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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1886-12-31 · Heft 42 (31.12.1886) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
6 (1886)
Issue
Heft 42 (31.12.1886)
Date
1886-12-31
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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theilung Visi'S beweise höchstens, dass der Lehrkörper keine unrecht- Absicht hatte, was jedoch den schlechten Eindruck nicht beseitige. — Minister Trefort wiederholte seine frühere Aeußerung, welche dann von Wahrmann dankend zur Kenntnis genommen wurde. — Der ׳Titel wurde ohne Abstrich notirt — Die k. Curie verhandelte am 20. December eine Strafsache, welche die Gerichte schon seit vier Jahren beschäftigt. Die Angelegenheit ist um so interessanter, als unsere Gerichte bisher noch kaum Gelegenheit hatten, sich mit Strafsachen solcher Natur zn befassen. Der Sachverhalt ist folgender: Der Apostager Cantor Ignaz Weiß stammte aus einer Familie, in welcher die Kunst der Circumcision sich seit undenklichen Zeiten von Vater auf Sohn vererbte, und auch der Benannte übte diesen Berns aus. Er selbst gibt zu, dass er zu demselben keine bcsondere Qualisication hatte, doch hatte er an den Operationen seines Vaters eine gute Vorschule. Ignaz Weiß vollzog die erste Beschneidnngsoperation im Alter von 13 Jahren zur vollen Zufriedenheit seines Auftraggebers. Seither hatte er über sechshundert Fälle, und er erfreute sich eines sehr guten Rufes, so dass man ihn aus ent- . legeueren Ortschaften aufsnchte und manchmal vor seinem Hanse 4—5 Wagen hielten, auf denen man cperatiousbedürftige Kinder brachte. Im Jahre 1882 machte er jedoch einen F-chlschnitt. Er vollzog die Operation an dem Kinde eines armen Dnnavecseer Jsraeliten, doch mit solchem Misersolge, dass das Kind an den Folgen der Beschneiduug fünf Tage darauf starb. Der BeznkZarzt erstattete gegen Weiß die Strafanzeige, und cs nahm eine endlose Untersuchung .ähren Anfang, welche durch die Beschaffung verschiedener ärztlicher Gutachten nur noch mehr in die Länge gezogen wurde. Der Gerichts- Hof richtete auch an das Bndapester israelitische Seminar die Frage, welche Qnalification zur Ausübung der Beschneidung erforderlich sei; die Antwort lautete: außer Frömmigkeit gar keine. Das .ärztliche Visum repertuin beschuldigte den Cantor, dass er tiefer in das Fleisch Hineinschnitt als erforderlich und erlaubt gewesen wäre, und dass die hiedurch entstandene Eiterung den Tod verursacht habe. Der Angeklagte führt zn seiner Vertheidignng an. dass er die nöthigen Vorsichtsmaßregeln getroffen habe, indem er eine kleine Zange anwendete, welche den tieferen Einschnitt unmöglich machte; laut seiner Angabe verursachte die unrichtige ärztliche Behandlung den Tod dcL ohnedies schwächlichen Kindes. Der Kalocsaer königliche Gerichtshof verurtheilte Ignaz Weiß wegen Tödtnug durch Unachtsamkeit zu zweimonastichem Gefängnisse, welches Urtheil durch die königliche Tafel bestätigt wurde. Sowohl der Verurtheilte als auch der königliche Staatsanwalt meldeten gegen dieses Urtheil die Berufung an. Der dritte Strafsenat der ׳königlichen Curie hat in seiner heute abgchaltencn Sitzung in Anbetracht der gelegentlich der Operation an den Tag gelegten Unachtsamkeit die Strafe aus sechs Monate erhöht. Ntemrisches. Nr. 13 der österreichischen Ausgabe des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen .Firr's Haus* (vierteljährlich nur 75 kr. einfchl- Stempel) enthält^: Auch ein Blümlein im Garten Gottes. Ehre sei Gott in der Höhe! Meine Erfahrungen bei Diphtheritis. Der Kaffee. Feueranmachen. Wie man beliebt wird. Christrosen. Oberwärterinnen .für Hospitäler. Normal-Lehrplan für die höheren Mädchenschulen. Nervenleiden. Farbstoffe. Kindermilch. Bitte, das HauShalt-Rechnungsbuch betreffend. Menuett. Sylvesterlied zum Chorgesang. Feste Besuchstage. Gretels Traum. Segcnssprüche zum neuen Jahr. Einlegesohlen. Kelteren Personen bei Glatteis das Gehen zu erleichtern. ״Wurst aus Gänseblut. PommerscheS Gänseweißsauer. Wie ich meinen Gänsebraten eintheile. Küchenzettel. Räthsel. Auflösung des Räthsels in Nr. 10. Uebersttzen von Büchern. Fernsprecher. Echo. Briefkasten der Schriftleitung. Anzeigen. An ui!Im geehrten Herren Abonnenten. Die dieswöckentlicke Nummer 42 erscheint statt am morgigen Tage beute, als die letzte im Jahrgangs 1886. Gleichzeitig erlauben wir uns unsere Herren Abonnenten, im Sinne der in der!׳tz:en Nummer abgegebenen Elklärung darauf aufmerksam zu machen, dass die folgende Nummer 1 vom Jahrgangs 1887 nur denjenigen zugesendet werden kann, die im Lause der nächsten Woche den Prännmerationsbetrag für das 1. Quartal einienden. Wir bitten daher um umgehende Erneuerung des Abonnements und um Einsendung der Rückstände. Die Administation der Ssterr.-ungar. (Lantoren-Aeitung. Corresponderrz der Nedaetion. D. in Mag. Bestellen Sie sich die ״Canialien" von Grnnzweig, Arad, dort finden Sei gewünschte Compofition, welche gewiss allgemeinen Beifall haben wird. Das Werk ko'tet blos 2 fl. Grus;- St. in Heiligeneicb. Ihr Eingesendet ist nicht verwendbar. Lin Welk. Bestätigen den gesandten Betrag. Bl. in Kr. Wir sind noch nicht in der Lage, Ihnen über Ihre Anfrage Ausschluss zu geben, müssen erst -Nachfrage halten. Ihre Berichtigung ist zn nebensächlich und verspätet. Gruß. Gr. in Klöstern. Herzlichste Gratulation. e?. in Tr. In unserem Blatte sind nur Recensionen jüd. Werke am Platze. Gütig in Kl. Unser ties'ies Beileid zn Ihrem unermesslichen Verluste היקב״ה/ tröste L)ie. Collez. Gruß. ' B. in Gr. Bitte nur bei Ihrem Postamte zu abonniren. Die Zusendung erfolgt pünktlich. Sie Redactio n. ... i i s 1 1 G e g r i i n (l e t 1 7 9 3. ~'v7s7'iexL, *VII., Westbaimstrasse uSTr 21. Grösstes Etablissement zur Anfertigung von Ornamenteu fiil* Synagogen, als: ׳פרוכת |nb1’ü?'Declien5 7L1N.-26deek-Tücher, טליתים■ Thoraniäntel und Wickeln (כפות) bte. etc. streng nach dem Ritns, in künstlerischer, solider Ausführung. Die Inschriften werden unter Zuziehung eines anerkannten Fachmannes correkt ausgeführt. Zahlreiche Israel. Cultusgeineinden des In- und Anslandes, wie Wien, Arad, Szegedin, B. Leipa, Tabor, Nachod, Breslau, Podersam, Philadelphia etc. haben ihren diesbezügliehen Bedarf in obigem Atelier ausführen lassen und liegen darüber anerkennende Zuschriften auf. Provinz-Auftriige werden prompt effeetuirt. Skizzen und Muster gratis und franco. II S Geschäftsgründung 18 60. ©3^ § H Die schönsten und billigsten g n MMb M Md MM aus ln- und Ausländer Granit, Porphir, Syenit, Marmor, Sandstein etc. bester Qualität, kaust man nur bei 11. SOMMSCHEm bürgerl. Stadt-Steinmetzmeister u. k. k. handelsgericht־ lieber beeideter Schatzmeister Wien, IIL, Adamsgasse 5. 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