Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 42 (31.12.1886)
- Date
- 1886-12-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichischungarische ,ר Prüttumerailons-PrrikE Kür ^erci»s«litgkirdcr: Ganzjährig . - . fl. 5 — Halbjährig ... fl. 2.bv Vierteljährig - - st- 1.25 Monatlich ... fl. — .4 5 Kür Kichlmitgtteder: Ganzjährig ... st. 6.— Halbjährig ... fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Monatlich . - . fl- —-50 Kür da» Aus kan d : Ganzjährig - . - st- 7•— 12 Mark oder 6 Rubel. Organ für die fenmnit-Jnterasni Mischer Clinton. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkc»b Werrrerr. r ^RlCfl tl C 11 Q II Administration 1 en. II., Novarag.isfe 27. Inserat« werde» billigst berechnet. Manufcripte werden nicht retouvnirt. Nr. 42 Wie». 31- Decembcr 1886. 6. Jahrgang. Einladung zur Pränumeration auf die österr-ungar Lantoren - Zeitung. Mit nächster Nummer beginnt das 1. Quartal des?. Jahrganges; wir ersuchen daher unsere geschätzten Herren Abonnenten, das-Abonnement im Laufe der nächsten Woche zu erneuern, damit die r e g el m ä ßi g e Z u se n d u n g des Blattes keine Unterbrechung erleide. Die Administration der österr.-ungar. Lantoren-Zeitung. Fragmente. Aus dem alten jüdischen Leben im Familienkreise, im Gotteshause, im gemeinschaftlichen Verkehre. (Zweite Artikel-Serie.) XX. Indische Synagogendichter:. Keine Nation auf Erden hat solche dickleibige Betöücher, Liänrina und Llaellsoriva, Selichos und Kinos, gleich dem auserwählien Volke. Woher kommt das? Das hat seine Geschichte. Ein Volk, das seit Jahrtausenden besteht, ein goldenes Alterthum und ein eisernes Mittelalter hinter sich hat und bis in die neueste Zeit hineinragt, ein Volksstamm, der im strahlenden Sonnenglanz gewandelt und in grauenerregender Finsternis gehandelt, der so viel gelitten und erstritten: was Wunder, dass ein solches Volk im Laufe solcher Zeitepochen, Verhältniße, Stimmungen und Trübungen auch aus diesem Gebiete der Liturgie so Vieles geschaffen und angehäust hat. Aber der Kreis der gottesdienstlichen Formen war auch noch durch eine andere Rücksicht bestimmt, nämlich durch den Zweck, dem Volke die wesentlichen Quellen der Neligionslehre, Bibel, Mischnah und des Talmud nahe zu legen. Man betrachtete den Gottesdienst nicht bloß als den Inbegriff s von Gebeten, sondern als das Mittel zur Belehrung, so weit solche in der kurzen Zeit, die ihm täglich und festtäglich gewidmet j werden konnte, durch eine angemessene Wahl der Leieslücke zu erreichen war. Da nun die gewöhnlichen Psiichtgebete im Ganzen nur wenig Mannigfaltigkeit darbieten, dieselben auch an Festtagen, da man dem Gottesdienste mehr Zeit einräumen konnte diese nicht aussnllen, so legten die dichterisch befähigten Vorbeter gewöhnlich auch gelehrte Männer, welche an hohen Festen dieses Amt übernahmen, gern neue Gesangsstücke ein, um dem Volke zugleich eine Fülle von Gedanken darzubieten, welche die Andacht erhöhten. Der Inhalt war außer Preis- und Dankliedern und festlichen Erinnerungen, vorzugsweise Sündenbeksnutnis und Gebete um Vergebung, Betrachtung der Nichtigkeit des Irdischen und Sehnsucht nach höherer Seligkeit, ja auch Gesetzkenntnis und Naturkunde und unendlich viele verwandte Stoffe, welche in den vorgeschriebenen Gebeten nicht ausgedrückt sind. Die erstaunliche Thätigkeit, welche auf diesem Gebiete mehrere Jahrhunderte hindurch in weit von einander entfernten Ländern sich entfaltete, hat auf die Gestaltung des Judenthums einen entschiedenen Einfluss geübt. Die jüdischen Synagogen-» dichter behandelten alle Lehren, Sagen, Geschichten und Schicksale des Judenthums wie der in der Synagoge verehrten Männer, die Deutung vieler Gesetze und Gebräuche, ferner eine Menge fachlicher Kenntniße und hagadische Phantasiebilder, ja selbst die Engellehre und die mystischen Vorstellungen der Geheimlehre; kurz Alles, was in der Schule vorkam, übergaben sie in Versen dem Volke zur Erbauung. Bedeutende Talente versuchten sich an allen einschlägigen Stoffen. Zu den berühmtesten Synagogendichtern gehört unstreitig der fruchtbare ksiton: Eliefer Kalir, dessen überaus große Zahl von Dichtungen in den weitesten Kreisen Aufnahme fand. Die meisten eingeschalteten Gebetftücke und Dichtungen für fämmtliche Festtage, wie sie in den Naoirsorim Vorkommen, so auch die meisten Selichos und Kinos rühren von ihm her. Wir kennen weder seinen genauen Namen, noch seine Herkunft, seinen Wohnort, noch seine bestimmte Lebensdauer. Es sei hier nur bemerkt, dass (108508 in Talmud Chagiga 13 unter dem Schlagworte ורנלי) den Kalir unter Leu Tauaiten rechnet. '