereinsmitglied, Cantor L.- Weis in Simoutornya stndweiters nachstehende Beiträge eingelausen: College I. Weiß, Tobitschau . . ...... . . . .fl. —.50 ״ I. Neumann, St. Polten . . . . . . . . . fl. 1.— ״ S. Streicher, Holics . . . . fl. —.50 ״ I. Rosenfeld, Ungereiden . . . . . . . ^fl.1.— ״ L. Götz, Puklitz. .... - . .- -^ . . fl. 1.— ״ M. Grünberger, Preraü. . - ..- fl. —,50 ״ I. Herz, Prerau . . ... . . . . . . . . fl. 1.— ״ A. Adler, Ung. Hradisch . ... . . . . , fl. —.50 ״ H. Lemberger, Kuttenplan . . ...... .fl. 1.— ״ A. Nähnadel, Libochowitz ..fl. 1,— ״ I. Lamm, Brüx . . . . ... . . . . . . fl. —.50 ״ Ä. Kornitzer, Topolcza . . . . . ... . . .fl. 1.— > ״ M. Papo, Wien.. ft. 1.— ״ M. Wodak, Mühlschüttel.. . . fl. L— Summa fl. 11 50 Hiezu ausgewiesen in Nr. '7 fl. 44 60 Summa fl. 56 10 Die P. T. Vereinsmitglieder, die mit ihrem Pflichtbeiträge noch im Nückftande sind, werden gemäß § 9 unserer Statuten hiemit zum letzten Male ersucht, denselben umgehend einzusenden. Aer Worstand des Lsterr. ungar. Contoren-VereineS. OrLudungs- «nd Aereirrsöeikäge. I. Weiß, Tobitschau, halbjährigen Beitrag. S. Streicher, Holics, dreivietteljährigen Beitrag. Ad. Kornitzer, Tapolcza, halbjährigen Beitrag. A. Nähnadel, Libochowitz, ganzjährigen Beitrag. Herm. Lemberger, Kuttenplan, halbjährigen Beittag. Ant. Adler, Ung. Hradisch, halbjährigen Beittag. Benj. Haas, L. M. Miklos, halbjährigen Beittag. I. Lamm, Brüx, halbjährigen Beittag. Abr. Löwy. Böhm. Neustadt, vierteljährigen-Beittag. A. Iifcher, ___ ־ Caffier., Kleine Chronik. y Wie«. Vorige Woche brachten die hiesigen Blätter die Mittheilung, dass einige Professoren der juridischen Fäcultät gelegentlich einer Facultätssitzung ihre antisemitische Gesinnung nicht verhehlen konnten und dadurch mit dem Dekan Professor Dr. Grünhut (ein Jude) in Eonflict geriethen. Von wolinformirter Seite.werden uns die Details in fotzender PZeise geschildert : Der außerordentliche Professor, Dr. Salomön Meyer, der sich durch seine hervorragende Thättgkett auf dem Gebiete der Rechtslehre bereits einen in der Wissenschaft klangvollen Namm erworben, war bisher noch unbesoldet, daher beantragte der Dekan Professor Grünhut in einer Facultätssitzung die Ausschung eines Gehaltes an Professor Meyer. Diesem Anträge ^vidersetzten, sich, .jedoch, ünehrtte antfseimtisch; gesinnte Profes- 'soren^ M es nichtDerMüMkoM MAu^kM^7sttne ügkettMuch bezahlt werde und überrerchtm HMdiUMne. BeHwerdeyän -W G ä u (s ch,in wÄchev'M äüsführten, dass der(Dekaw in vielem Fällen ׳ etzemMchttzhlMdle^W^sich allzuviel heräusnehme. - Im-Weiter^ veWngtkWMeMMUnterzeichnex -der Beschwerde) .an deren Spitze. der. wolbekannte,. , ,aber. weniger beliebte Professor . Maaßen 7ständ,, der ÜltterrichtHminifler . Möge. dem Dekan sein Mistraüen Ausdrücken: Äüf diese Weise.tztzühten sie. den" ihnen misliebigkn jüdischen Dekan -ans׳ dem ^Weffe zn räumen. ׳ Se? Wellenz, der Herr Unterrichtsminister liHsnichtUärtze^aufdie Erledigung dieser Eingabe Matten ynd drückte -den׳ besonderen Wunsch aus, dass diesttbe in׳ öffentlicher. Sitzung - zur Perlesung gebracht .werde. Die Herren- Antisemiten, konnten kaum' mehr י ihre Ungeduld bemeisiern. Aber welche Ueberraschung wurde' ihnen zu Theil!' Da stand' ß schwarz auf weiß von Sr. Excellenz geschrieben, dass der zum Dekan der jüdischen Fäcultät, Herr Professor -Dr. Grünhut, vollstes Vertrauen - habe und daher die Beschwerde als ungebührlich und unbegründet zurückweisen müsse. — Dieser Vorfall liefert den schlagendsten Beweis, dass man . inden höchsten Kreisen von dem Antisemitismus, Möge er sich in welchem Gewände .immer zeigen, nicht besonders erbaut ist. Wttdapefl. Ö. W. Die Pester israelitische Cultusgemeinde -hielt heute unter Vorsitz Moriz WahrmaNns ihre, ordentliche Jahres- Versammlung. Dem zur Verlesung gelangten Jahresberichte entnehmen wir die folgende Daten: Die Gemeinde hat sich die Entwicklung des Unterrichtswesens angelegen sein lassen. Eine besondere Fürsorge widmet sie dem Religionsunterrichte,' den sie an allen Schulen einheitlich zu gestalten bemüht ist. Die Knabenschule in der Pfeifergasse war von 556, die Mädchenschule von 445 Zöglingen besucht. In beiden Schulen wurden 2065 Schulbücherunentgeltlich vertheilt. Die Spitalscommission berichtet über den Stand der Svitalsangelegenheit. Daß neu zu errichtende Spital soll für 120 Kranke Raum haben. Auf den Plan des neuen Spitals wird, ein öffentlicher.Concurs ausgeschrieben. Im israelitischen Spital wurden im -abgelaufenen Jahre 9675 Patienten, gepflegt; .für die Spitalsbedürfniße wurden 19.191 Gulden ausgegeben.— Im israelitischen Knabenwaisenhause befinden sich gegenwärtig 81 Zöglinge, in: Landes-Taubstummeninsiitute88. Das Vermögen des Pensionsinstittrts betrug Ende 1886 99.865:4$ Gulden. — Das Vermögen dett Gemeinde hat im Jahre 1886 um - 10.225 fl., die Stiftungen und Fonds um 9772 fl. zugenommen auf die Tilgung der Passiven^und die Refundirung-der Fonds wurden 22.601 fl. verwendet. — Nach. dem statistischen Ausweise des Mattikenamts wurden im Jahre 1886 2046 legitime. Kinder geboren,. um 83 mehr als im Vorjahre; gestorben sind 1879 Personen (gegen 1507 im Vorjahre), Trauungen fanden 536-statt. —' Für's lausende Jahr werden die Einnahmen mit 220.034 fl., der Bedarf mit 235.256 fl. präliminitt. — Der Bericht wurde, nachdem Paul Tencer, Dr. Schönberger u. Ä. gesprochen, zur Kenntnis ge- ' nommen; ferner wurden die Anträge bezüglich des Spitalbaues, sowie das Präliminare für das laufende Jahr genehmigt. Nachdem noch an Stelle des verstorbenen Ausschussmitgliedes. Dr. . Armin Reich der Bauunternehmer Armin von Schwärcz gewählt worden war, schloß der Präsident die Versammlung. - Irankfurt a. W. Die freisinnige Zeitung bringt fotzende Mittheilung: Der Cultusminister hat auf Befürwortung des königlichen Provinzial-Schulcöllegiums zu Kassel genehmigt, dass fortan die. Realschule dett4sraelitischen Religionsgesellschaft ihren Schülern schon nach vollendetem sechsten Schuljahre das Reifezeugnis für de« einjährigen Freiwilligendienst auszustellen berechttgt sein solle. Bisher war die Berechtigung erst nach dem siebenten Schuljahre zu erlangen.' Die bisherige Obersekunda wird die Bezeichnung Unterprima führen, und die bisherige Prima wird als Oberprima für solche Schüler weiter bestehen, welche in der Erlangung - eines Berechtigungsscheines ihr Bildungsbedürfnis nicht befriedigt schen. Kaag. Während des am 10. v. M. stattgefundenen Königssistes hat unser Judenviertel einen herrlichen Triumph gefeiert. Von vielen Seiten wurde öffentlich hervorgehoben, dass diesem Stadttheile, sowohl nach seiner äußeren Erscheinung als den. Aeußerungen patti- Mischer Begeisterung, vor der ganzen Residenz die Palme gebühtt. Und diese Anerkennung ist den Braven, geleitet durch den Verein ״Israel en Oranje" (Israel und- Dramen) auch von höchster Stelle